Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 11 (1.10.1861)
- Date
- 1861-10-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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85 I r- Worten erzählen« der Kinder, das von vielen Lehrern und zwar aus sehr guter Absicht verlangt wird, ist hier, in dieser Periode des Geschichtsunterrichts, noch nicht anwendbar. Der denkende Lehrer fühlt dennoch heraus, ob seine Worte begriffen sind, und nicht bloS mechanisch abgeleiert werden. Die Aufmerksamkeit und das Sprachgefühl wird mehr geübt,' wenn die Kinder darnach trachten, selbst die Worte des Lehrers ^getreu wiederzugeben. Selten reicht auch die sprachliche Kraft des Kindes hin, den Sinn klar auszusprechen, ohne die Worte des Lehrers zu benutzen, die feinen. Wendungen im Ausdruck zu beachte», die beim geübten Erzähler so bedeutungsvoll sind. ES fehlt der sichere Sprachtakt. Sobald man nun fühlt, daß die Geschichte begriffen ist. widd die Stunde geschlossen. Kinderchen, heißt es da, merkt Euch diese Geschichte! Wir wollen dann das nächste mal sehen, wer sie am besten zu erzählen weiß. Und die Kleinen gehen nach Hause, und erzählen Jedem, der für sie Gefühl hat, der gerne i» Kinkeraugen sieht und auf ihre Worte lauscht — die wabrlich manchmal lehrreicher, weit natürlicher und i wahrer sind, als die der großen — was sie heule vom guten ' Abel und bösen Kain, vom unschuldig-verkauften Josef, vom Lehrer Moses rc. gehört» und freuen sich des Samenkornes, das in ihren Geist und in ihr Herz niedergctcgt worden. (Fortsetzung folgt.) Die Religionsschülcr. (Schluß.) ' Für diejenigen Kinder, welche von vornherein unserer Schule vorcnthaltcn werden, ist auch der gemeinsame kUiterricht in ddn hebräischen Fächern ja nur ein Ncbenting, die Eltern der Kinder beachten gewiß die Lehre CHCD Sn TOUn nicht; cs ist nicht Härte, sondern gebotene Nothwendigkcit, wenn wir der Härte und dem Mißtrauen solcher Eltern die Weisung geben, daß ihre Kinder an dem gemcinsamen Unterrichte in besagten Fächern keinen Antheil nehmen könne». Ihre Kinder treten störend in das Ganze ein, wählen sich einige Stunden der Woche für den Unterricht, den die klebrigen planmäßig die ganze Woche hindurch genießen. Will auch der fürs Heiligthum wirkende Lehrer seine Hand segnend auf das Haupt der Ungetreuen legen, die entlaufenen abtrünnigen Schafe zur Heerde locken, es fruchtet nicht, — er darf es nicht, weil er cen Unterhalt den ihm Ergebenen schmälert. Es steht ja den Eltern frei, Privatunterricht geben zu lassen, wenn sie den Religionsunterricht als Privatfache betrachtet wissen wollen. — ES liegt aber auch dem Schul- und Gemeinte- Vorstände die Pflicht ob, mit dem Lehrer gemeinsam dahin zu wirken, daß die Jugend die israelitische (Gemeinde —) Schule besuche, und können beide Theile, weder Lehrex noch Schul oorsland eine Be cantwortlichkeit für die sich Ausschließenl «n übernehmen. Die Verschmelzung der Unzusammengehö cigen erregt auch von Seiten der TiSciplin große Bedenken und hemmt jeden Fortschritt i vollends. , Diejenigen Schüler, welche bis zu dem angegebenen Zeitalter unsere Schule besucht Halen, können mit vollem Recht verlangen, daß die Schule in >em wichtigen Gegenstände sie nicht verlasse, gegen diese hat die Schule um so mehr die heilige Pflicht der Förderung. Mag sie sich daher so einrichten, daß die Schüler, welche zur Fortbildung auSscheiden mußten, in dem Heiligthume noch daheim bleiben können, auf gewohnter Bahn fortwande m, verbunden bleiben mit dev Schule, dem Lehrer und den Schülern. stnsereS Volkes. Gegen diese Einrichtung läßt sich nicht nur nichts einwenden, wir halten die Schule sogar ,» einem Opfer, welches diese Einrichtung, die wir RefigionSs hule nennen können, erfordert, verpflichtet. Indem wir nun schlicßlih auf die Ausführung unser Augenmerk zu richten haben, mahnt uns das Wie,? an den Lehrstoff. Den Schülern ist e<> selbstredend nicht möglich an dem ganzen Gebiete dieses UntwrichteS in allen seinen Zweigen Theil zu nehmen, eS bleiben ihnen nur die freien Nachmittage der Woche und der Sonntag, und darf man ihnen nur ein sehr geringes Maß zum Nachlernen oder zu häuslichen Arbeiten für die Rjeligi msstunden zumuthen^ da die andern Schulen sich kcinest Ab müssen also die nothwcndigsten Zweige gewählt werden und der' Unterricht muß in diesen ununterbrochen so weiter arbeiten, daß der Religionsunterricht (in deui einen Gebiete) (in eben demelben) vereinigt ug gefallen lassen können. Es auf dem bisher Gewonnenen sich mit dem Klassenunterricht In dieser Weise bleibt der. Schüler im Geleise und einheimisch, was auch auf sein moralisches Verhältniß zur Schul: und zu seinen i früheren Mitschülern wchltmätlg wirkt.! Fir diese Stunden hat also der Lehrer die* nothwenrigstcl Zweige des ReligionSgebieteS zu wählen. Ter shstemathifche Religionsunterricht hat in seinen Gruntzüscn biö zu den bezcichneten Alter..seine Erledigung gefuilden, in dem jpätern EoilfirNiantcnuntcrnchk findet er seil«! Recapitulation und summarische Zusammenstellung; die Uebersetzung des BibeltcxtcS (natürlich mit Auswahl) und der Gebete gibt immerwährend Gelegenheit und Anknüpfungspunkte auf dcnse>ben,b:n;uwcisen. Dem- Con- . firmantenunterrichte muß später wöchentlich, wenn lbunlich, eine besondere, Stunre, wozu der Sabbath sich eignet, zuge wiesen werren, ihm müisen,ja auch die christlichen Schülerhöherer Lehranstalten eine besondere Zeit w tnicit. Somit bleiben noch der-Unterricht i» rer hebräischen Sprache — die zum Uebewetzen nett wein igen Elemente ' er hebräischen Grammatik —Uebersetzc i dcö Bibeltextes 'und der Gebete,