Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 12 (15.10.1861)
- Date
- 1861-10-15
- Page
- Seite 94 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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—J J — 94 — was er will, und wollen (in so weit seine Kräfte reichen) was er als wahr, recht und gut weiß. Tie .Sonne weicht eher aus ihrer Bahn als er vom Wege des Rechts und der Wahrheit in die Maulwurssgänge der Heuchelei und Kriecherei vor denjenigen, so Gottes Stelle auf Erde einzunehmen trachten. * —' Und nun, lieber Lehrer! frage an bei den College» nach der Gesinnung und laß leise den Charakter antworten in der That, durch Berufstreue und Aufrichtigkeit gegen den Amtsbruder. Frage leise nach. ' , T.! Recensiön en. 1. Leichenreden v-onBenedikl Hause„ Lehrer! an der öffentliche^ iSr. Schule in Neukirchen (Kur-, heften.) Frankfurt a. M. ».Verlag der hebr. antiqn.^Buchhandlupg von I. Kauffmann. Preis. 36 kr.' . Wir müssen gestehen,^daß wir mit Zagen und fast auch mit einer gewissen Abneigung diese Schrift in eie Hand nahmen. Wir lieben es nicht, wenn der Lehrer über seinen Berus hinausgeht. Thue'Jeder, was feines Amtes ist. Des Lehrers Heimath ist vor allem die Schule. Er hat wohl Luch zuweilen zu predigen. Aber Predigten drucken zu laffen scheint unö nicht feine Sache. — Wir glaubten darum hier nach dem Grundsätze: „Ueberall etwas, nirgends Rechtes" höchstens rin mittelmäßiges Machwerk erwarten zu dürfen. Aber> wie angenehm wurden wir enttäuscht! Die vorliegenden. Trauerbetrachtungen sind sehr gut, und werden dem Lehrer, der, im Predigen ungeübt, in den Fall kommt, Leichenreden halten zu müssen, sehr gute Dienste thun. Die Gedanken sinv klar,'die Sprache einfach und edel. Es sind fast durchweg sehr schöne Thematas, gutgewählte Verse, schöne Dispositionen-, sorgsame Ausarbeitung^ ■ Wir urtheilen als Lehrer, und daher mag es kommen, daß wir gestehen müssen: für unser Vedürfniß' in diesen Fällen wüßten wir nichts, was' .diesen Reden zur Seite zu stellen wäre. Der Redner spricht die Sprache des Gemüths. Besonders gut sind die Nuizimern 6 (Das graue Haupt eine Krone),' 11 (Der Tod des Frommen ,, 16 (Des Lehrers Aussaat und Ernte). Wir möchten dem geschätzten Verfasser nur empfehlen, bei ferneren Arbeiten der Art aufmerksamer in der Correktur und Glättung der Sprache im einzelnen Fällen zu verfahren. UebrigenS empfehlen wir allen unseren College« die sehr brauchbare Schrift aufs Wärmste. ' - . 2. CD- Der Troslbecher, zum Gebrauche im Kranker,- und Trauerhause.und auf dem Friedhofe, von! :° E. Hecht. Berlin, bei Louis Gerfchel. (Pr. 5 Sgr.) Ein brauchbares Schriftchen für jüdische Familien, das wir besonders rcn Mitgliedern von -BeerdigungSgesellschaften empfehlen können; auch ersetzt es in vielen Fällen das Sefer Hachajiim " Wenn etwas darin.entbehrlich ist, so sind dies die Gebets : für den Kranke» unodie Umstehenden im Krankenhause, da solche Gebete doch nur selten so gesprochen werden. Da ist der still; Seufzer, der aus der Tiefe des Herzens k^mmt, das beste und Gott wohlgefällige Gebet. Wollen wir svorsagen? Noch hätten wir gewünscht für den Friedhof ein schönes deutsches Sch Hachajim zu finden den. wgre in. o. statt eine 4 Stunden zu sagen ist eine entsetzliche Uhsitte dem Kranken zum Trosteine ellenlange ußgebet, wie es in des Verfassers Sefer st. Auch möchte bei einer weiteren Auflage, die bei der ungiemein praktischen Brauchbarkeit des Büchleins bald nöthig sek, wird, das „lateinische" Kaddisch weg haben, denn jeder IS caelite soll hebräisch lernen, und möchten dafür die hebr. Verrichtungen im Trauerhause punktirt wer- Bei den Gesej en über das Verhalten bei. Sterbenden Viertelstunde der Sache willen gerade denn das schnelle Abheben der Toben K. Corresplmden; und Nachrichten. Die zweite Versammlung isr. Lehrer in der dayr. Psaft. Wiederum ist efn herrlicher Lehrertag an uns vorübergegangen, und obwohl wir in einer der nächsten Nummern einen ausführlichen Bericht über diese Versammlung von den beauftragten Schriftführern zu. erwarten haben, fühlen wir doch das Vedürfniß, den Gefühlen der Erhebung und des Dankes, die wir aus dieser Versammlung mit nach Hause trugen, jetzt schon einen schwache^ Ausdruck zu geben. Auf die in Nr^ 10 dieses Blattes veröffentlichte Einladung versammelten sich am 29. September zu Neustadt a. d. Haardt, im Hause des edlen und gastfreundlichen Hrn. Ignaz Lehmann, Inhaber eines bedeutenden Handelsinstituts daselbst, etwa 36 Lehrsr aus der bayrischen Pfalz und 3 Rabbiner. Die Anderen imögen durch zu große Entfernung nicht im Stande gewesen sein, schon Sonntag zu so früher Morgenstunde einzutreffen.! Es war ein erhebender und erfrischender Anblick, so viele Männer beisammen zu sehen, die, wenn auch vielfach kämpfend mit dem Leben — Sorgen und Kämpfe werden nur wenige Lehrer der Jetztzeit unberührt lassen — doch nur zusammeng)führt wurden durch ein alles Andere überragendes Interest, — die Hebung der Schule; wir möchten speciell sagen:- der jüdischen Schule. Wir wiederholen, eS ist dies ein erhebender Gedanke, ein rühmliches Zeugniß für die Lehrer; es erweist, wie der Umgang mit den Kindern, der heilige Lehrberuf das Gemüth läutert und erhebt, das Bewußtsein kräftigt und Geist und Herz stählt gegen die gerade in diesem Stande doch so häufigen Widerwärtigkeiten des Lebens. Es sind in Rheinhessen jetzt sieben, in der bahr. Pfalz zwei Versammlungen von isr. Lehrern abgehalten worden,