Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 5 (1.3.1862)
- Date
- 1862-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jährlich 24 Kummnn am 1. ante 15. jrttn Monats. Perle 42 kr. oder 12 Egr. halbjährig. Der MMlltisclre Jelirer. Aiszeigen 5 kr. »der 1j Egr. dir Petitzeile. Beiiellungen nebmen olle Lnchbandlungen ' unt Po'iämter an. Ein Lrglm für dir Schult, die Familie uud das Gemeiudeleben des Iudculhums., Herausgrgebrn Di. Hecht, I. Klingenflein und 31. Treu. N°. 5 Mainz, den 1. März 1862. Briefe aus der bayr. Pfalz. ^Neustadt a. H., 17. Jan. 1862. III.! (Fortsetzung.) Aber, lieber' Herr College, wo denken Sir denn Hins? Ich wollte > Ihnen ja meine Berichte anonym geben; nun empfange ich gestern Ihre erste Nummer und zu meinem Entsetzen — ein paar Druckfehler wollie ich Ihnen sja von Hetzen gern verzeihen? — *) steht an der Spitze meine« ersten Berichtes breit und fett gedruckt zu lesen:. „Neustadt rc.^**) und dahin ist eS in unserem Kreist um die Anonymität, hitzter deren Schild, wenn er auch etwas durchsichtig sein sollte, sich doch so Manches sagen läßt, was man bei aufgezoäenem Bifir aus DiScrrtion übcrgehehen muß. Wie hält« ich z. B. so schöne Gelegenheit gehabt, dem israelitische (somit« und damit indirect auch mir, Weihrauch zu streuen! — um diesen Hochgenuß, daschwarz •) Ich will nur auf zwei aufmerksam machen. Wir wollen nicht di«, sondern den Seminaristen Gelegenheit zur Vorbereitung im Vorsänger-Dienst bieten, uqd den EüstenstationS-Fond wollen wir in einen — will'- (Bott g*nj allgemeinen — S ustentationS-Fcnd wieder umwandeln. Dis übrigen Fehler wird der freundlich» Leser selbst verbessern. (Eie waren, besonders in Rr. 1 Folge widriger Umstände. Wir haben nhsj bemüht, am Druckcrte selbst eine» Revisoren zu gewinnen, und hoffen^ daß dieS uns gelingen wird. Red). —) Ist aus Versehe» geschehen,, für das wir unser« geschätzten Freund um Entschuldigst»- bitten, daS aber der Arbeit, wie auch auS dem uns vorliegenden weitere» Material ersichtlich, an ihrem ilredit gewiß nichts schaden wistd. Auch bitten wir unseren Freund sich der Sorge zu «ntschlagen, daß auswärtige Leser an seiner Arbeit nicht andauerndes Jntereffe finyen werden. Wenn nicht schon die an und für sich «dl« Schreibweise dt» Arbeit zu einer höchst werthvollen und anziehenden machen würde,! so würde sie «S durch den Seist, der sich darin «uSsßrtcht, durch die höchst interessante» Vorgänge, die jetzt di« Pfälzer Judenhett bewege», und di« nur segensreich wirken können auch über di» Srenze» der Pfalz hinaus. Darum, immer nur zu! Vielleicht glückt es unS, auch auS andere» Gegenden bald so anziehende und freudige Artikel biete» zu können. Anmerk. d. Redaktion. auf weiß gedruckt zu lesen, bringen Sic meine Herren Kollegen im Ausschuß und mich. . Aber Scherz bei Seite, es ist mir unlieb, daß da« Schild der Anonymität mich nicht mehr deckt, und wenn nun Sic und Ihre Leser estrige Persönlichkeiten mit in den Kauf nehmen müssen, wo e< sich doch nur durchaus objcctiv um die Same handeln sollte, — so wasche ich «leine Hände in Unschuld. Gleich ehe ich in meinem Berichte weiter und zur Beurthrilung der Dr. Grüncbaum'schen Organisations-Vorschläge übergehe, muß ich jetzt dem Leser sagen, daß ich die Ehre habe, Herrn 1)r. Grünebaum zu meinen Frennd e n zu zählen, daß ich in ihm rin eminentes Talent, tiefe« Studium, gründliches Wissen, eine seltene Rednergabe, eine eifrige Hingebung an alle menschlichen und bürgerlichen, vorzüglich an alle israelitischen Angelegenheiten verehre und hochschätze. Aber: „wir sind Freunde des Socrates uyd Plato, noch mehr aber der Wahrheit" — und wenn ich also an meines verehrten Freundes Entwurf so Manches auSzusttzcn finde, so wissen nun Sic und Ihre Leser, daß diese Kritik nicht der hämische Angriff eines prinzipiellen qdcr persönlichen Gegners, sondern das Bedenken eines.Freundes und Verehrers ist. — >Zur Sache. Der Verfassungs-Entwurf unsere« verehrten Freundes enthält *) in 42 .Paragraphen im Wesentlichen Folgendes: 1) Jede Vereinigung von iSraci. ReligionSgenossen, welche eine Synagoge besitzt, bildet eine Cultgcnieinde. 2) Jede Cultgemeinde muß sür den Religionsunterricht ihrer Jugend, sür Herstellung einer angemessenen Synagsge^lnd eines Ritualbades **), die Anstellung *) E. Israel. Verneinte, Synagoge und Schule in der bayrischen Pfalz re. S. 53—67. **) Für Herstellung von israel. Leichenhösen baden unseres Wiffent di« politischen Gemeinten zu sorgen, mindestens gesckiieht dies hier und in vielen anderen Orten. (Rach einem kaiserlichen Dekret aus d er französischen Zeit. Ist dieses Dekret an und für sich auch ein sehr gerechte-, so führt re doch den Mißiiand »ach, daß auch Lultgemetnde-i, die eigene Friedhöfe besitzen, zu denen der. politischen Gemeinde beisteuern müsiest. Red.)