Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 12 (15.10.1861)
- Date
- 1861-10-15
- Page
- Seite 95 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4896751-5428754-5431968--0150-4896863- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1 95 — die Schreiber dieses alle an wohnte, und kein selbstisches^ eigennütziges Wort hat den rei,en Enthusiasmus getrübt, der nur aus dem erhebenden Gedanken fließt, für ein Höheres Opfer zu bringen. Und besonders bei dieser Versammlung, wo von Umgestaltung der Verfaffungsderhältnisse der JSraelitengemeinde der Pfalz die Red« war, und die Lehrer zur Aeußerung ihrer Wünsche geradizu aufgefordert wurden, da war eS wieder nur ein Wunsch, der die berufliche Hebuqg, die Uebernahme einer weiteren Verpflichtung betraf, der geäußert wurde! Kein Gedanke der Selbstsucht, kein egoistischer Hauch sollte die schöne Harmonie der Lehrer, unter einander — und in sich stören und beeinträchtigen.' Und so möchten dies: Versammlungen den Gemeinden ein Zeugniß sein, wie reg« das Streben der Lehrer für Kräftigung ihres beruflichen Willens ist, wie sie (was ihnen, weil man nicht mehr die alten Lehrer und Schuleinrichtungen hat, oftmals abgestritten wird^ insbesondere auch ihrer Aufgabe als jüdische Lehrer sich iewußt sind. Sie möchten einsehen, - daß auch dann, wenn der Lehrer, für seine äußere Stellung kämpft, es ihm immer wi«der nur mittelbar um die Hebung der . Schule zu thun ist, w:il nur der froh-gestimmte Mensch bei der fröhlichen Kindelschaar segensreich zu wirken befähigt ist. Was alles hier verhandelt wurde', werden wir in der nächsten Nummer, so Gott will, bringe». Wir müssen nur heule, von lebhaftem Danke erfüllt, darauf aufmerksam machen, daß die Versammlung unser Blatt als ihr Organ, als das Central- und Correspondenzorgan der jüdischen Schule in der Pfalz anerkannte, und Herrn Lehmann mit der Mit-Redaklion für die Pfalz betraute, der die Güte haben wird, das aus der Pfalz für uns bestimmte entgegen zu nehmen und uns zuzustcllen, sowie überhaupt i» unserem Platte die Jnteresien der jüdischen Schule in der Pfalz zu Zertreten.. ES haben sich dadurch die Aussichten für'unser Blatt, so Gott will, in vielfacher Weise gehoben. Und so rufen wir uiisern lieben Freunden in der Pfalz ein herzliches Lebewohl zu.. Am zweiten Pfingsttage in Kaiserslautern, da seyen wir unS wieder! Odernheim. I. Kl in gen stein. Düren, Neg.-D)! Aachen. In den ersten Tagen deS neuen Jahres wurde hier die erste Prüfung in der seit drei Vierteljahren ins Leben gerufenen israelitischen Elementarschule abgehalten. Die Errichtung einer Elementarschule verdient ebenso die öffentliche Anerkennung, wie die pomphaften und glänzende» Shnagogenweihen ihre ausführlichen Beschreibungen in öffentlichen Blättern. Bis Neujahr 1861 besuchten die iSr. Kinder der Kreis--' stadt Düren die katholischen Schulen des Ortes, die Mädchen nämlich die Ktosterschule. Den rastlosen Bemühungen des >eS Herrn Dr. Oesterreich, G emeinde zu vereinigen und Möge das Institut seine Präses des Synagogenvorstandes, ist es gelungen, die Kräfte der eine Elementarschule zu erzielen Lebensfähigkeit bewähren und jin>] Segen der Gemeinde gedeihen durch Frieden. Das Resultat der Prüfung -I— leider waren außer den Vorstandsmitgliedern keine Schülintcreffenten anwesend — war ein recht erfreuliches. Wat ten, bis dahin ganz unbebauten wf einem so vrrnachlässig- Felde, in so kurzer Zeit geleistet werden kann, hat der Lehre: I Wolff vollständig geleistet; denn die Kinder mußte'. als in den Religionsfächern (stßematischer Religionsunter' richt, Bibel, chebr. Uebersetzen) ginnen. Besonders verdient Hern Herr Wolff bei dem Uebersctzen auf rasches Fortschreiten als auf aus den durchgenommenen Uxb^r Kinder bei den Fragen in der R ligionslehre paffende Beleg' sowohl in den deutschen i uf den ersten Stufen becrgehoben zu werden, daß!>eS Hebräischen es weniger Gründlichkeit abgesehen hat: setzungsstoffen wußten die aführen. errichtete Schule Bestand überaus im Interesse der dige Realisirung des Planes ffenen Gotteshauses. T.- stellen in hebräischer Sprache anz Mit dem Wunsche, daß di haben möge, wünschen wir dem Gemestide thätigen Vorstande die bi« zur Erbauung eines neuen angenu vom würtrmdcrgischrn vermr, Sept. Emen schönen Zug können wir aus Freudenthal l erichten. Die isr. Gemeinde, de» Werth der Volksschule uubj Jeineä tüchtigen Lehrers erkennend und schätzend^ hat anS freiem Antriebe beschlossen, da ein Lehrer nur dann mit Freien in der Schule wirken könne, wenn er von Nahrungssorgen nicht gedrückt werde» ihrem Lehrer seinen Gehalt von 3lD fl. auf mindestens 500 fl. nebst freier Wohnung zu erhöhen. Möchte dieses schöne Beispiel in recht vielen Gemeinden nachgeahmt' werden. Stuttgart, 18. Sept. Der Gesetzentwurf .über die UnabhängigkcitSstelluug der staatsbürgerlichen Rechte - von dem religiösen Bekenntnisse, welcher von der Regierung selbst eingebracht und unterstützt wurden und her hauptsächlich zu Gunsten der Israeliten spricht, wurde mit gegen 1 Stimme (Frhr. St. v. Derlichingen) angenommen? Der Antrag der staats-, rechtlichen Commission ^u der Eingabe der JSraeliten-Versammlung zu Eßlingn wurde gleichfalls angenommen; der Antrag des Frhr».' i>. Schott, nelcher weiter ging, n.'ureC| abgelehnt. v; Wien, 12. Sep. Die Wiener Ztg. hat heute die Ernennung des außerortentlichen Professors vr. Weffcly zum ordentlichen Professor deö Strafrechts an der Prager UttU| versität publicirt. Esstt dies tie erste Ernennung eines ordentlichen Professors jüdischer Confessicn in Oesterreich. Wien , 18. Sept. DerÄusschuß für konfessionelle Angelegenheiten soll heute seine Arbeiten beendigen. Von den noch zu debattirenden fünf Paragr, iphen betrifft einer die Be-