Mannheim
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Der israelitische Lehrer · 1861-09-01 · 9 (1.9.1861) · p. Seite 70

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
9 (1.9.1861)
Date
1861-09-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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70 -r dt Kleinigkeit nt. (Zum Nachdenken.)- I. ITut Lehrer erklärte cie zehn Gebote, und als er an das siebente kam, fragte ihn ein neunjähriger Änabe: „Ist denn das so schlimm?" Der Lehrer stutzte unk glau,bie etwas vorsichtig zu Werke gehen uit müssen, und fragte, um Bedenkzeit zu erhalten, und auch d:m Vorwitzigen aus den Zahn zu fühlen: „„Wie kommst du zu dieser Frage? "" „Ich hable-in der Bibel gelesen: „du sollst nicht ehebrechen" und ra habe ich die Mutter gefragt. Meine Mutter sagte mir,-ich rüach«e eine« E(he)-Bruch, wenn ich taS Buch gerade so ansschlagh, daß oben, aus der Leite * der er te Buchstabe ein „E" sei. ' Diese abweichende und ausweichende Antwort der Mutter ist wir glauben, neu und sinnreich; wir wollen die Antwort I eS Lehrers nicht wiercrgeben, . vielmehr.itiag ein jeder Lehrer darüber Nachdenken, wie eb wohl hier am besten sich zu benehmen, um die Schüler;u jbrfriedizei», und gleichzeitig - die Aitorität der Mmter zu-wahren und zu würdigen ge habt hätte. - '! 2. dem vorliegenden giebt er nun auch für die Schreiblehrer, die nicht das Glück haben, ihn zu hören, eine ausführliche Anleitung für Lehrer zu den- Borlegeblättern, Schreibnetzen, Schreibnetzpapieren mid Uebungsaufgaben der neuesten Takt-, Schön- und Schnellschreibmcthodc. Möge kein Lehrer versäumeu, die Sache zu prüfen, er wird gewiß über den bisweilen'so lax betriebenen methodischen Unterrichtsgang beim Schreibenlehren neue Ansichten gewinnen, und bald dfe Hilfsmittel zur Anwendung derselben vom Herrn Verleger und Herausgeber beziehen. ki. uns vor unstrn Schülern Ä>ir müssen deutlich uttd klar auszuttrücken suchen. . Ein angehender Lehrer gab -er zmtcrn Nlasse auf, die Ziffern von 1—10 „aus dem Ko> fe" aufznschreiben. Nachdem dir Lehrer vor Beendigung r:r Rechenstunte die Arbeiten red Unterklasse nachsieht, "sinl et er, daß ein Mint> alle Ziffern verkehrt geschrieben hat, Tafel umdrehen muß, um etwas kennen^ „Aber was hast rn renn da „ ,Ia. ich habe sie „auf den .topf geschrieben" sagt das Kind isiit großer Zuversicht, „so hc bew Sie es ja gesagt, ich kann 4 nicht besser."'" - i uid zwar so, daß er die Zifferu-Aehnliches zu erzeinacht?" R e c e n s o n. e i DieN eso rin des Schönschreib licheu Unlerrichtsanstalt Anleitung für Lehrer zu den Gehrg Heckmanirr-Hauptlehr schulje zu Mannheim. Manvhejift, Der bekannte Bersasftr, rer den^chreibumerricht in ganz «icue wohl vielen Lehrern schon deshalb ten zu Lehrerversammlungen reisetij, trägen von den Bortheilen seiner -interrichre in össenti.- .Zugleich auSsührliche Borlegeblätternrc. von au der höheren Bürgerim Selbstverlag. berufen zu sein scheint, Bahnen zu bringen, ist »ekannt, weil er, zu Zeiin interessanten Bor- Methode überzeugt. In Corresponden; und Nachrichten. Tübingen, Gr. Hessen, im Juli. Ihr Blatt, ein Riiid der Nothwendigkeit, wirdals sclches sich bald überall in iet Lehrerwclt insinuircn. Wo es bisher Eingang gefunden, erwirbt es sich mit jeder fortschreitenden Nummer mehr und mehr der Zuneigung zind der Anerkenntniß seiner Nützlichkeit. Ich sende dieses voraus, um gleich hieran eine Jeremiade zu knüpfen, wie groß "der Jndifferentiemus bei unseren Collegen des GroßherzoglhumS ist, daß auch Mancher, wem ich Ihr Blatt dringend empfähl. und zur Einsicht knitgctheilt habe, mich mit großen Augen ansah, fragend, was es nützen sollte. Erbärmlicher Espril! Ziatzenjämmerlicher Bacher in polirter Schulmeister Figur! Doch ich komme später ausffihrlicher mit Daten, nach Ort und Zeit, belegt, darauf zurück. Für' jetzt nur soviel, daß, wie überall, auch hieb ras Gute und rer Gute obsiegen und daS Schlechte und den Schlechten aus unser» Reihen verjagen werde». Sie haben in ")§r. 5 eine kurze "Notiz von der Petition des hiesigen israel. Vorstandes an unser? Ständekammer gerichtet, gegeben. Ich erlaube mir diese zu ergänzen ilnv zwar dahin, daß schon mehrere israel. Borstände bei dem hiesigen, um Miltheiküng einer Abschrift dieser Petition nachgrsucht, unter dem Anfügen, sie wollten sich derselben pelitionirenv anschließen.: Damit wäre «her wenig gedient; nur wie es seiner Zeit.die preußischen Gemeinden bei ähnlichen Eingaben an höchster Stelle gethar, durch Bevollmächtigung des ersten Petenten die Sachemit Nachdruck und Uebereinstimmung zu verfolgen, wird auch hier maßgebend sein. Ich lasse hier dse beregte Eingabe abschriftlich folgen *), mit der Aufforderung an ^Rabbinen, Lehrer und Borstände, letztere zur Bevollmächtigung des hiesigen israel. Bobstandes zu vermögen, oder ihre Uebereinstimmung mit dieser Petition bei rer zweiten Ständekammer direkt zu erklären. Ottensoser, Lehrer. *) Siehe oben ©. 87 u. ö8.

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