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Der israelitische Lehrer · 1861-11-01 · 13 (1.11.1861) · p. Seite 102

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
13 (1.11.1861)
Date
1861-11-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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in sein HauS rechtzeitig durch den nur dem einzigen Souverain , dem Parneß unterstehenden Schamefch, gebracht wissen. Er wollte nicht mehr des-reichen Jtzig Mosesle ob seiner Unarten straffrei ausgehen kaffen, und des Schuhputzers schlecht gekleidetes aber klugäugigee Knäblein dafür in harte Strafe nehmen, was ihm kein Mensch gewehrt hätte: ja' so ein Lehrer lief gleich, wenn sein Schulzimmer nicht rechtzeittg geheizt war, ins Pfarrhaus, und schrieb, wenn ihm die Leute ob der.harten Züchtigung der Kinder' — was man immer ihren flachen Händen oder wenn man -anderwärts, an verborgne» Crten visitirt absehen keimte — in die Schule zankend kamen oder wenn man ihm den Gebalt Nicht rechtzeitig lieferte", mir nichts dir nichts ans Landgericht und brachte den gestrengen Herrn Cultusvorstänken Verweis und Exekutionen über dhi Hals. Ja, ja! -kätz. Alles und noch viel Aergeres geschah und wenn die Gemeinteglieder über Land miffammen gingen dder mit benachbarten Gemeinddgliedern zusammen tra-, fen, tft fanden sie kaum Zeit von .ckreS Gleichen Fehler und LündSn sich;u erzählen, matzen. die Aufführung ihrer neumckischen und bösen Lebrer ihre Lungen und Zungen so in ^Anspruch nahmen, daß sie fast das Ziel ihrer Gänge erreicht hatten, ehe' sie noch-die Hälfte alles Geschehenen mit Beigebung ihrer frommen Wünsche und ihrer Flüche an den Mann gebracht hatten. Das Alles ist. nun anders geworden. DaS Schulwesen ist geordnet und im Gang;.Gemeinde und Jugend befinden sich wohl dabei; ^aH Opposition ist aüfgegeben. Die wenigen Bezüge, um welche die Lehrer sich oft Jahre lange abstreiten und die Hilfe rer 'Gerichte beanspruchen mußten, die ibrren, weil sie im Rechte wärest. überall.mit Nachdruck zu Theil wurde, fließen regelmäßig;:.mit den religiösen Observanzet hat sicks anders gestaltet.' Die Gemeindeglieder gehen weitet als die Lehrer und neunen seiche Lehrer, welche strickte allem Hergebrachten in dem religiösen Leben huldigen, Finsterlinge rc. Wie jetzt die Hvperorthcdoxen in rer Synagoge alles fas, was sie sonst als 2^1 Hlpl“! verschrieen, wie deutsche! Predigt, Chorgesang rc. für' sich ick Anspruch nehmen, so in utngekehrter Weise die Gemeinden. Was den Lehrern den Börwurf der Neumctischkeit zuzcg, das Ist jetzt selbstver- : ftändlich und ein.überwundener Standpunkt. Nicht die Lebrer; haben sich, besonders die älteren, geändert, sondern die Ein- - sichten des Volkes haben an Umfang .gewonnen, die Zeit und . das ^eben babeu ihre Rechte geltend gemacht. All deffen wollen wir uns anerkennend freuen, Trotz all rem gedenken \ wir oj&er rem jüdischen Schulwesen, und seinen Lehrern keine j Lobrede zu halten. ES ist vielmebjr, mit Betrübniß sagen : wirs, ein Rückschritt zu bemerken chnr rer besteht voniehmlich . darin!: die Lehrer, haben die Berufsfreudigkeit, die weiland so > hohe Begeisterung, renMuth gegen irgend etwas Mißliebiges,; Ungebührliches mit Ernst und Energie anzukämpfen und ihrem;; I - .! , Berufe und ihrer Fortbildung ein erhebliches Opfer zu brin-! gen, total eingebüßt, und das in ihrer großen Mehrheit, j Eine harte Anklage das! Aber sie ist HU1JD wahr. Ein i Beispiel für Viele. Kamen in den dreißiger Jahren Lehrer ' zusammen, und sie kamen oft und bei dem schlechtesten Wetter { zusammen — ihre Feinde nannten solche Tage boshafter Weise "flHA-Tage — was gab« da nicht Alles zu reden, zu! fragen und zu diskutiren! Wie sprudelten da die Herzen und der Mund über ob der anzuwendenren neuen Methode, '• der Lehrplane, der gemachten. Erfahrungen, aber auch des : Ratherholens ob der bereiteten Hindernisse in dem Wirkung«- i kreis. Petittonen über Schul- und verwandte, oft Cultusfra- ' gen, welche dazumal die Rabbiner selbst nicht betasten wollten ' und betasten ließen, wurden gefertigt, unterschrieben und bei j den Behörden eingereicht, nicht ohne Erfolg. War dies und noch viel Anderes geschehen, so hatte man noch einen Rath, eine Gabe für einen fernen College», oft aus dem Auslande. DaS Alles ist fast vorüber. Vergeblich waren des Schreibers j Versuche seit Jahren, derarttge Eonferenzen, trotz erleichterter! Communicationsmittel, wieder zu beleben, und der Versuch, , eine große Versammlung sämmtlicher mittelfränkischer Lehrer im vorigen Herbste zu Stande zu bringe», ist im Keime zu Nichte geworden. Die Herren in der Stadt kennen die. dcrmalkge Lage der Landschullehrer nicht. Sie, die an nichts Mangel leiden, meinen, so etwas Präsidenten- und Schrntführcrwählen und Reden halten, was für sie eine kleine Erholung wäre, ziehe die Lehrer^schon an, und sie würden, gerufen, zu Haufen kommen. O nein! ihr Herren! nicht einmal eine praktische Frage, die Anfertigung und Unterzeichnung einer Petition an die Kammer oder das Ministerium lim Gehaltsaufbesserung zog mehr an. und von speziell Eingeladenen erschienen nicht ein halbes Dutzend. Woher riesq Lethargie? diese Gleichgiltigkeit gegen eigenes Interesse? Woher dieser Mangel der Begeisterung für das Ideale, für das Erhabene des Lehrerberufs? Ich will es mit wenigen Worten sagen: Es ist die allgemein beklagte, beim israel. Lehrstand dreifach'fühlbare Lebrernoth, der Mangel an rem, was das Leben mit seinen gesteigerten Anforderungen unerläßlich beansprucht. Das Einkommen eines israelitischen Lehrers von 300 fl. oder noch weniger —- wie denn V, der mittelfränkischen israel, Lehrer mit 150 fl. angestellt sind — hat ihre Lebensfreudigkeit getrübt und ihren Muth gebrochen. Sie müffen Alles aufbicten und thun es mit Erfolg, um nur vor der Welt ehrbar zu erscheinen und ihrer Achtung nichts zu vergeben. Wenn schon die Kunst nach Brod geht, so muß es ein derartig angestellter Lehrer noch mehr thun. Sie müffen Tag und Nackt arbeiten, jedem nur irgend wie ehrbaren Nebenverdienst nachjagen/uikd, eine Ausgabe zu einer solchen Reise mit mehrtä-

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