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Der israelitische Lehrer · 1861-09-15 · 10 (15.9.1861) · p. Seite 79

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
10 (15.9.1861)
Date
1861-09-15
Page
Seite 79 (sequence 7)
Language
German
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79 Aber auch für diejenigen, so eine wissenschaftliche Laufbahn nachher einschlagen sollen, oder die, abgesehen hiervon, von den Eltern bestimmt werden einen höheren BildungSkreiS sich anzueignen, als ihn die Elementarschule zu bieten vermag, kann es nur von Vortheil für den später» 'Bildungsgang sein, wenn sie mindestens bis zum elften Jahr in der Schule bleiben. Die Frühlinge auf den Realhöheren Bürger-, Rektorat-Schulen, |t>a« geben gewöhnlich Spätlinge und Clasfenhüter und der Schüler, welcher mit guter Elementar-Grundlage später in die höhere Schule eintritt, finket seine alten Bekannten in der Quinta oder doch sicher in der Quarta wieder, und geht an ihnen vorbei vorwärts. Es ist in den meisten Fällen psychologisch begründet: während in dem Einen die Regsamkeit zur Selbsthülfe anspornt, läßt der Andere je höher, desto schwieriger, sich von andern nachschieben. — Wunderwirkende Genie's gibts ja doch so wenig. — Wenn es dem Lehrer gelingt von all' diesem und den damit verbundenen Honsequenzc» wenn auch nur »ach und nach seine Gemeinde zu überzeugen, wenn er offen und ohne Scheu die geringen Erfolge res Rothrcligionsunterrichtcs zugibt, aber auch mit den vorhandenen Gründen auf die Mängel und die llnzulänglichkeit desselben hinweist und übermüdet immer wieder den Eltern die. hohe Pflicht, welche riese in Betreff ihrer Hinter dem Judenthuine und ressen Religion schulten, vorlegt, wenn er endlich auch in den allgemeinen Unterrichts - Fachern sich ernstlich bestrebt seine Schule nicht hinter den Anforderungen der Zeit zurückstchcn zu lassen und er mit guten Resultaten sprechen kann: dann werden die Klagen und Fragen über die Jämmerlichkeit rer (sogenannten) Rcviligicns-Schulen und Schüler nach und nach verstummen,' und daö Ganze wird und muß in einem andern Lichte erscheinen. Daß in diesem Punkte Rath und Thal res Lehrers nicht fruchtlos bleiben, vorausgesetzt, daß.seine Stellung ihm reu nothwcndigen moralische» Einfluß auf die Gemeinde gestattet niid möglich macht, dafür sprechen sSsibn einzelne erfreuliche Beispiele. In der großen und gcwcrbreichen Stadt Essen per die höl-eren Lehranstalten gewiß nicht fehlen, Werren sämmtliche israelitische Hinter dem Unterrichte des Lehrers Blfd. anverkraut und diejenigen Schüler, welche eine üb^r die Elementarschule hinauSgehenre Bildung sich erwerbe» solle» mindestens bis zum 11. Lebensjahre der israelitischen Schule belassen. Unter solchen Bedingungen läßt sich schon für den fraglichen Gegenstand etwas, wir meinen ras Rothwendige, erzielen, und es-kommt nur darauf an, daß diese an Bedingungen gegeben werden. (Lckluß folgt.) Corresponden; m d Nachrichten. Büdingen, 25. Aug. Zu Düdelsheim, hiesigen Kreises fand am 16. d. M. die Einwei sung einer neuen Synagoge*) statt. Zum Festzuge waren ei> «geladen die Spitze»'der Dir - waltungsbehörden des Kreises und die Justizbehörde des Bezirks, ja sogar bis auf den Scs reiber und Schreibergehülfen, aber die benachbartsten israel RejigionSbeamten ignorirte man, das ist das alte Juden-RischuS,— Ueberhebung gegen Juden selbst und zugleich kriechende Erniedrigung gegen andere Confessionisten — im Wehne, darin sei die eigne Ehre zu suchen. — Den Weiheakt vollzog der Gr. Rabbine Br. Levi zu Gießen mit ungetheiltem B »falle aller Anwesenden. Der Chorgesang war eingeübt und dirigirt von einem kurhess. Lehrer. Er soll mißlungen sein. Das Großprahlerische, — obgleich man in der Rähe den konnte, mußte cS ein Anöli »der sein, anS lauter falschem Dünkel. —. DaS sollte besser schlechter. Die-inner» Zustande dieser Gemeinde, obgleich zahlreich, sind der Art, daß reiche Schuljugend aquiriren innerhalb dieser Gemeinde ansi einen eclatanten Beweis von ich gelegentlich eines Besuches anwesenden I>>. Levi erdnlreti Lehrer keines Blickes — ein zeugniß; sie beobachte» ihm lichkeitSformcl nicht, die man fähige inländische Lehrer finklingen, klang aber faktisch sie keinen Lehrer für die zahlkänn. Wie man den Lehrer ht und achtet, könnte icb durch Geringschätzung darthmi, den reS bei der Synagogenweihe Aber cs ist mir zu kleinlich hier davon zu' sprechen. Selche Leute würdigen einen armen dem Geringsten schuldet;' recst so, das zeigt eure Rohheit! Denn nichts anders als mein für X oder')), wclcke vielleicht dort erledigte» Lehrerstelle zr herrliches geistiges ArtnuthS« gegenüber die einfachste HöfauS gesellschaftlichen Rücksichten armer Lehrerstand kann daran schuld sein, da ich mit Wisset noch Niemanden von'Düdelsheim etwas Leides gcthan ha!en. Dies gilt zugleich als Wink imt 'i *) Sie hat mit Recht deßhal sondere Beachtung, get» Toleranz der dortige» ch fuhren unentgeltlich bcsoik macht-. Mit dem vcrhältr es in jenen Berichten schöne Gebäude hcrzustellesi Grundsätze, auch dseS stelle ^egcnübergehalien dünkte uns schmachvoll u Lehrerstandes durchaus n einem so pompösen-Syn ten wagt, nebst freiet Wob wir fühlten uns indigniri von unserm geschätzten empfingen, daS unsere A sch > Lust tragen sollten, sich zu der melden. Auch mutz ich schließ b in vetswierenen Zeitschriften de n, weil sie ei» Zeugniß rühmlicher rssttichcn Gemeinde gab, die alle Zugte, was den gsraeliten möglich ißmäßig geringen Aufwande — wie fvon etwas über. 4000 fl. das Uns dünkte, mach einem bekannten n dem Ausschreiben für die Lchrer- Hehr hoch und unverhälrnißmäßig; eS schmutzig, der.Würde des heutigen cht angemessen, wenn man gegenüber agogenban dem Lehrer 2>l) fl. zu bie« nung für Bewerber ledigen Standes; bevor wir noch Correspondenten tsicht bekräftigt. obiges Schreiben aus Oberheffen. K.

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