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Der israelitische Lehrer · 1862-01-15 · 1 (15.1.1862) · p. Seite 7

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
1 (15.1.1862)
Date
1862-01-15
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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l — 7 — Fache ein gründliches Wissen. Wie die Confusion in den Lesebn - chcrn, so in den Köpfen der Jugend, Nichts ganz und NichS Nar. (*tn Fach, daS nicht verdient selbstständig gelehrt zu werden, sollte vom Schulplane gestrichen werden, dem Wichtigen und Nothwendigen weichen. Darum sollte auch jedes Fach seich eigenes Schulnnd UebungSbrzch baden. 'Nun aber werden die Lesebücher angcsüllt mit Stoff znm Anschauungsunterrichte, zum Aufsätze, der Geographie jc!, bamit Alles in Einem sei. Und nun gar vie Abfaffung der Lesestücke in geistlosen, einförmigen, eintönigen, kalten und schlechten Sätzen. Alles Sandwüste ohne labenden Quell, ohne Fruchtbaum und Blume,. eine Wüste, durch die das Kino getrieben wird, sic mit Widerwillen durcheilt, -um nie wieder einen erhebenden Rückblick - darauf zu werfen. Dabei geht das Gemüth leer ans. *) Hinter, deren inneres Wesen noch nicht durch falsche Erziehung zur Earrikatur geworden, die das Schöne unb Gute von Natur lieben und von demselben angczogen werden, geben hier wohl den besten Richter ab durch ihre Liebe oder Abneigung für das Lesebuch. Wenn das in Neve stehende Fach eine für die geistige Entwickelung so wichtige Kunst ist, und diese Kunst sich nur allmäliz durch Nachahmung und vielfache Ucbung erlangen lässt; wenn sic bei jedem Worte, jedem neuen Gedanken und bei jedem Satze in Ausdruck und Weise sich verschieden gestaltet, aber immer nach bestimmten Gesetzen und Regeln, so daß Vernunft nnd Schönheit sich zu einem Bunde vereinigen; so darf der Stoff, daran die Kunst zu lehren und zu üben, nicht von ungefähr genommen werden, seine Wahl erheischt Sachkcnntniß und Borfickt, stufenmäßigen, methodischen Fortschritt. Da der Gegenstand des Lesens es mit dem, chas gesprochen und geschrieben worden, zn thun hat, so müssen ich Lesestoff alle Sprachnnd Stnl- oder Schreibwrmeu zur rickt^gen, hörbaren Darstellung ihre Uedung finden. Bon diesem Prinzipe ans betrachtet, stellen auch wir an ein Lesebuch, die Anforderung, daß cs Abhandlungen aus allen übrigen Fächcnr aufnchmc, aber nicht blos diese Fächer, des Inhalts halber, sondern auch und vornehmlich der Darstellung wegen. Dann fordern wir ferner, daß diese Lesestücke »ie Wahl durch ihre schöne Darstellung sowohl, als auch ihres kernigen Inhalts wegen rechtfertigen., Lesestücke in & sprächform ans dem reichen Schatze unserer Klassik dürfen nickt fehlen. DaS Lesebuch soll überhaupt klassisch in seiner Art sein, sowie der Lesen rterricht in der Schule alS Grundlage der ästhetischen Bildung zu betrachten ift,J Damit ka in sich aber unmöglich all das Trivalc und Alltägliche, das, in der plattesten Form, das Füllsel im Ein- _ *) Zu den p ibagogischen Rittern von der <Äemi chlichkeit oder der -demütdlickcn wünlcken wir darum doch nickt gejählt;u werden. I. bande der meisten Lesebücher ausmachi, vertragen. Solche Muster von Lesebüchern mit Originalarbeitev find zu Dutzenden der pädagoz. Presse entlaufen, und günstige Recensente.u haben ihnen den Laufpaß in di« Schulen verschriebe. „Was die Menge staune» d bewundert," daS preiset die gefällige' Kritik - asterei. Smd auch die Lesebücher,Hjchjout plot connection" das chut zur Sache nichts, wenn, nur, daS Nothwendigste von den Realien in ihrem goldenen Schachte (zwischen den Zeit:»?) bergen und alle übrigen Schulbücher erübrigen. / Dem Menschen steht der N'ensch am nächsten, wenn auch Liebhaberei mancken unseres Geschlechtes mit Pferden, Hunden, Hatzen und sonstigem Gcthierc naturwidrig mehr in 'Verbindung bringt als mit vernünftigen Wesen. Der Umgang mit M mschen und die Thcilnahmd an ihren Freuden, Leiden rnd Lebenskämpfen find hauptsächlich die Faktoren zur Gcmüths- und Charakterbildung. Das habe seine vollste Anwendung auf dah Lesebuch, las uns Stoff aus dem Leben de; Menschen mit seingr Tugend und seinen Verirrungen, sein an Hoffen und seinem Fürchten, seiner Prosa wie Poesie, liefern must. So wird das Lesebuch ein LebcnSbuck, ein r uch! fürs Leben, unb in oi scr Beziehung ein treffliches Lehr mch. DaS Lesebuch werde dtm Sckülcr ein Spiegel seines zukünstigen Lebens. —j Durch den Leseunterricht werde der Geschmack am Schönen gebildet, und der Schüler in dieser Beziehung nicht nachlässig gemacht. 'An seinem Lesebuche s >ll der Schüler die saftigen, .heilsamen Früchte von den wurmstichigen, wie auch von Giftpslunzen unterscheiden lernen. iWenu aber daS Lesebuch Nichtssagendes, QberflächlichcS, Plattes und Zleiß zur Schau trägt., wsc jfoU man da s ordern, daß sie sich von den geschmack- Jugendschristcn, davon der Büchermarkt Alltägliches mit von der Jugend losen und seichten überfüllt ist, abw mde? Um aber den Geschmack zu bilden. muß der Lesestosj wir nunmehr dii bctracktcu liefern und dieses Material muß gründlich isind allseitig bearbeitet werden ES ließen sich über den vorliegenden Stoff noch mehcre allgemeine Gesicht« Punkte zur Sprache bringen, indeß wollen Hauptmomenlc des guten Lesens näher (Fortsetzung folgt.) in der Schule daS geeignete Material dt a cb r i «h t e tu . Aus Rheinheffeu. Bei den nculscken Gcfncindcrathswahlen wurde in Alzen der allgemein geachtete Präses der jüdischen Gemeinde, Herrn Simon Maner mit weitaus den meisten Stimmen (von den übrigen Gewälsttcn) gewählt. In Worms wurden «i Gcmeindeiräthc gewählt, wovon drei Juden. Die Jahl der donigen Juden, verhält fick wie 1 zu 10; unter 18 Gcmeindcräthen sind nun 8 Juden,.also U 6. i

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