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Der israelitische Lehrer · 1862-01-15 · 1 (15.1.1862) · p. Seite 2

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
2 (1862)
Issue
1 (15.1.1862)
Date
1862-01-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 erfahr-'nften, > ie lleberzeugung aussprachen: daßvicle Lehrer in Israel füi höheres geistiges Streben den Sinn eingebüßt hätten^ daß ne geistig gedrückt und theilwoise verkommen waren im All! agsleben : daß ihre Apathie selbst die wenigen Kreuzer für :ic energische .gemeinsame Vertretung ihrer Interessen nicht anfbieten würde. Wir konnten, wir dursten und w »Uten das nicht glauben. O mein Gott, sollte .der höchste un? heiligste Menschcnberus, der Umgang mit und die Bildung der frischen, strebenden, leuchtenden und sich entwickeln! en Kindcrseelcn nicht'so viel Wirkung äußern auf die Geiste' gebildeter.iviänurr, daß sie sich emporbalten können über ^en Sumpf des Alltagslebens, um belebende Ideen aufnebchcn und zu verarbeiten? sollte die Frisch« der .Eindergcifter sticht befruchtend ' und veredelnd wirken auf ' -die Lchrerber;>üi, daß sie trachten sich Zn erfrischen am Berne kcS Lebfus? Sollte der Fortschritt, den sie dervor-! rufen, der ihnen vor Augen steht an jedem ncucn^Morgcn, nach einer jeden vollbrachten Lehrstunde sie nicht zu fort- ' schreitendem Streben, zu aufopfernder Begeisterung, zu Hoffnung und Vertrauen anregen, taff'sic, der Jugend gleich, leuchtenden Auges binauSblicken in die Ralur hinein in die beschichte Israels und ecr Menschbeil und hinaus zu Gott dem Hüter Israels, der nickt schläft und nicht schlummert'. Daß sic nickt müffig die "Hände in .len Schoost legen, sondern cmsig'milbaucn und helfen, wo es gilt das Gute zu Unterstufen „mit Kraft uns mit Muth und mit ausdauernder Hingebung!'" Sollten sie endlich nicht Standcsehre, Liebe cum Berufe. sich erhalten haben, um an und niit demselben zu wachsen? ' Der Eintritt ins neue Iabr ist geschehen. Wir er- : freuen uns rer uns gewordenen geistigen Mitwirkung der besten-und erfahrensten isr. Sckulmänstcr Deutschlands. Aber es ist nun einmal so im Leben. Mit der geistigen Hü!se must auch die materielle gleichen Schritt halten.' Die Lehicr müssen erkennen, wie sthr einffefche-s Organ uns Roth - rhut, welch befürchtender Samen ausgestreut werden kann durck ecu Blatt., das ihre Sack>e und dir Sache die der Sckulc, die Sacke der Bildung, der Humanität und Reli-j giofstät als sein Heiligstes betrachtet und zui'ördecm beabsichtigt. ' Es ist ünläugst schon cnun'al in kiesen Blättern aus; gesprochen worden, und cs kann leider nickt verkannt werden,, rast, obwebl im Allgemciuciz die Schule, sind insbcsoudür: die jüdische gegen frübereinc - ganz andere ist, vic geistige Regsamkeit unter een jüdischen Lehrern abgenommcn bat! — Warum und wieso? — Sie sollen, sie müssen wieder die geistigen Lichtträger werdeu. Darum, wir wolleu nickt verzagen. / Aber, wir gestehen es offen, damit iiN'erc Freude danach wirken; unser lliitcrnehmcn erbcisär von nnS mate'iclle Orfer. Wik errvarten keinen Gewinn. Aber, wir sind doch nicht im Staude, diese Opfer fort und fort zu tragen. Wenn die Betheiligung au unserer Zeitschrift nicht eine zahlreichere wird, müssen wir an ihrem Forterscheinen verzweifeln Dies die Mahnung. Wollen die Lehrer eine Vertretung ihrer Interessen, wollen sie eine Verbindung, eine Verbrüderung anbahnen, wollen sic wachsen in der Erkcnntniß, in der öffentlichen Achtung, wollen sie sich einander über ihre Rechte und die Wege, sie zu erreichen, belehren, so müffen sie dies durch eine recht zahlreiche Betheiligung an diesem Blatte erweisen. Wo nicht— nicht. Und nun noch ein Wort — zur Aufklärung. Ein sehr edler und würdiger Eollcgc schrieb uns unlängst: „Sie haben Ihrem Blatte, inmitten des Streites, der jetzt die israelitisch-religiöse Welt bewegt, eine Partcistcllnng gegeben, und das scheint mir nicht gut gcthan. Wenn auch die Religion in unserem Volke das vorwiegende Element ist und sein soll, und daher schon in jedem isr. Lehrer ein halber Theologe steckt, so braucht deshalb ein isr. Schulblatt doch noch kein theologisches •) zu sein. Es thut vielmehr dem jüdischen Lehrer wohl, wenn er aus den unangenehmen Eindrücken heraus, welche das Lesen der übrigen isr. Zcitunt Streitschriften, die ekelhafte Art der dort beliebten » Slrcrlführung in ihm zurückläßt, auf ein neutrales Gebiet sich begeben kann, wo alle Parteien in der Erkenntniß des heiligen Zieles fick imfrenndschastlichen Austausche der Ideen begegnen. Die Schule "ist ein solches neutrales Ge > biet" k. Weiter unten sagt er : „Ich verkenne die Schwierigkeit-durchaus nicht, auf diesem Gebiete eine neutrale Haltiuig stets zu bewahren, aber möglich ist's doch L Ein solches Blatt muß ein freier Sprechsaal für alle Parteien sein"*) und die Redaktion muß stets über dcnsübcu stehen, dieses in ihrem Programme offen aussprechcn, und darf nie für oder gegen eine derselben austretcn, sondern muß ' in ihren Arbeiten sich durch diese gefährliche Klippe -stets hindurchzuarbcitcn wisicu " Als Grund gelten unserm geschätzten Herrn College» weiter nicht allein die Ansichten, sondern auch die Bcrhältuiffe als Schochtim, als Lehrer unter orthodor.n Rabbincn u. f. w." Es isi etwas Wahres in dieser Anschauung; aber eS ist eine nicht allein schwierige, es ist zugleich eine traurige 'Aufgabe, die uns der geehrte Schreiber hier stellte. Wer aber in aller Welt wird, wenn er ein zeitgemäß gebildeter 'I Lvils auch nirbt icm. . Die :Kct. **) Und da» ist ti, tu Bestehung auf die Lckiile gewiß! Wem bärcen wir noib das freie Wort versagt? 'Aber wer bat sick an an» aewentei? Wen« unsere borresrondenten der Reform bulvigen, bätre« wir dann emen soliden svrerbsaat. wenn wir ihnen das Worr MIiöacn r Die Red.

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