Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 2 (22.1.1862)
- Date
- 1862-01-22
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
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10 «de mit beredten und gefühlvollen Worten sein Leben und Wirke«. Sein Andenken bleibt zum Segen? □ntf2 pfyn i"a QrßWn lyb vrn ü’pn* Gerechten wird drosen anr göttlkben Thron Des ewigen Lebens beglück enter Lobn! FrankerShansrn <Kreis Eschwcgc) den 16. Dez. 1661. . Der.Lehrer Victor Müller.*) Briefe aus der bayr. Pfalz. (Fortsetzung.) Die bayrische. StaatSregicrung griff die Sache der Juden da an, wo sie allem gelingen tonnte, wo allein der Grunbstei» zum Bcsfcrwerdeu gelegt werden mußte. — bei dir Zugenderziehung. Wie sehr diese unter sranzö-i s,schon Herrschaft im Allgemeinen uub besonders bei den Israeliten im Argen-lag, ist eine allgemein bekannte That- -sache; sie läßt heul zll Tage in Frankreich, noch außerordentlich viel zu wünschen übrig und srehl unseren deulschen Einrichtungen weit nach. Das WicdererwachcN israelitischer Bildung und israelitischen Forschergeistes, wie es durchs Mendelssohn und seine Schute seit der Mitte des vorige» Jahrhunderts angeregt wurde, , war an unfern Pfälzischen Israeliten , bis. dahin spurlos vorüber gegangen, und nachdem sie durch die in französisch«:? Zeit verkündigte GewerbS-i freiheit jede Berufsthatigkeit, jede Artdes Erwerbs mch Handels nach eigner Lust und Liebe, ergreife» konnten, ging| ihre ganze Thätigtcit in materiellen Interessen unter; Nie-j mand oder fast Niemand widmete sich dem gelehrten Stands oder ergriff! überhaupt einen andern Beruf, als den Handels »nd wahrend z. B. in.Altbayern — so nennen wir hier die sieben jenseitigen Kreise — auch die kleinste Gemeindo mehrere Männer anszuweiscn hat oder doch hatte, welche in jüdischer und specicll talmudischer Gelehrsamkeit bcwan-i dert waren, wuchs bei uns am Rheins eine Generation' auf, die — wir chitten um Erlaubnis die Dinge bei ihrem rechten Namen nennen und üns eines trivialen' aber sehr bezeichnenden Ausdrucks bedienen zu dürfen -—. eine Generation, sagen wir, „die nicht wußte wo Gott wohnt:" die' jüdische Gelehrsamkeit, die sich anderwärts durch „Chcdar" (Elementarschule) und ,Heschibhah" (Hochschule) erhielt und fortpflanzte, hatte sie vergessen und allgemeines Wiflen noch keine erlangt. - Da erließ die Regierung ihre erste einschlägige Verordnung vom 8 Oktober t 823 und in richtiger Würdigung deS Punktes, worin die Hauptsache lag uns von welchem eine Arndcrung zum Bessern nur erwartet werden konnte, setzte sie in § 10 fest: „Die Judenkinder beider Geschlechter sind gleich ^cnen der übrigen königlichen Uuterthanen zum •) Herr Kittor Müller Hatte die Güte, unsere Bille, als weiterer Mitarbeiter fhr Lurhesscn einzutreten,, zu acceptircn. Red. öffentlichen Schulbesuche in Städten uns Kuf dem Lanoe Verbünde«, und sie erhalten, mit Ausnahme der Religko«Sl«hrr, gleichen Unterricht mit denselben .... der Zutritt zu allen höher» Lehranstalten ist ihnen gestattet." Durch die weitere k. Verordnung »om 28. Februar 1828 wurde diese Derpflichtuug für dcu Elementar-Unterricht, in gleicher Weise auf den Religionsunterricht ausgedehnt und damit der Anstoß zur Errichtung iSrael. Schulen Gegeben. Von diesem Zeitpunkte an datirt sich ein: „neue Acra" unter unfern Glaubensgenossen in der Pfalz. Wir sprachen unsere Meinung zn Ungunsten ihrer Cullur-Zuständc offen au« und weroen um so mehr Glauben finden, wenn!wir jetzt anerkennend sagen, daß dieselben in dem Augenblick, wo ihnen die Mittel kaum geboten wurden, diese auch! mit Begierde ergriffen, um ihren Kindern diejenige Bilvstng Und Erziehung geben zu lassen, die sie selbst hatten entbehren müssen und deren Nothwenvigkeit, nach einer fat täglich zu machenden Erfahrung, gerade oft derjenige an besten erkennt, dem sie selbst abgeht. Große Opfer wucsen von den israe^. Gemeinden und von den Einzelnen gebischt und die Folgen davon waren zunächst verhältnißmä jig gute Schulen überall, und weiter die allmäligeH^r« »reifung einer Generation, die für die Zukunft Heilsames verspricht. Schacher und Wucher sind auch bei uns fast bi» aus (die letzte Spur verschwunden; geordneter und regelmäsiger C wcrb sind heimisch geworben, besonders seit bei großen^ Wuchcruntersuchnngen, die sich auch auf christliche Häusererstreckten und Handlungen betrafen, welche zu n Th Folge einer zu weit ausgedehnten und mißverstand men werbfreiheit waren, zum Theil selbst von Notaren und Gerichtsperfoncn nicht für nmrlaubt gehalten wurden. Seit jener Zeit ist unverkennbar ein Umschwung einzeln tcn, und vergebens würde man jetzt in der Pfalz den Tnpus des ehemaligen HandclSjudcn suchen, und überall ist der Wunsch, das Bedürfniß hervorgetrcten, die Kinder „etwas lernen zu lassen," d. h. für gute Schulen und Lehrer zu sorgen. Und unsere Lehrer haben auch zum großen Theile eine verhältnißmäßig gute Stellung. Der Wunsch und das Bedürfniß nach guten Lehrern veranlaßt alle Gemeinden, wo jetzt eine Stelle vacant wird, sie mit mindestens 300 fl. zu hotiren;' dafür bekommen sie aber noch keine tüchtigen, ja in vielen Fällen noch gar keinen Lehrer, und so lesen w-r jetzt selten daS AuSschrciben einer Leyrcrstcllc unter 400 diL 500 fl. — wohlverstanden. Elemcntarlchrer; wo die Gemeinden eine solche Slclle zu schaffen und zu dotireu nicht die Mittet haben, besuchen die iSr. Kinder die sog. deutschen (Volks ) Schulen und genießen den hebräischen und religiösen Unterricht bei einem Religronslehrcr, bei denen cS äußerlich und innerlich (wir meinen mit "Gehalt,