Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 2 (1862)
- Issue
- 1 (15.1.1862)
- Date
- 1862-01-15
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 finantcr verglichen bat; wer endlich über die Wurde und den Werth des an die Spitze unseres Aufsatzes genannten Faches, nqchgcdacht hat: Ter wird ohne weitere Einleitung über unsere Absicht und den Vorwurf dieser Abhandlung nicht im Zweifel sein. * - Tie vermehrten Ansprüche an die Schule her Zuwachs von Lcbrfachern, welche der Fortschritt^erheifcht — und anderseits, eine Partei, sö ihren Fortschrittim Mückschritt predigt, haben Beschränkung der Lehrfächer^und Vermengung derselben als. das einige und alleinige pädagogische Ziel proklamirt. So sehr die Fromtuen über das: „Eins in Allem nnd Alles inbincm,“ der. philosophischen Ketzer sich erbosten, in der Pädagogik tn der Schule sind sie sc starke Anhänger des-gefährlichen Lehrsatzes, daß sic das „Alles in Gins" bis zum „Allcs in Nichts" vereinfachen möchten. Kein Lchrgegcustand hat das. mehr erfahren, altz das liefen, nnd die Lewbückcr und Lescschnlcr legen davon ein getreues, recht trauriges Zcugniß ab. Tie Lehrfächer sollen durch einander.gelehrt werken, dLS vcsebach soll Alles bieten,; den Anschauungsunterricht die Sprache, die viaturgcschickte, Geogravhie, Aufsatz, lnrz Alles. Dadurch unterliegt die Herren, ihre Kraft bricht und sie wird zur Sklavin,. Dadurch wird das Lc'cn so gleicht, es tlt keine Kunst mehr, und aus ihn: czitflieht Ge "danke, Schönheit nnd bildende Kraft, cs'sinkt zn einem geistlosen Mechanismus herunter Das Lesen soll allerdings nur ein Mittel zur allgc meinen Bildung abzcben, ao»r «in Mittel, das zugleich übet fit unc itit Pädagogik Kitte fernen Infsrjict anf trrt Rumen einte SBiffeuietaf:. | — Ucber ein unc cuffelhr Buck, wie ritlcrlci Krtfieilr! Hfcer sind da» fRecenientei , weicht das -läuternd- ^Geschäft der Uiink zur feNen Bi blerei berubwürdizeu . oder. ükleffer, «ie, noeil fit geistig imsoter i ftr.C sich mit fraßgieeizen P.^iien und ric mül'fetizen Arbeiten Lnteree maäin, um Dock wenigstens c,e Kreudc zu t>«l»rN rit Welt mit Jeklcrn, unri äktl sei de: uns! mir Schützen gewittert r Idrreligiofität zu beglücken-l Da ün: sic doch Etwas.'. Di'mackt ein I Löwenstein üinwüre, --i er will las Iudentbum -retten.' E-ri Louis Weyi mach: sich dre!. kstist würo« mau ja nichts von i:-p> rtrnöl'men, und. jo ein Lickt cars cgck dcr RackwcU nickii rrrri-ttälren bleiben. Dcr macht gar buncereioou vebrern tn Isract unzureebnungssälug, denn er ent deckt - : -i Eikans tÄefchiälk, djc in tausend und aber taufend Händen ist er entdeckt, nach dom. Erscheinen der fünften Auslage, da«: das LrUrtte Werkchen unjüd:sch ist Lolcke Enrtkckunztn machen Ausseben. es fiod las lietrrLte Srrcfien zur Leiter der Empscblungen. H«rr öikan wird fc serntnsliz fern und fchwciz«a;'Hrrr ltr Heckt hätte den I. Löwensiiin, cher beiläufig gljcrgr ntchr Lelbrir efi, und dir Pädagogik mrt dcr E>.e viiüti las Leid anlläin können, tl»i unbeachtet zu taffen. Wenn frlcher Urtbcil den -Lebrnssadon 'eines Buches abbinden kann, ' dann ist es auch ntchr lebensfähig: tssldsmtkh sagt: Dir größte Schmerz eines Skrtöeruen ist Nichtbeachtung. Wir baten sbrcr^ bter vielleicht zu riet gedacktck Tie Febler nebmc man nie zu Heizen, aber ICn die wabrcu Adrabamiltu zeigen Nachsicht uub Eilligkeit. b'ur vll t»>i -.»»»!- | den Zweck in sich bergen soll. Mittel und Zweck fallen j zusammen, mit und an der Erweiterung d s crstcren! reift der letztere, beide schreiten in. paraleller Richtnilg fort, i Lesen heißt daher senken und empfinden, des SchristsicUcrs i Gedanken und Gefühlen aus den stummen Zeichen herauolesen. Unser Fach ist daher die Seele der Schule, die Kunst zu lesen das allgenieinste und wicbtigste Bildungsmitlcl. WaS auch die Fachwissenschaften Schönes und Wahres bringen; was die schöne Literatur zur Unterhaltung und Belehrung als geistige Nahrung nutz bieten mag:-erst da d»rch, daß wir es gut lesen, kommen wir zum Vcr ftändniß desselben nnd machen es zn unscrm geistigen Bc-! sitze, so wie umgekehrt das Vcrständniß erst zum guten : Lesen führt. Daher mögen unsere Kollegen, besonders die ' jüngeren, da sie noch ein so weites Feld vor sich haben, da! ihr Geist noch biegsam ist, den wohlgemeinten Wunsch 1 nicht als schulmeisterliche Anmaßung binnchm n, den Wuiftch,! daß sie fort und fort an ihrer gciftig.n Ausbildung arbci . tcn, die Kunst des Lesens als eine sehr hohe nnd schwere betrachten und-üben, um dcS ersten und nolhwcndigstrn Mittels zur geistigen Ausbildung nicht zu cnldc'-ren, möchten sie dann diesen Wunsch auch,aus die Schule übertragen . mit der Devise: ,.Immer mußt du weiter geben, Rlmmcr darfst du stille sieben." Zn diesem Wunsche mit der in ihm wurzelnden, sich ihm anschleßenden Aussorecrnng wird jeder gedrängt, der einen Blick in die Schulen geworfen, das gedautenlofc Lesen (zum Zeitvertreibe) dcr meisten Menschen beklagt, dcr nach , einer von einem Künstler gut ausgcsührten und gesprochenen Rolle aus einem Meisterwerke unserer.Klassik weise und bescheiden genug ist sich zu gestehen: Wie oft habe ick das Stück gelesen und nicht verstanden, trotzdem ich die Sätze fast ausivendig kann; ich fange jetzt erst an ihn.zn ver^; stehen, ihn zn genießen. Welche herrlichen Schätze gehen mir dadurch verloren, daß ich nicht jo lesen, so sevcu, so betonen kann, daß. ich leider die Kunst, richtig zn lesen, : unterschätzt habe. Vielleicht findet mancher Lescr unsere Darstellung übertrieben, wohl gar lächerlich;, das soll uns nicht irre machen unsere (folgende) Behauptung frei aufzustcllen: dadurch, daß man von vielen Seiten daraus hinarbcitet das Lesen so schnell als leicht abzufertigcn, um die Lcjcstnnde im Dienste anderer Fächer, besonders der Realien zu verwenden und abzunutzcn, stellt die Schule keine guten Leser aus, i und auch bei allem Anderen bleibt es beim oberflächlichen! Haschen und Raschen. Die Schulbildung erzielt ein veri flachendes Sammelsurium, das schnell verfliegt, — in keinem