Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1861-10-01 · 11 (1.10.1861) · p. Seite 83

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
11 (1.10.1861)
Date
1861-10-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4896751-5428754-5431966--0137-4896851
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

I I — 83 — der Menschen' möglich , ja wahrscheinlich ist; daß ferner der Herr die Thüre zur Buße stets offen läßt und sich freuet, ja wenn dadurch auch die größten Sünder dadurch dem Berderben entgehen, daß sie ihre frühere Lebensweise aufgcben. Anwendung: a. Biel? gibt», die da sprechen, es ist ihm recht geschehen; allerdings ist ihm recht geschehen, aber grausam ist es, sich vom Mitleid abhalten zu lassen. Denke an die eigenen Fehler! b. Biele, die da sprechen: da wartet man vergebens aüf Besserung und dennoch sehen wir, wie man nie und nirgends die Hoffnung auf bessere Zustände Einzelner wie ganzer Genossenschaften aufgeben soll; — unsere Zu stände. — Lkes die Geschichte! c. Biele, die da die Gcttesstimme versonnen durch ihre eigene Stimme, die Stiinme der Selbstsucht, der Bequemlichkeit, des Geld- und Ehrgeizes. Hecht. Biblische Geschichte. (iin (ü’nfcrcn^rcfcrat. iFortsepung.» . II. wir somit gezeigt, wie zur ersten religiösen An biblischen Geschickten" das vorzüglichste Material! Geschichte das Genijith für das Religiöse empfänglich machen Hätten regung die bieten, so hattest wir, ehe wir die Art und Weise des Unterrichts in diesem^ Gegenstände — die Lehrform und den Lehr ton — besprechen, für diese die zweckgemäße Basis zu setzen. Jeder Gegenstand des Schulunterrichts soll" zu gleich fein c Methode sein; die Erkennlniß des Gegenstandes und^ seine Durchdringung ist also an und für sich der Wegweiser fiij: die objektiv schulgerechte Behandlung desselben. Wir sagön, objektiv! Ter naturgemäße Unterricht hat freilich eie eigentliche Basis in der psychologischen Erkenntniß zu suchen; er muß das Subjekt, das Individuum betrachten.. Wenn wir demnach in dem Gegenstände die Methode finden, so setzen wir die Erkenntniß des menschlichen Geistes, des Individuums voraus, fetzen voraus, daß die Schulgegenstände, als aus dem menschlichen Geiste erwachsene Erscheinungen desselben, diesem conforin sind. Wir setzen ferner voraus, daß wir das Objekt in seinen Beziehungen zum Menschen im Allgemeinen auffassen, das Subjekt und das Objekt in ihrer Gegenseitigkeit erkennen. Die Pädagogik als Erziehungsknnst macht uns auf die individuelle BehandlungSweise der verschiedenartig angelegten Kinderseelen aufmerksam, als Methodik und Didaktik, als Unterrichtskunst im Besonderen und' in Beziehung auf einen bestimmten Unterrichtsgegenstand nimmt sie hierauf keine Rücksicht. Sie stellt sich im Geiste die einheitliche allgemeine Menschennatur vor. Die Erziehung hat und kann nur immer den einzelnen (concreten) Menschen im Auge haben. Der Unterricht hat den t in seinem tiesinnersten Wese^l e neu und gleichen Menschengeist im Auge. Rach dieser kürzeren Abschweifung kehren wir zu unserm Thema zurück. Indem wir den Zweck, das Resultat des bezeichnetem Gegenstandes zu oberst, ja fast ausschließlich in religiöser Anregung finden, also vor Ulen denselben als das Fundamentale für die religiöst El uncutarbildung Erkennen, tritt das reale, eigentlich geschichtlihe Element, die Kenntniß der Begebenheiten, in den KrtiS Hw Tchulmittel; chird gegenüber dem erziehlichen Elemente, de z durch die Begebenheiten veranschaulichten Lehren und 6 rundsätzen — dien Ideen minderbedeutend. Dadurch unterscheidet sich die biblische Geschichte zuerst von der Dil elkunde und der nachbiblischen Religionsgeschichte*) in Form und Ton, ohne daß wir jedoch die höhere Einheit des Ganze,; aufgehoben wissen wollen, indem im Laufe des Schullebe iS von der bibl. Geschichte'zur eigentlichen Bibelkunte vor--und z>!lr nachbiblischen Religionsgeschichte fortgeschritten widd. Der Unterricht, den wir hier meinen, ist Gegenstand der ersten (Elementar) Schuljahre, während die Bibelknnde un > Religionsgeschichte die Fortsetzung desselben in späteren Jchren bilden, und von speziellem Religionsunterrichte begleitet werden. Wäl-rend die biblische will, allem Religionsunterrichte vcrangeht, und das sogenannte positive Element der Religion 'lehre und des ReligionsgeboteS, insofern es sich aus dey Gesch chte nicht naturgemäß entwickelt, bei Seite läßt, während als' mehr das sittliche Element in den Vordergrund tritt, ist de: Zweck der Bibelkunde Einsicht und Erkenntniß der (positiver) gecffenbarten Grundlagen der heiligen Religion. Der Zwick der nach biblischen Geschickte wird außerdem aber ncch darin zu suchen sein» die Bildung des religiösen Charakters du ch,die Kenntniß der historischen Thatsachen, der Charaktere, ,u unterstützen, unk,' wie bereits envähnl, den Gedanken eines stetigen Fortschritts zu einem noch nickt erreichten Ziele, der fortwährenden Entwicklung des Menschengeschlechts nach dem hohen Plane der Vorsehung zund den besondern mcssianischcn Beruf des Judenthuma zur Anschauung zu bringen. WaS wird aber der Etfolg sein eines solchen biblischen Geschichtsunterrichts, wie n ir ilm oben angedeutet hMn, was wird das Kind aus diesen religiösen Geschichtsbildern mit hinüberbringen in die reiferen Schuljahre, in die höheren .Stufen des ReligionsunterrihtS?! *) Wir werden auf diesen t ntcrschied bei Bdurtheilung des Glkan'sche», in ««.Auflage e schieiienen Geschichtsbüchleins zurückkommcn. Im Voraus be merkest wir, daß wir mit der anderwärts veröffentlichten, sehr unstlimvflichen, ,a säst feindseligen nicht! übcreinstimmen. obgleich auch Beurtheilung des Buches wir sehr Vieles auszuietz n hasten. I 1'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.