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Der israelitische Lehrer · 1861-11-15 · 14 (15.11.1861) · p. Seite 109

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
14 (15.11.1861)
Date
1861-11-15
Page
Seite 109 (sequence 5)
Language
German
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.109 die Abneigung der Lehrer, ihre eignen Kinder oder auch nur andre dem Lehrerstand znzuführcn, erzeugt — wie denn, durch andere Faktoren mit erzeugt in ganz MittMranken weder ein Seminarist noch rin Schulamt-kandidat »achkommt und sich viele andern Thäligkeiten zuwenden, — aber darum müssen Sie jedoch nicht meinen, eS hätte dies Alles auf die treue Pflichterfüllung der Lehrer verderblich eingewirkt. So tief sind wir den» doch nicht gesunken. Die Lehrer widme» ihre vorgeschriebne Zeit, gar oft noch darüber hinaus, ihren Schulen, unterrichten mit Eifer und gehobner'Selbstüberzeugung die großen Lehren unsres GotteSglaubens mit seinen HilsSkenntnissen, suchen ihre Schüler für'daS bürgerliche Leben brauchbarer zu machen, überall durch gute formelle Bildung einen elementaren Grund zu legeu und haben sich die Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten und der Eltern, der Achtung des Volks und aller Gebkldeten zu erfreuen. Sie verkehren mit ihren christlichen College« auf ganz gleichem Fuße und nicht selten werden ihre Federn bei allgemeinen Angelegenheiten,'wie bei Abfassung von Petitionen rc. in Anspruch genommen. Bei solchen, das Interesse deö Schullehrerstandes im Allgemeiner! betreffenden Fragen gehen isie mit diesen. Wegen der uns noch besonders drückenden Uebelstäude — z. B. im Betreff des Nachtheilö, in welchem sie sich bei bloßer. Baarbesolduug gegenüber den christlichen Stellen mit Naturalbezügen, Dienstgründen rc. befinden — haben sich die israelitischen Elemenrarlehrer Mittelfrankens in einer ausführlich motivirten Eingabe an die allerhöchste-Stelle gewendet und eine ziemlich günstige allerhöchste Entschließung erhalten. Auf Grund dieses und eines andern Erlasses hat einer derselben, als alle Vorbringungen bei der Gemeinde fruchtlos waren und, selbst die in dersclbigen Gemeinde in Treue geleisteten 30 Dienstjahre und eine zahlreiche Familie keine Sinnesänderung bewirkten bei der allerhöchsten Stelle einen jährlichen Sustentationsbeitrag von 50 fl. durchgesetzt. Schließlich sei hier noch von einem Umstande Akt genommen, von dem unsre oft etwas zu stolzen Collegen nichts hören wollen, nämlich ---von de» Geschenken. Diese Geschenke, richtig angesehen nur Ehrengaben, welche der reichste Pfarrer und Schullehrer, ohne im Mindesten dadurch an Achtung zu verlieren, zu Zeiten anniinmt und erhält, und welche einein Hauswesen gar gut zu statten kommen, sind bei uns noch hie und da.i» Gebrauch, aber sie haben leider oft mehr den Charakter eines Almosens nach Umfang und Art der Darreichung. Hört man nun unsre Gemeinden über derlei und was sie überhaupt in solcher Weise thun, sprechen, so verschwindet das, waS „bei sie" geschieht, als winzig und herzlos. Schreiber dieses kann aber aus langjährigem und nahem Umgang mit Hunderte» von christlichen Eollcgcn versichern, daß diese Geschenke in Wahrheit sehr bedeutend sink. Gar Viele leben den größten Theil deS Jahres mit ihren Familien von dem, was sie an Schmalz, Milch, Eier, besonders Fleisch rc. von ihren Gemeindegliedern auf ganz ehrbare Weise geschenkt und ins Haus getragen bekommen, ja viele erhalten solche Mafien, daß sie noch davon verkaufen. Daß den meisten christlichen Schullehrern ihre Dienstgründe unentgeldlich von den Bauern rc. bestellt werden, ist landeskundig. Wer sind'da die -|Dn '•SlOySyC npTsn? Doch brechen wir ab von diesem; man könnte uns in jüdischen Kreisen der Habsucht oder gar der „Schmutzigkeit" x beschuldigen und sprechen wir von; etwas Andrem -tim nach, sten Brief. . Ihr freundlichst grüßender 1 \ R. E. Märk. Rekension. Rede bei der Cinweihung>der Synagoge zu Cöln. t Von I)r. Schwarz, Rabbiner. Wie alle Reden dieses Hejrrn zeichnet sich auch, diese ganz besonders durch einen gehobenen und doch verständlichen Styl, durch geschmackvolle Verfechtung und sinnreiche Anwendung von Bibelstellen, sowie, durch Abgerundctheit und logischen Jdeengang aus. Tie Predigt ist sohin sehr zu empfehlen. — Insbesondere sprach uns das herrliche, ganz deutsche Weihegebet qn. Das! ist, (so wie überhaupt der ganze Weiheakt sich fast durch nichts von den ähnlichen Akten in Mainz, Frankfurt rc. also i» den. der Reform angehörigen Synagogen unterscheidet) die bedeutsamste Concessien an die Zeitidecn, ein sicherer Beweis, mß deutsches Gebet, Predigt, deutscher, sowie hebräischer gemischter Chorgesang als Gebote der Rothtvendigkeit^ch auch für die strenge Orthodoxie geltend machen, und sie, will sie epcn einmal auch in officiellem Gewand erscheinen, wohl in Aorten, aber nicht in Thatsachen den Anforderungen der; Zeit auswcichen kann. Wir freuen uns doppelt, daß Herr -I>r Schwär; di^s erkennend, vor deutschem Gebet nicht zlzruckschrecktc, und diesen Anforderungen Rechnung trug.!Sein herrliches Rednertalent würde auch in der herrlichsten Synagoge, die aber allen Anforderungen der Zeit unnäihsichtlich entgegcnstrebt. nicht an seinem Platze sein.! , Nachrichten. " Binrnhrim. Der bekannte Vitcrut K. .'ticin, Herausgeber des jüdischen Volkskalen wrs, Mitrcdaktcur der isrgcl. Wochenschrift ist am 25 Octrber zu Wormö in einem Gasihofc gestorben. Trotz mancher Schattenseiten seines Charak-

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