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Der israelitische Lehrer · 1861-10-15 · 12 (15.10.1861) · p. Seite 91

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
12 (15.10.1861)
Date
1861-10-15
Page
Seite 91 (sequence 3)
Language
German
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91 — Schuld derer, die das Kind dem väterlichen Glauben hätten erhalten sollen, was dann? Setzt Ihr Eure Kinder nicht der Gefahr aus, einmal in andere schwärmerische Hände zu fallen,! die, stets ausgestreckt, solche Opfer an sich zu ziehen suchen? Wenn Ihr in den zeitgemäß - reformirten jüdischreligiösen Anstalten kein Uebergewicht gegen den äußerlich gekräftigten, dnrch die Menge, durch staatliche Autorität und tausend anderen Einflüssen geförderten ProselytiSmus anderer Confessionen setzt, so möchten einmal Eure Augen zu spät geöffnet werden, und eine ernste Zeit, wie in der Restaurationsperiode, wo die Gemüther mit Macht zu kirchlichen Handlungen getrieben wurden,. nach religiöser Befriedigung sich sehnten, würde Eure Kinder in die offene Hallen der Kirchen und Klöster, statt in die ^geweihten Räume der Synagoge führen. Den mit der Geschichte des Judrnthums Vertrauten wird es nicht unbekannt sein, daß auch damals der Uebertrilt insbesondere auS den sogenannten gebildeten Ständen (noch bis 1840 hin) massenhaft war. Und wenn es auch im Allgemeinen nur „lose" Blätter waren, die in dieser „kirchlichen" Zeit vom Baume des Judenthums absielen, so mögen doch auch Männer und Frauen darunter getvesen sein, die, weil von ihren Familien der Synagoge und dem jüdisch-religiösen. Leben entfremdet, sich durch den sentirnental-pietistischen Hauch, der damals in Deutschland wehte, unwiderstehlich angezogen fühlten. Die. Schwärmerei fordert gewiß ihre Opfer, wenn der kläre vernünftige Geist nicht im Einklänge steht mit dem ganzen Gemüthe, und der Schlag des Herzens dorten keinen Widerhall findet, der ihn aus ebene Bahn leitet. Das Judenthuni will erkannt und begriffen sein, aber auch das Herz hat Ifeine Reckte in ihm. — Das aber wollen wir nicht glauben , ^da.ß Eure Abneigung gegen eine nur in Eurer Phantasie lebende und im Judenthuine unbegründete, in der heutigen Zeit gewiß und wahrhaftig unmögliche Hierarchie Euch.blind inachen konnte gegen die Versuchungen, denen Eure Kinder ausgcsetzt sind, indem Ihr sie einer bereits vorhandenen thatkräftigen andtrsgläNbigen Hierarchie preis gebt; raß Ihr sie lieber weich gebettet im Schocße der Kirche sehen möchtet, daß Ihr lieber ultramontane Schwärmer und Heuchler, pietistische Missionäre (Stahl und Comp.!) als gläubige und denkende, religiös-sittliche Menschen und Israeliten aus ihnen machen möchtet! Wir glauben nicht, daß Eure Antipathie gegen den Synagogenbesuch an Werktagen (hier ist der Sabbath darunter zu verstehen) so weit gehen kann, daß bis zur Zeit, wo Ihr den Weg zum Sonntagsgottesdienst in der Synagoge gefunden — und das kann noch lange dauern,— es Euch gleichgültig wird, ob nicht vielleicht Eure Kinder einstweilen die bereits bestehenden Sonntagsgottesdienste aufsuchen. Dahin aber wird der Weg gehen, wenn Ihr die Institutionen, die der Fortschritt im Judenthum anempfiehlt, in-- dem er zugleich der (Geschichte.ihre Berechtigung läßt, unter- I gräbt; indem ihr, immer,! steuert, wohin Euch die religiösen Führern macht. Und so wollen wir daß, wie in diesem Falle, die rechte Art gesunde» w zu kräftigen. Man wird man das Verhältniß der wahrhaft freisinniger Weif Berufe! Jedem Schutz und stellung! Dem Lehrer Wirkungskreis; ein herzlich der Gemeinde! Allen großen, die rechten Mänste giösen Gemeindeämtern, innig-umschloffcner Bund, Eine, das uns allen das den Fortschritt Israels 311 c ls 3 üben, in ein unbekanntes Land Männer, die das Amt zu Euern lichl folgen können. >enn mit dem Wunsche schließen, s» auch überall der rechte Weg und erde, das fortschreitende Judenthum l ies nicht besser können, als wenn fielst ionsbeamten zur Gemeinde in re zeit. Jedem Freiheit in seinem Schirm und eine gesicherte LebenSd m» Rabbiner einen gesegneten es Jneinantzergreifen! zum Heile eir den aber, dän kleinen wie den r zur Leitung und zu den relihamit alle zusammen werden ein der nichts Höheres kennt als das Heiligthum unserer Seele ist — e -habensten Ziele. K. urd in Pädagogische und Individual rer eö B iE v H)iSh sei 11101 Ge riit Tiedge sagt.: „DaS Csanz^ muß sich dafür nicht auch, Weltorpnung, ■— nach höh^e Ganzen fügen, so daß die versöhnen muß? Rur mp dem Glieve cn der Kette sei zum wenigsten Raum zur wenn nicht unauSsöhnliche der Remesis führen soll, schaft, dem Staate, der wicklungsgange des Geistes tungcn des werdenden Me n'ch einmal vorhanden und fo und Berücksichtigung, das schlagen" in der Erziehunj tat auf die Menschcnnatur. überall auch in der lene und befohlene einerlei von Gelehrten oder L darin übereinstimmen, daß lich, ja das vorzüglichste sei, und kann auch der B auf Grund eines solche» machen wollen, würde jedm in der Wissenschaft hemmin Wahl und Selbstbestimmung P tä i d r cert Genqr ii ( chul^e -- Lehsr! rn die' ülei rbr 11 ychologische Skizzen. , Charakter :c. wird das Einzelne versöhnen," in der sittlichen und geistigen Anordnung das Einzelne dem nicht nur wird sondern jenes uch das Ganze dem Einzelnen, genthümlicheS, sein Besonderes, illigen Krastentwicklung lassen, armonie das rächende Schwert es in der menschlichen Gesellnt|, der Schule oder im Entseinen Anlagen und Richu -Das Individuelle ist nun als solches seine Anerkennung alisiren und „über einen Leisten im Unterrichte ist ein Alten- 'Hie Franzosen generalisiren wie von der Regierung cmpfoh» bücher rc.) Eine Versammlung kann wohl in, ihrem Urtheile es oder jenes Lehrbuch vorzügbetannten Bücher des Faches itung desselben förderlich sein; lltheilS ein Buch obligatorisch Fortschritt in der Wahrheit und jcn einzelnen Lshrern die freie absprechen; den Schriftsteller 12*

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