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Der israelitische Lehrer · 1861-09-15 · 10 (15.9.1861) · p. Seite 75

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
10 (15.9.1861)
Date
1861-09-15
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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75 nur unsre Begeisterung, auf die wir uns stützen konnten. Nicht auf unS und unsere Kraft, sondern auf die Kraft und daS feurige Wollen, aus die gleichstrebende Begeisterung mindestens des größten TheilS unsrer College» mußten wir unser Beginnen bauen. Wie eine finstere Wolke liegt noch im Augenblicke die Zukunft vor uuö. Cb unser Strebe» gelingen, unsere Begeisterung zünden wird? Es sind, Efott sei's geklagt, gar zu viel Lässige unter unS; gar zu vieles die wohl in träger Ruhe ebenfalls eine Verbesserung ihrer Lage erwarten, aber sie nicht verdienen, weil sie für die Hebung der Gesammtheit keinen Gedanken und keine — auch nicht die kleinste — That haben. Was könnten wir Besseres tbun, als ein.für uns kämpfendes Blatt erhalle»? Sollten wir nicht einmal so viele Kraft haben?! Biele Lehrer gibt es in Israel, Gott sei'S nochmals geklagt, die wobl nichts renken, als „ihres Leibes pflegendie wobl auch einmal darüber schreien, daß ihre Schabbeskugel nicht so fett sein kann, wie die anderer Leute, die aber keiner freien geistigen . Erkräftigung sähig, keiner geistigen Nahrung bedürftig sind. Sie lesen nicht, sie stehen nicht mit ihren College» in Ver binduug, sie wissen nichts von der Zeit, nichts von dem Forlschreiten Israels, der Menschheit, des Lehrerstankes; Eintags seelen, erbarmtiche Tagewerker! Unk kaö sink nicht einmal immer kie alten verkommenen Subjekte, kie verlornen Schuster, und Schneiderseelen der gute» alten Zeit, die »nr vier bis fünf Bedürfnissen hatten, gut essen,, Schnaps trinken, spielen, Tabak kauen ü. s. w. Es sink zuweilen Leute, kie eine regelrechte gute Vorbildung genossen; o, daß wir eö n»S eingestehen müssen zu unseres eigenen Standes Ernickrignng! Fort mit diesen jämmerliche» Gestalte», sie sink Unseres Schweißes nicht werth! Es sind aber auch einige servile Creaturen unter uns, fast erbärmlicher noch, als jene. Geschieht von anderer Seite etwas, unv man würdigt „die braven Lehrer" einer Apotheose, dang schlagen! sie vor Freude wie besessen in kie Hände unk gebehrde» sich' im Enthusiasmus wie Berauschte,' unk ruhen nicht und rasten nicht, und sammeln unk colportiren und arbeiten, daß ihnen der Schmeiß auf.der Stirne steht, für einen gnädigen Fußtritt. Tritt aber auö ihrer eigenen Mitte, aus der Lebredwelt selbst eine Erscheinung zu Tage, und wäre es auch die edelste und für das Wohl der Lehrer selbst förderliche da; zucken sie die Achseln: Was kann voü daher Gutes kommen? Sie begreifen nicht oder wollen Glicht begreifen, daß sie damit sich selbst die ärgsten Blößen geben, daß sie dem Fortschreiten der Schule und der Lehrerverhältnisse de» größten Nachtheil bringen! Wenn ein Lehrer z. B. ei» Buch schreibt, wie fallen jene sonst allzubereiten Lobhudler darüber her, und zerfleische» es und verstehen es, das Schlechte, das sie wollen, hiveinzulesen. einfachen nicht böse gemeinten AuSd nicken die ärgste Deutung zu geben. Hier und dort Eigertlebe, thörlchte Eifersucht! Doch genug! O«l! ' Unser Herz schlägt noch mit i^r gleichen Liebe für unsere Eollegen, mit der gleichen Begeisterung für die heilige Sache, der wir uns geweiht. Wir werki n, so tätige wir können, sortfahrcn auf dem betretenen ^3öige. Und so hoffen wir, trotz alledem und alledem, auf kaö Gelingen unserer Strebungen. Wir erwarten, wozu Gott uns helfen mag, daß bald in Israel der Geist der Liebe und des Friedens walten; daß den Lehrern in Israel der heilige Berns Segenbringender werde; daß kann , aber auch sie alle umschließe! Und unser SpIa11'fo stein dazu werden. ün Freude- und ein inniges Band l der Grund- DaS sei Gottes Wille; unk. stein Herzen zu so rufe ic> allen aus voll' Qdernhcim pek 3*nn my ■cron VarD rutyS Reujahrswunsch für Den iSr Jetzt, wo rer liebe Herrgott großen Wcltenhaushalt stellt ünk itaS Loos t^Udr Geschöpfe in Klingenstei n. Lehrer. balr ^daS Budget für seinen überbieten sich Die jüdischen von Wnuschen für ihr gekie ^chicksalsnrne geworfen wirk, Mcnschenkinkcr in der Aeltßernng genseitigeS Wohlergehen. - - Elter» »Nd Kinder, Brüder und Schvestcr», Freunde uiik Verwandte sagen'und schreibet flch alle» erdenkliche Gute. "^>b aber nur Einer auf kein ganzen Erken tnndc ein Wünschchen für Dich hat, lieber isr. Lehrer? Qb einer in einem Winkel der Erd?. Dir ein- 3Pl!P i"Q1E zuruft? Ich bezweifle es. Nur ich allei t (obgleich ich, weiß Gott! für mich selbst viel, sehr viel wünschen habe) hege im tiefste» Herzensgründe die besten Gratulationen für Dich und mit mir mögen auch Deine Pithen Kl ngenstein und Treu und noch einige Dutzende geheime Frumke nicht gleichgültig gegen Dich und fsir Dein künftiges i Loht besorgt sein. WaS ick Dir'denn nun aber wünsche? . Vor Allein, daß mit jedem Jahre, welches Du älter wirst. Deine Kraft jünger und s^scller, werde, daß mit jedem Jahre Du immer - „lieblicher zu« Ansehe i unk besser zum Genießen" werkest; daß je mehr man aus Dir schöpft, um1 so reichlicher Deine Quellen-fließ« u, je'mesir Stoff man Dir nimmt, desto mehr Du zu getpii im Stande sein mögest. Ich wünsche, daß Dem Wille siijh stärke, je mehr man ihn in Anspruch nimmt, kaß die Zays Deiner Kinder, Wohlthäter und Freunde wachse und die i Sorge um Deine fröhliche Existenz sich mindere. Ich wünsche, daß Allen, die scheel-

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