Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 11 (1.10.1861)
- Date
- 1861-10-01
- Page
- Seite 82 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4896751-5428754-5431966--0136-4896850- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I I 1 wxrdm keine Eingriffe in sein Gebiet machen. UebrigenS wer hit in der Tagespreise ein Monesol? Dib öffentlichen Organe. auö welcher Herr 1>r. L. Philippscn seine Nachrichten schöpft, stehen auch uns jh Geto was wir ihm entlehnen sollten, wollten oder könnten. Hätten wir ün-jüdisches BolkSblatt zu retsgireu, so würden wir bei Mangel an Stoff auch geeignete Gsiäss'S und Winer'S u. a. Schriftei aufznsindeii nsiffen. Nur dihst: Bitte also zum Schluffe! Wenn wieder einmal in der altgejneinen Zeitung des- Judentb ist, tnag cs jo feiii, wie es einer i zu köitmt. . >' Unsere geschätzten College» aier werden' hoffentlich für Hilft ge Fälle wissen, wer ihre au richtigen Freunde sind. Odernheim, den!8. Sep ember 1861. ' . I. Rlingenstein. — 82 — (Erläuterung? IN! w >3i imS uiiscr Blatt genannt unparteischen Organe« Bruchstuck aus' einer Predigt. Prophet den erhaltenen glaubte, der Stimme 'l Im vorigen Jabrv-,- als cs uns um eben diese Stunde, scher die Schatkeii res Abends sich verlängern und der hierdurch seinen nahen Abs« sied verkündet, diese Stelle bieitrelen vergönnt war, bcschäf igten wir uns mit dein ergeben als Haphtara vorgeitpserc gottesdienstliche Be nun henke mir rem; weich sich Kapitel res Buches, - welches traz^ i wurde und knüpsten wir tracknung taran^ an Wenn wi> tei kapilet forlfabren, so kürst: rer Gichud nicht weit zu sust-öi sein. Denp in der Tdat! soll ja dieser beilige Tag, des sns gegeben ist, um uns mt unserem Gotte zu vcrsöh ncsi,! nicht eiuL Wiederholung des verflossenen sein; sonst mißt : ja au» immer ras Jahr' ras razwiselwii liegt, eine Wsed wdolung res früheren bilden, was es nicht sein soll und ni^br, sei» rars. Wer es als solches betrachtet, keni gebt die- >sen hag vergeblich vorüber, seine Gebete, wie seine Kasteiunnej sind fruchtlos; denn tcx Herr-läßt kein Spiel mit sich treiben,.so daß Er etwa reine heutigen Worte, in denen du un Perzcihnng bittest mir Besserung anLeicbest, während ru mqrgtn schon wieder rie frübsde Lebensweise zu beginnen gedeikes^l, iür baare Münye, wie Map sich «lpszudrücken pflegt, anncsime, und von dem bäusigen Klopsen aus die Brust, wcim es innerlich hohl ist, weil kein frommer fester Borsatz in sie einzog, sich betäuben läßt. Vielmehr soll der eine .Bersöhnungstag nur eine Fortsetzung des früheren sein, eine Stufe höher zur Vollkommenheit, eine weitere Läuterung, um die Schlichen,. die in: vorigen Jalwe'noch unter deinem edleren Metalle blieben, auszuscheiren. .Wie -könnten wir daher besser verfahren, als wenn wir auch in unfern Vorträgen, um Einiges weiter rückten?- TaS 2. Kapitel ist daher der Text zu iuvserer diesjährigen gottesdienstlichen Betrachtung. Gehen wir also zur Sache. An Jonas erging das Wort Gottes, daß er »ach Ninive, der großen itadt reise und ihr predige, daß ihr Maaß voll und sie dem Untergang nahe sei. Auffallend muß eö euch sein, baß der Äuftrag nicht vollzog, ferner, daß er Gottes entgehen zu können. Sollte dem Propheten.die Houptlehre des Judenthums unbekannt gewesen sein, daß näml ch Gott allgegenwärtig und allwissend sei? — Unmöglich. , Als ihn die Schiffsleute -aufforderten, daß er ihnen bekannt »lache, was sein Geschäft, von welchem Lanke und von welchem Volke er sei, antwortete er ja einfach: "Ich bin ein Hebräer und verehre den Gott des Himmels, der Meer und Lahd geschaffen.« Wußte er, daß Gott Schöpfer res Himmels und der Erde sei,' so mußte er auch wissen, daß er Himmel und Erde beherrsche, daß er überall regiere und wirte. Ferner kaun ihm ja unmöglich unbekannt gewesen sei»; das Geke^ SalomonS bei. der Einweihung des Tempels: Sich der Himmel und der Hiinmel können Dich nicht umfassen; nicht unbekannt gewesen sein der Psalm Davids: Wo soll-ich hin vor Deinem Geiste u. s. w.s geht es ja auch schon aus dem Pentateuch hervor, daß Gott die ganze Erde füllte, daß Er überall ist und wirkt. Sollte ihm ferner »nbekaiinl gewesen, sein, daß wenn der Herr etwas beschlossen, daß er es nicht zuriicknimmt? —Unmöglich!. Die Geschichte Joses's, die Verheißung Abrahams rc. geben deutlich Zeugnis; davon, daß der Herr ist ein treuer mir wahrhaftiger Gott. Es erlejivet sohin keinen Zweifel, daß dies dem Jonas bekannt war, so gut als uns, ja noch besser als uns, renn eine tiefere Gpttescrlcuntniß werden wir doch dem Propheten zulraucn können. Aber nicht immer war die Stimiuc Gottes an die Propheten der Art, daß sie sie selbst von einer Mkuschenstiinme oder auch nur von ihrer eigenen innern Stimme unterscheiten tonnten. Nur ein Opfer sortcrte die Stimme Gottes von ihm und der Mensch ist Mensch, cs fällt ihm schwer, ein Opfer zu bringen und so bat er sich selbst eiügere!tet, si sei die gerächte Aufforderung nur seine eigene Stimme, der Herr habe nicht mit ihjn geredet. Welche Gründe, fragen wir uns, konnte er sich selbst hiesür. voibringen? Die Antwort ist eiufach: Ninive war eine heidnische, sündhafte! Stadt, wird wohl der Herr sich um Heiden kümmern? und i wenn er sich auch um sie kümmert, wozu soll ihre Strafe poraus verkündet werden? Daß sie sich bessere? — Die bessert sich nie und nimmer mehr. Und wird es der Herr wohl ^wünschen, daß sie sich bessere? — sie hat ihren Untergang verdient, sic ernte die Früchte ihrer Thaten. Wir wissen nun jetzt, obwohl die Ausführung erst später kömmt, daß eS ja die Stimme Gottes war, die ihn aufforderle und die Stimme seiner Bequemlichkeit, die ihm abräth, daß sich also der Herr sehr wohl um Heiden bekümmert und daß selbst inder größten Verderbtheit Besserung