Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 10 (15.9.1861)
- Date
- 1861-09-15
- Page
- Seite 77 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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77 in individueller Gestaltung vor die KindeSseele; eS -glaubt das Gelesene und Gehörte vor seinen Augen vorübergehen zu sehen; eS spiegelt sich und sein Leben in diesen Geschichten, gewiünt also objektive und subjektive Anschauungen. AuS der Geschichte lasse» sich die religiöse» Lehren entwickeln. zum Bewußtsein bringen, unv zwar durch die Kinder selbst. Der Lehrer tritt zurück, er hat die Auffindung dieser Lehren nur anzuregen. ÄuS dem angeschauten LebenSbilte tritt die lebendige Lehre und, Ueberzeugung alö geistige Anschauung (Reproduktion, Borstellung, Idee) vor die KindeSsccle. DaS Kindeslebcn ist vorerst die' Familie. Ju de» biblischen Geschichten (erster Periode) spiegelt sich zumeist nur das sittliche.Familienleben; daS im jugendlichen Gcmüthe angeregte Gefühl deS Höchsten findet in den biblischen Geschichten den rccksten Ausdruck für geistige Erkenntniß des sittlichen Familienlebens. Aucl> die Gestaltungen deS Volkslebens in Israel .sind sittliche Bilder. Sie beruhen nickt auf complicirte politische Staatenvcrbältnisse. sondern haben den einfachsten GotteSgedanken als bewegenden Faktor. Glück und Unglück j hängen vom religiösen Leben ab, waS anck das Kind begreifen, > sick verstellen kann.' ' Diesen pädagogischen Gründen ertaube ick mir neck i ej übergehend cijicn hohen wcitcrgrcifcndcn oeizufügcn. , Es ist sicher: besonders für den Israeliten ist die bi; bliscke Geschielte ein Faktor deS :KcligionsbcwnßtscinS , und i demgemäß ein wichtiger Fattor des religiösen Unterrichts.! Rickt darum, weil einzelne Historien und Tl'atfackcn eine i dogmatische "Kraft, ein kategorisches Imperativ in fick tragen,! auf die der t^ude schwören.. die er nnbcdingl glauben muß, ' mit denen scjn ganze-RcligienSgcbäude steht und fällt!. Gottlob, im Gegcnthcil!. Das Jndentbiim schwört nickt aus Historien. die zu GlanbenSgrundsätzen geworden, sine. Der Glaube an die Tbaliacken der Geschickte ist eine Ucberzeugnng, die mit der Erkenntniß vom Wesen der göttlichen Weltrcgicrung wächst. Sie kann die Religiösitär begrünten und fördern, sie ist sie aber .nicht selbst. "Aber die Geschickte ees JudenttiumS,'— die biblische Geschichte, zusammcngc halten mit der späteren NcligionSgcschichte — in ihrer fortlaufenden Entwicklung zeigt das Wachsen deS religiösen Geistes unverkennbar , zeigt mehr^nnd mehr den Fortschritt-pcs re- . ligiöse» Bewußtseins in den fortschreitenden Kulturpcrioren, daS Zutagetpeten der religiös-sittlichen Idee in der entwickel-; len Form, die Annäherung zum Reiche GottcS auf Erden. , Unverkennbar zeigt die isr. Geschichte daS stete Fortschrciten; der Menschheit zu einem erhabenen Ziele am Ende der Tage, wo die Rafichten verschmelzen werden zu einem heiligen Bruderbünde Und die Zerstörung der Tempel, wo die „Ration" sich auflöste, um mehr und mehr der „ReligionSgemcindc" Platz zu machen, wo das Opfer weiche» mußte dem Gebete, wo die Allgemeinheit dem Individuum einf höhere Geltung gestatten mußte, zeigt sich uns ebfn so als ein nothwendiger Fortschritt der religiösen ,Gedachcn, wie! Heut zu Tage, die humanen Ideen mit dem Inventhume stehen und fallen. Die Geschichte der andern Religionen habe, mit ihrem Entstehen den Brenn- und Gipfelpunkt erreicht, über den hinaus es nichts Höheres mehr gibt, die Gefchicste der religiösen Idee des Iudenthums begann ich Sinai, und schritt, sich läuternd, fort und fort bis auf-den heutigen Tag. Wie der Israelite als Individuum an feiiiup Entwicklung und geistigen Erlösung arbeite» muß fort und fxrt bis > n das Ende seiner Tage, so kann die Gesammthei! Israels nicht zurückblicken auf eine fertige Erlösung, sonde m muß an ihrer Fortbildung und Vervollkommnung -- d. i. ded endlick en Erlösung ohne Rast und Stillstand arbeiten -- in die v »heißende Zukunft hinein. Darum, um die Aufgabe des Judcnthuins zu begreifen, müsicn wir. feine Gcsch Geschichte ist, da ist Bewegung. chte kennen lernen, denn wo DaS Jistcnthuni, sein ewiger versöhnender und erlösender Geist webt und lebt auf allen Blättern seiner Geschickte und drruin ist biblischer Geschichtsunterricht nicht nur der beste Religionsunterricht, sondern Gottesdienst. Wir dürfen daher als erste These aufftcllcn: Der U...errickt i; der bilßisckcn G. schichtet.oct die vorzüglichste elementare Grnnrlagc - deS RcllgionSnntcrvcn fortschreitenden Religicns richtS und bleibt anck für Miterrickl dw beste Basis / j'vt-rrü n..i!' Die NclirziollsHchttler. ) Unter eie sein Rainen begr. Elementarschickern eiejcnigcn welche der Vebrer bloo.in'rci richten bat. Es gehören <a-» 'herein der israelitischen eteuu ^em Rainen nach nobel ttingem terschnle", „evaneclische Schule tcns solche, so die Ungeduld . ü'i.ll. , Elementarschule niiuint uin sih, irr ] -J —!! Jahren in den UnterUajsen rer sogenannten völlig reifen zu lassen, unk die eine, wissenschaftliche rauche halb auch mit Riecht vor rem ui"ntarsck>ule scheiden Bon ri.'fcn. Umständen werden die io raelitischen Schulen lleinerer >>>em . ligioiisunterricht in der Schul INI Mahnung und zur Abwehr' ist mau im GegcnM-e zu den linder, ieraclitiscker Eltern, üi'eiigious f zch c r n m unterie .linoer, welche von vornma schule entzöge» mir einer en Schule, als ca sine „Tech- :c. zugewiesen werken; zwei, der Ettern schon früh aus der höheren Schulen fürs Leben rittens endlich solche Schüler, lp, cinschiageu sotten nur rcs- 14 Lebensjahre ans der Ele- > Vergleiche hiermit im -pauSl nid Schulfreund ,.I .Der Re iureil weniger berührt, als und Erziehung zur Religion pause Jahrg: u jp 2. „Ein Modeübel" — 3 .zur 3 im Zahrg: I6iiu.