Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 12 (15.10.1861)
- Date
- 1861-10-15
- Page
- Seite 96 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4896751-5428754-5431968--0151-4896864- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 96 < Nyfähigkeit der Juden. Die aristokratischen Elemente im Ausschüsse Huben sich mit den klerikalen verbunden, um gegen diesen EmancipalionSalt zu wirken. ' (Presse.) — -r- Im Jvsephineum, das bisher nur katholische Zöglinge a»fnahm, welche Bestimmung vom 1. Okt. an wegfällt, sollen unter den etwa über 200 zur Aufnahme gemeldeten 100 Israeliten sein. (F. I.) Wien, 26. Sept. Der vom Abgeordnetenhause zur Vorberathung der confessionellen Angelegenheiten niedergesetzte Ausschuß hat in seiner gestrigem Sitzung beschlossen, die politische Gleichberechtigung aller Staatsbürger ohne Unterschied ihres Religions-Bekenntnisses auszusprechen, und insbesondere das Recht, in allen Thcilen des Reiches Wohnsitz -zu nehmen,' bewegliches und unbewegliches Eigenthum zu erwerben, zu den öffentlichen Aemtern zugelassen zu werden, gesetzlich zu begründen. Bei der Abstimmung über riesen Punkt stimmten dafür die Ausschußmitglieder: Ift. Mühlfeld, vr. GiSkra, Schneider-, Baron Riese-Stallburg und Haßmann, dagegen: Bffchcf-Jirsik, Bischof Lilwinowicz, Baron.Pillersrorf, Abt Eder und Graf Belcredi; also fünf gegen fünf Stimmen, so daß die Stimme res Abgeordneten Vr. Lmolka, welcher in diesem Ausschuß als Obmann funzirt, den Ausschlag zu Gunsten der freisinnigen' Partei gab. Der Ausschuß wird morgen noch die Schlußpunkte beratbrn, und dann erst eine zweite Lesung des ganzen von I)r. Mühlfeld zu rekigirenren Gesetzentwurfs vornehmen. ' Es wird daher vielleicht noch eine Woche vergehen, bis rer Entwurf ans -Haus gelangt. (Presse.) tttien. Die Rcti;, daß unter 24 Secundär-Äerzten das Wiedner Spitals l 6 Juden seren, basirt auf'einer tendenziösen Umvahüheit, welche vor mehreren Wochen die klerikalen Blätter in Umlauf fetzten; diese wollten nämlich in dem angeblichen Umstande, daß. 16 Juden Secundär-Aerzte im Wiedner Spitald seien, die Ursache -der stattgehabten Consticte sinken und suchten dieselben als arts religiöser Intoleranz und Glaubenshaß entsprossen carzuthun. Gegenwärtig sind nicht mehr als 5 der 24 im Wiedner Spirale fungirenden Secundär-Aerzte Juden; zur Zeit der Commisft'cnssitzungen waren aber! nickt mehr als 3 jüdische Secundär-Aerzte im Wiedner.Spirale. Prlih, 18. Sept. In der ungarischen Hoskanzlei ist ein Israelit angestellt worden. Es ist, wie rer „Pestder Lloyd" bemerkt, der erste Fall, daß ein Israelit in dem Beamlen- Kindern, die oberön Gallerieen mit Frauen. Als nun gegen halb neun Uhr Morgens die ganze versammelte Gemeinde eines der heiligsten Gebete, das Keduschagebet, vollendet hatte, riß sich ein Stück Stukkatur der über der einzigen Thüre befindlichen Frauengallerie 1oS nnd fiel unter einem heftigen Getöse auf die darunter befindlichen Anwesenden. Ein Schrei des Entsetzens wie aus Einem Munde füllte nun den ganzen Tempel. Die im unteren Raume befindlichen Männer lebten im ersten Moment der Ueberzeugung, daß sämmtliche Gallerieen einstürzen und alle. 500 anwesende Seelen unter den Trümmern her Synagoge ihr Grab finden müssen; die auf der Gallerte befindlichen Frauen waren der Meinung, man habe mit Kanonen unter die Männer geschossen, denn des von dem herabfallenden Schotter aufwirdelnden Staubes wegen konnte man nickt gleich zur klaren Anschauung des Geschehenen gelangen und so war der Schrecken und die Verwirrung. unbeschreiblich groß. Man hörte nur daS Jammergeschrei Verzweifelnder nach Rettung und die beim Juden üblichen Schema-Israel-Rufe. Die Männer wagten nicht, gegen die Thüre vorzudringen, weil gerade über derselben der Einsturz geschehen war. Die Frauen trauten sich nicht herunter von den Gallerieen und mehrere der angesehensten unter ihnen schickten sich an von den Fenstern herabzuspringen. So schwebten 500 Seelen beinahe eine Viertelstunde lang in Todesangst, bis sich alles gefaßt und in den Synagogcnhof hiiiaiHgedrängt Harle, wobei viele der Herausstürmentcn zu Boteir geworfen wurde. Menschenleben ging zum Glück keins verloren. ' (Ddk.) Anzeige. Handels - Institut von Alb. Mayer in OTaliiz. (In Verbindung mit 2 Vorklasscn für Knaben von;V/, bis 10 Jahren.) Iias Winter-Semester beginnt k«iniieiidi>iWL)onnerstag den 10. Oetober im neuen Schill-Locale; Kmmeransgasse, links vom Cafe Otto, «— Näheres über Lehrgeld, tlanz- und Ilalb-Pensiou besagt das Programm, llücksichtlich der israelitischen Schüler wird auf möglichste Erweiterung des hebräischen Sprachunterrichts hingewirkt. Briefkasten. Herr Lehrer Ä. in A. in Mittelftanken und Herr Rabbiner Hr. I. K, in G. Erhalten, wird nächstens besorgt werden. Ich bitte dieHril Correspontenten, das Hebräische weit und mit deutlichcr Quadratschrift» zu schreiben, weil ich sonst genöthigt bin, dasselbe für den Trucker nochmals abzuschreiden.- . Lieber Sch. in S., B. in M., S. in F. bitte um Zusendung einer Liste sämmtliaer Pst. Lehrer. Bekanntmachung. Nachdem die Versammlung isr. Lehrer aus der bayr. Pfalz beschlossen hak, unser Blatt als ihr Orilatus einer ungarischen Regierungsbehörde. Aufnahme findet. I stau anzucrkenneit, und -Hru. Jstliaz Lehmanil für die Gsllrrireinlturi in einer Synagoge. Aus Veszprim! Interessen der Pfalz die Vertretung in der Redaktion wird rem Wanderer geschrieben: Am .5. r. M., t-ein jüdischen übernommen hak, ersuchen wir unsere geehrten Eor- Reujahrslage, war die hiesige Synagdge mit Andächtigen in respondenlen daselbst, demselben ihre Arbeiten zugängallen Räumen überfüllt, der untere Raum mit'Männern und lich zu machen. \ Die Redaktion. N.c^'cur: x! > ng.en nl in ^dernkcim (Otncinkeffru). — Druck und Hrrlag von (5hr. Fritlr. Will in T uruifta-ri. f