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Der israelitische Lehrer · 1862-02-01 · 3 (1.2.1862) · p. Seite 19

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
3 (1.2.1862)
Date
1862-02-01
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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lich gegoltenen Schrift batii&er, *) al ein im Lehrplane keiner israel. Schule sollte fortan die fehlen..... Dych wo gerathe ich hin? Von 70 aus den Aeltesten Israel'« gestellten Männern erzählt bereits die P bei (4 B..M. 11, 24); doch ist dabei von einer Aufsichtsbehörde abzusehen. Als CyruS, König — 10 — jüdische Geschichte durch MoseS aufodcr RegierungSvon Persien, den , des Letzteren, alö neben ihm, der Judeu^ erlaubte, aus der 70jährigen babylonischen Gefangen schüft in ihr Vaterland zurückzukehren, führte erst (536 v. CH.) Eerubabel und nach ihm Csrc, die beide durch Erbfolge zum Hohenpriesterthum und danit zur Regierung berechtigt waren, eine Colonie Juden nach Jerusalem. Ihnen folgte Nehemia, der Mundsckenk des persischen Königs, mit ausgedehnten Vollmachten Landpflegcr ober königlicher Statthaltern kein Priester war,- regierte der Hohepriester (Eljaschib, dann Jojada); zur selben Zeit hörte auch das Prophetenthum (Haggai, Sacharia) auf. An die Stelle des Nehemia und der Propheten trat aber nun neben dem Hohepriester der große Rath- (Synedrium) als leitende Behörde ans. Diese Herrschaft bauerte fort, bis Antiochus IV., Epiphanes, König von Syrien-, (173) Israel unterwarf nnb* bedrückte. Da war es ein Priester, MatthatiaS, und seine Söhne, die Makkabäer, welche sich an die Spitze der von ihnen für Gott und den Glauben ihrer Väter begeisterten Juden stellten; mit Heldenmuth ward die syrische Uebermacht zu Boden geschlagen und „die Makkabäer" herrschten seit Simon (144 v. Chr.) als Fürsten und Hohepriester Uber Judäa, Vis. einer von ihnen, AristobulnS. den Königs-" Ittel. aizNahm '(Wl v. Chr.) Sogleich sehen wir neben i^m ^vich'er.'dAK- SynArjum ** ***)) als Glaubensbehörde thätig; an, desfsHDAtze stehen Simon ben Schetach (Schwager des nachfolgenden ^EgS Alexander Jannai) und Jehuda ben Tabak,. Zur Zeit dech Julius Cäsar waren Hillel und . Schammai f**), die^ Koryphäen des beginnenden Rabbinismus, die Vorsteher ^dek grphen Synode ^anhedrin); und diese'Behörde hatte Ansehen genug, den von Cäsar zum Statthalter ich Galliläa ernannten HerodeS zur Verant- •) Das kürzlich in diesen Blättern recensirte: ,^-ULcd Haättiw" ersetzt dieses.Mangel durchaus nicht. ") I »st in. Geschichte deS Judenthums l. S. 41 bestreitet gegen Herzfeld die Verbindung dieses Synedriums mit dem früheren, mit. den Ansche Keneseth hagdolo, aber er muß doch zugeben (S. 121) daß diese -unter dem Makkabäer Simon gegründete Einrichtung keine neue Schöpfung war, sondern sich aus dem Herkommen entwickelt habe, ***) Es wird (vergleiche Aboth 1) als Vorsteher immer ein Paar genannt, der eine, Nasi Fürst, für die Gesetzgebung, der andere Xd beth-din, Gerichtsvorsteber, als Oberhaupt des Gerichts, etwa als exekutive oder vollstreck-nde Behörde. Mit Hillel und Schammai erlöscht. diese Einrichtung der Paare, Jost I. S. 278. N wortung vdr ihren Stuhl zu laden. Als dieser durch die römischen Triumvireu Oetavian (AngustuS) und Antonius, trotzdem er! Ausländer (ein Jdnmäer, ans Edom) war, mit der königlichen Gewalt in Judäa bekleidet wurde, ließ er alle Mitglieder des Synedriums bis auf Hillel und Schammai hinrichten, welche Letztere alle Ansprüche auf die westliche oder herrschende Macht ausgaben und Hörsäle vdtr Lehrhäliser für das Studium des Gesetzes errichteten, s) Unter dem'Sohne und Nachfolger deS-Herodes, Archelaup, bestanden ist Jerusalem allein bei jeder Synagoge, im'Gatzen 470 bis 4fc0 solche Lehrhäuser; da aber in der Hauptstadt die Unruhen stets sortdauerten und die Aufstände gegen die verhaßte Fremdherrschaft nicht aufhörten, verlegte HillestS Enkel Rabhan Gamhiel ben Stabban Simeon (30 v. Chr.) die Hochschstle von Jerusalem nach hem ruhigen Jamnia (Jabne) uyd diese Schule waV es, welche, namentlich durch den auch bei den Römern sehr angesehenen R. Jochanan ben Saeeai, in Sachen der Lehre zup unbestrittenen Macht gelaugte- > , / 'Nun pricht das von den Propheten lang vorher verkündigte Verderben herein; Jerusalem wird von den Römern, nach! einer der heldenmüthigsten Vertheidigungen, von denen die Weltgeschichte zu erzählen weiß, erobert, der Tempel zerstört, die Juden in alle Welt zerstreut. Und nun hörte poch jede geistliche Behörde im Judenthume auf? Nichts weniger. Nachdem die Juden anshörten, einen Staat zu bilden, eine weltliche Herrschaft zu besitzen, bildete sich die Lehre erst recht aus, und hatten sie um. so wirksamere geistliche Behörden. Sehen wir zuerst nach den Juden in Palästina. Jabne (Jamniä) blühete fort, unberührt von den Kriegsereignissen in Jerusalem, bis, Kaiser Hadrian, aufgebracht durch den Aufstand des Bar Cochba) der sich für den Messias ausgab, (122 n. Chr.) jede Stadt, wo eine Hochschule war, zu zerstören und jeden Rabbi> der einen Anderen weihen würde-!, hinzurichten befahl. Viele trestliche Männer erlitten den Martyrer-Tod. (Vergleiche die Leliolra: Al eleli ani bochiah) und der Nasi des Synedriums zu.Jabne flüchtete nach Liberias (Tefarja), einer *1 In ^den Evangelien wird das Gericht, welches den Stifter der christlichen Religion vor sein Forum zog, ein Synedrium genannt. Aber das griechische Wort Syneddien, gleichbedeutend mit dem lateinischen Konsistorium, bedeutete jede riibterliiie Behörde, deren es (mit den nstr dreigliedrigen Beth-din» in Jerusalem fast so viele gab, als Synagogen und Lehrbäuser. Daß es kein gesetzmäßiges, großes Synedrion (aus 70 Gelehrten und 1 Vorsitzender bestehend) war, beweist schon her Umstand, haß die großen Schul! änpter der Zeit, ein Rabban Gantliel, ein R Jochanan ben Saccal u. s. w nicht anwesend waren. Vergleiche 'die interesiante Darstellung dieses ungesetzlichen und übereilten Gedichtsverfahrens bei Jost a. a. O. I. jS' 402 ff. I

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