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Der israelitische Lehrer · 1861-09-15 · 10 (15.9.1861) · p. Seite 78

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
10 (15.9.1861)
Date
1861-09-15
Page
Seite 78 (sequence 6)
Language
German
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78 — V die größeren Städte, wo (Lehr-) Concourrenz, Mode und Aus« ^zeichnuntzStrieb sehr nachtheilig auf die israelitische Schule und deren Lehrer wirkt Wir haben a. a. O. schon früher dargethan, daß die israelitische Schrie hinsichtlich ihrer Leistungen die Concourrenz nicht zu fürchten hat, weshalb ihre Kütgen über den erwähnten Gegenstand nickt nur gerecht smr sondern auch der Erwägung verdienen, wie'dem ibr erwachsenden Nachtheile zu begegnen sei. Die Lehrer ^ehen von Jahr zu Jahr ihre Schülerzahl sich vermindern/ und das Interesse der Gemeinde an der Schule! abnehmen, wodurch ihre BerufSfrcutigkcit auf eine harte Pjrcbe gestellt wird. Sie sehen den Kreis ihrer Thätigkeit Kch verengen,, es ist ihnen nicht mehr vergönnt ihre mühfant auSgcstrcute Geistessaat bis zur Reise zu begleiten und zu-fördern, ein böses Geschick'zwingt sie'bei den Anfängen stehen zu bleiben, die Lust am Vollbringen,' so den Mann geistigen Schaffens erheben- -'ihm den Sporn zum Vorwärl östrebcn verleihen soll,-darf er nicht-kosten. DL zweite Klage trifft einen unverdienten Vorwurf. Man w rft rem Lehrer den Mangel am religiösen Sinne rer Jugend, und rercn, Unwissenheit ln den hebräischen j Fächern vor; er gibt ren Mangel und die Unwissenheit zu, finret aber tie Ursache in jener ihn betrübenden Zeiterscheinung, wogegen unserer tie Gemeinten ihn auf tas Äuskuvstemittcl „tie Religion ffchule und die Religioneschüler" verweisen., ,11m rer Schule entfernt stehenden Jugend auch etwas vom Judenth ime zu ckieten, hat man die Einrichtung getroffen, daß die Schüler, welche andede Schulen besuchen, cicn dem 7-raelitistchen b'ehrer einige Stunden wöchentlich — an ren Freinachmittagen Unterricht erhalten, 'und ras sink tjenn die Religionmchülcr. Der bernfötreue'Lehrer, rem es um die Wahrung res Heiligthumes Zu thun.ist, unr^rer.dorj Allem sich vor »m höchsten Richter ulid seinem Gewissen Mler Schuld frei machen möchte, rer berufStrelle, facökuntigs Lehrer stellt an sich oie Fragen: Wa-" kann und soll da geleistet Herren? Auf welches Fclr dieses großen Gebietes-ist vorzü^e^weise Kraft uift Fleiß zu verweilten'?. Er weiß, raß wesnii die Leute sa^en: sie wiffen nichts vom „Hebräischen" tiefes eine Wort nicht weniger als vier' Fächer: l. svftemarhischer Religionsunterricht- 2. die Geschichte Israelsrie biiblische und 'die nachexilische, 3. tas Berstänpniß rer hebrjäischen Sprache 4. ren Eonsirmandciiunterricht in sich schließt. Die zugemessehe Zeit reicht aber nickt einmal st>r die gri!)irlichc Behandlung eines tiefer Fächer aus, - ras vierte etwa auSgenonstnen — so daß er, wenn er. in einem rer drei ersteren stwas für rie Zukunft, fürs d'ebeu Nachhaltiges lei- , sten willsich gezwungen siebt, in dem gewählten Einen rie Grenze sehr zn verengen. ' *' Bevhr jedoch diese Fächer nach ihrer Wichtigkeit unv der Begrenzung für rie ReligicnSschule betrachtet ^werten,! wäre zu erwägen, in wie weit diese ein wirkliches Bedürfniß pder ob sie ein eingebildetes sei, ob der Lehrer ihre Einrichtung fördern, oder ob er nicht im Jntereffe des JudenthumS und der Schule dahin streben soll, die gesonderte Religionsschule überflüssig zu machen. Es wäre eine unverzeihliche Engherzigkeit von der israelitischen Schule und deren Lehrer, eine Mißkennung der Stellung Israels zu den Aufforderungen rer Zeit, wollten wir es mit neidischen Augen ansehen und darüber schmollen, wenn viele unserer" Elementarschülcr die israelitische Schule vor Ablauf des schulpflichtigen Alters verlassen, um den von unserer Zeit allüberall vernehmbaren Ruf nach geistigem Fortschritt zu. hören und ihm zu folgen. Die Schule ist eine liebenrc Mutter, wie diese ihre Tochter mit Selbstverleugnung von der mütterlichen Seite ^eru scheiden sicht, damit ras Kind seine höhere Bestimmung im selbstgewählten Kreise zukünftig selbstständig erfülle, so darf auch ,die Schule nicht zurückhaltend sein, wenn die Höhere Vervollkommnung im Dienste der Wahrheit und Wisseuschaft den Schüler rer Elementarschule ruft und von. vieler das Opfer rer Trennung fordert. Am wenigsten darf tie israelitische Jugend von rem geistigen Wettstreite zurü^gehalten.werden, Israel kann, mit rem zunehmenden Lichte »er Erkenntniß und Wahrheit nur gewinnen; ja, uiiserc Elementarschule hat tie heilige .Aufgabe an dem geistigen Fortschritte regen Antheil zu nehmen, in.rer Erfüllung tiefer Aufgabe, das ist unsere feste Ucbcrzeugung,- kann sie allein ihre Existenz sichern. Stagnation, Rückschiilt, oder gar Liekäugeln mit rem Einbannungs oter Verrunkelungsprinzip „l er Schulregulirung" wäre sicher unser Untergang. Möge ral er, rie wahre Liebe zur Fortbildung nur geistigen Vererlun z recht viele Jünger aus uuserp- Schule rufen, wir freuen i ns darüber. Darin aber gerate steckt ras zur Klage, daß es nicht rie reine bicbe zur geistigen Bered Elementar-Schule lichtet, entreißt uns die Schüler das^ Jüdische zu meiden lung ist, welche rie israelitische Ein Moteübel und Lust an Frühreife allzufrüh, wenn nicht gar rie Such! sic uns ganz von Vornherein vorenihäli. Von den früh^ uns Entriffeiren sind leirer nur wenig: einer wissenschaftlichen Laufbahn bestimmt, während die groj e Mehrheit ebenso schnell von reu höheren Schuten weggencm sen unvorbereitet und unreif der Elementarschule abwendig gemacht wurden. Run haben sie von keiner Schule Vortheil, nur können sie sagen: „wir haben diese oder jene höhere :chule besucht." Während die El:mentarschule einen Bil rungsgrad — wir verlangen, Paß r für das bürgerliche Leben auöreiche — abfchlicßt, empfängt die bürgerliche Gesellschaft in jenen Frühreifen nurj unbrauchbare Glieder, die um so nachthciliger, als sie etwas Rehtes zu sein sich dünken ~A' Ucbel, und das zwingt

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