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Der israelitische Lehrer · 1861-11-15 · 14 (15.11.1861) · p. Seite 110

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
14 (15.11.1861)
Date
1861-11-15
Page
Seite 110 (sequence 6)
Language
German
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11U lers und Gebens müssen mir kcch gestehen, daß uns die Nachricht von seinem Tode tief schmerzlich, bewegte. Er war der leibhaftige ewige Jude der jüdischer! Literatur im Kleinhandel, der wandernde Bote, der. hier und dort sich einnistete, und so als Vermittler geistiger' Produkte überall Eingang fand. Er mag in seinem späteren '.'eben wenig heiterer Stunden sich erfreut haben. Immer thätig, ohne, Rest und Ruh, ohne eigentliche Heimath bewegten sich die Tage seines Gebens mit nur wenig heiteren Sonnenblicken - dahin. Er hat kiun eine Heimath, rer müde Wanderer. Sanft ruhe seine Asche. M. Aus Baden, 25. Cctofcnr. Seit einiger. Zeit beginnt es auch in unseren jüdischen Kreisen - sich - lebendig zu regen. Ueber 50 Jahre lang hat matt es nämlich geschehen lassen, daß Tausende von Armeiigcltern auf die unzweckmäßigste Weise erhoben uur verwendet wurden. Endlich kommt unser Gr. Oberrath zur Besinnung, reckt diese Schären in einer meisterl^aft abzefaßten „Darstellung" *j selbst auf und' macht herrliche Pcrschläge zu ihrer Heilung. Er will diese-Gclrer auf einfarl'erem Wege gehoben unv dazu verwendet -wissen, die Seminaristen in ihren Studien :u unterstützen, rie-Gebatsc der Lehrer aufzubessern, Wittwen und Waisen derselben zu versorgen re. Gewiß würden riese'Vorschläge-im ganzen vaiite die.freudigste Sensation erregt, man würde sogar für riesen eceln Zweck gerue mehr "bewilligt haben,, als bislwr gezahlt wurde, hätte man nichtden Pferrefuß zu frühe sehen lasten. Gleichzeitig ging nämlich voll' einem zu jtcküsruhe -sich bildenden Privatvereine der von dem leitenden Mitglieds unseres Oberraths protegirt.wird, ein-Rundschreiben au alle Crte ree Lances uur fordert Beiträge zur .Erhaltung Zeines gewissen Instituts zu Weiuheim an der Bergstraße, das j seit weuerer Zeit den Charakter eines Lehrerste miliar S angenommen hat. Dorthin also sollen die für Seminaristen bestimmten- Unterstützungsgclrer fließen. Dir sollen also mit den Lehrern unsere ganze künftige Ger j neration-einem Institute überantworten, das von unbekannten > rzur Leitung eßnes Schullehrerseminars', wie es die jetzige j Zeit verlangt, .jedenfalls ungeeigneten R.) Privatmännern I erhalten, geleitet und beaufsichtigt wird, das heute gut, mcr- > gen schlecht sustentirt ist, das also nicht die geringste Garantie i irgend einer Lebensfähigkeit darbietct. Gegen eine üscamotage zum Bcrtdieile einer solchen ephemeren Erscheinung wehren sich unsere Glaubensgenossen aller Parteien. Tenti als Barenser sind sie zu klug, als Deutsche zu redlich und' als Juden zu fromm, um solches Gebayren zu unterstützen. Die ächte und rechte jüdische Frömmigkeit lebt für ras Lebende unc Lcbenbringenre. Es bat sich rahchim> ganzen Lande eine Agitation gegen die Art und Weife gebildet, wie mau unter dem Vergeben schöner Ziele, Nebenzwecke verfolgt. DieseOAgitation hat schon aus dem Norden und Südeu Badens sehr beredten Ausdruck in der „Badischen LandeSzcitung" gefunden; sie wird sich, bei unferm jetzigen Mini« fterium dafür, wie für noch manches Andere, Gehör zu verschaffen wissen. Allein, wozu wir.die entsprechenden Organe auffordern möchten, ist, den Nebenzweck zu bekämpfen, aber deshalb das Hauptziel nicht aus den Augen zu verlieren p die Seuiinaristen zu unterstützen u. s. w. (F. I.) (Was von dem Charakter des obengenannten Institute, einem Sprößling der Hirsch'scheu Schule in Frankfurt a.M., dessen Schwiegersohn — der I)r. Plato—Vorsteher dieses Instituts ist —. zu erwarten steht, zeigt eine Annonce im Frankfurter Journal, wo für jene Anstalt für „israelische" »tnaben ein „christlicher" Lehrer der Mathematik und der neueren Sprachen gesucht wurde. Was sollte das Ephitat „christlich" bei einem Lehramtc für . eine Schule der Finstcrniß, der Hhperorthodoxie, des Fanatismus und Zelotismus'? Aller Wahrscheinlichkeit nach hat man keinen jüdischen Lehrer der gesuchten Farbe, „kohlschwarz oder schillernd" gesundcu, der die entsprechenden .Nciintniste*) mit obligatem Tallis und Thephilliusack von Morgen bis Abend vereinigte. Männer von guten Keuntuiste» brauchen ihre Zeit, und lasten sich zist so niedrigem Heuchelkienste nicht gebrauchen. Einen Cbristen kann diese Farbe nicht kümmern; von ihm kann das nicht gefordert werken; er giebt kein böses Beispiel; er wird das Bewußtsein seines sittlichen Werthes, die klaren Begriffe über das Wesen der Religion nicht aufzugcben brauchen, wie ein Jure beim Eintritt in solche Anstalten müßte. — Dabei gewinnt man sogar noch den Schein der Frcisinnigkeit. Wir sind gewiß weit weniger ängstlich über die Aufnahme christlicher Lehrer an jüdische Anstalten, als Hirsch und Conscrtcn. unk man wird uns sicher glauben, wemst wir sagen, daß wir mit Sehnsucht den Moment herbeiwünschen, wo christliche Lehrer an jüdischen Anstalten, unr^ jüdische an christlichen Anstellung finden. Aber, solange letzteres noch nicht rer Fall ist, halten wir es für eine Forderung des Selbstbewußtseins, einen Akt der Ncthwehr und der einfachsten Gerechtigkeit, wenn jüdische Anstalten vor Allem die Juden berücksichtige», ulik so lange nicht unbedingte Nothwendigkeit vorhanden ist, keine Christen anftellen. Man wird uns dies gewiß nicht verrenken mir uns-rer Intoleranz zeihen. Tie Intoleranz ist nicht auf unserer Seite. Es ist übrigens mehr als merkwürrig, was man, gerade in neuerer Zeit, den deutsch-israelitischen Lehrern zu bieten wagt, und was diese nicht allein gerulrig hinnehmen, sondern theilwcise dabei sogar noch eine Rolle *I uiiscre jctäpt:!:. iftitr. au3 l’JJaNn um 3u>k„d»»q tu-it« Hkkciisrückr. 'Die Rcdakric ». *) Gkmaranigun. Ruch Hirsch'schkr Auffassung auch

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