Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 2 (22.1.1862)
- Date
- 1862-01-22
- Page
- Seite 15 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Werne 1× ep/1045992
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I 15 — Steele an,der Ruhr rin schöne» Geschenk, nämlich chie OeffentlichkeitSerklärung der dortigen Schule, und wir wölben nicht verabsäumen unscrm Collegm, dem wackern Lehrer Hrn. Goldberg daselbst, von ganzem Herzen zu gratulirtn. — Unser College, Herr M. Blumer.seld in Ess^n an der Ruhr hat abermals Gelegenheit gehabt sich ql» wackern Kämpfer, als gesinnungstüchtigen Mann zu bewähren. Bei dem Wahlakte oder Wahlkampfe legte der Landrath de» Kreises eine Art polit. Glaubensbekenntnis ab, wobei er erklärte, der Fortschrittspartei nicht entgegen zu sein; nur zwei Punkte müsse er bekämpfen, nämlich: die Civilehe und die völlige Gleichstellung der Juden. Herr Blumenfeld wits ihm -sofort in klarer, männlicher Rede ab und zurecht und der liberale Landrath war gründlich abgcthan. — Am 4. Januar hatte der Wahlbezirk Hamm, Soest, Unna eine Nachwahl zu vollziehen. Als Wahlkandidat war auch der Rittergutsbesitzer I. Löb von Ke!>- denhoff ausgetreten. Sein Haupt-Gegenkandidat war der Major D. v. Beipkc. Im Wahlkampfe ging cS ziemlich heiß er. Wer von beiden Kandidaten der befähigtere und in Jne fbeit der Eine oder Andere sich im öffentlichen Lenen erdjent gemacht und sich einen 'Kamen erworben hat, ist hier nicht der Ort zu entscheiden, v. Beitzke soll auch von dem als Schul - und Lchrerfreund weithin bekannten Abgeordneten Harkort empfohlen worden fein; doch daß Herr I. Löb feine Niederlage thcilwcifc dem Umstände zuzuschreiben haben soll, daß man unverholen ausgesprochen 'upd die Presse zu drucken sich nicht gescheut, „daß man Hrn. I. Löb nicht wählen solle, weil er Jude sei," ist zu beklagen. — Vom iSrael. Lehrervcrcin für Rheinland und Westfalen: Am 5. Januar wurde zu Werne an der Rubr die von der letzten Eonfercn; vrojektttte Petition behufs der OeffentlichkeitSerklärung der iSrael. Schulen an das Haus der Abgeordneten ausgearbeitet, die dazu gehörige Denkschrift soll in den nächsten Tagen ausgcfertigt und beide Aktenstücke sollen noch bis zum Zusammentritt der Kammern an den. Ort ihrer Bestimmung gelangen. Mögen die Hoffnungen in Erfüllung gehen, welche die Lehrer beider'Provinzen an diese Schriftstücke knüpfen. (Beide Schriftstücke werden in diesen Blättern veröffentlicht werden.) / Hessen. DeinMoseSMannheimer, RetigionSlfhrcrin Darmstadt, wurde vou dem Bürgermeister und Gemeinderath der Residenzstadt Darmstadt gelegentlich seines 2!>jährigen Jubiläums eine jährliche Renumeration aus der Stadtkasse vcrwilligt. Ein sehr anerkennenSwerther Akt der Humanität!- Jm Fürstenthum Renß j. L. ist bei den letzten Gcmeindcrachswahlen zum ersten Male ein Jllde (in Hirsch, berg) gewählt worden. Württemberg. In der EntlafsuugSrede der württemH. Kammer heißt es: .Kleine Verschiedenheit im Glauben künftig einen Unterschied )n dem Genusie der staatSbürg, liehen Rechte de» WürttembergerS begründen." Mich diese Worte zur vollen Wahrheit «erden. Bet den «1 vorzunehmenden Wahlen haben die Juden Württembergs» zum erstell Male activeS und paffiveS Wahlrecht. E» wird uns weiter von dort geschrieben: „Zum Neuen Jahr können wir berichten, daß in der letzten Sitzung dev Kammer d,r Standeshdrren die vollständige Emaucipatton der Israeliten Württembergs angenommen worden. Auf die iSrael. Schn e wird diese» keinen wesentlichen Einfluß üben, denn Schule» und Lehrer waren schon längst emancipirt und genoss,» : i »selben Rechte, wie die christlichen. — Das neue Ges tz i über die Stellung der katholischen Kirche zum Staat gi >t uns die Bürgschaft, daß die iSrael. Lehrer in Württemberg nicht den Rabdinen, wie diese es anstreben, unterstell werden; denn nur der ReligionSltnterricht ist der Bea, fsichtigung des BiSthumS unterstellt worden, die Schule fei! »st hüt der Staat unter seiner Obhut behalten. Die israck. Schulen zu Württcinbcrg sind den örtlichen Schulinsp» ctionen der herrschenden RcligiönSgemeinde unterstellt. Ter christliche Ortsgcistliche ist als Experter ausgestellt die Aissicht über die Schulen zu führen, nicht weil, sondern obschon er Geistlicher ist. Die K. Obcrschnlbehörden >e» Landes sind auch für die Israeliten die Aufsichtsbehörde» und die israel. Oberkirchenbehöroe hat nur den Religionsunterricht zu überwachen. Die isracl. Lehrer Württembergs wünschen keine Acndcrnng in ihrer Stellung z» ihren Aufsichtsbehörden urrv würden eine solche als e ine Kalamität für die Schulen und die Lehrer bettachten. — Wir werden in ünfercr Darstcilung der GeschichtedeSiir. Schulwesens in WürNembcrg auf diesen Gegcnstullb wieder zurückkommen. A. E. Rostock. Im ersten Quartier, zu dem die tz?aufl< ute gehören, wurde die Zulassung der Juden verneint, „weil die ganze staat. rechtliche Stellung der Inden noch eine n icht gleichberechtigte und verkümmerte sei;" man gestand dubei zu, daß die Ausschließung der Juden den Anforderungen eines ciifcs freieren StaatHlchens nicht entsprechen.? cue und fcinf niyEn Gründe. Wik«, , 4. Dez. Daö'StaatSmiuisterium hat die Verfügung glasten, daß das Mortarisiren neugeboner iSr. Kinder im Gebar- und Findclhaufe zu Wien a »zustellen sei. Die Confcssion der Mutter gilt als Norm für die Taufe des Kindes. Die Mutter bekömmt Ausweis über den Aufenthalt desselben u. s. w.,