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Der israelitische Lehrer · 1861-09-01 · 9 (1.9.1861) · p. Seite 69

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
9 (1.9.1861)
Date
1861-09-01
Page
Seite 69 (sequence 5)
Language
German
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Auch ein Wort über § die Stellung der israelitischen Lehrer zu ihren Gemeinden. Man hat inder Thal in keiner Zeit sich de« Unterrichts- und Erziehungswesens so angenommen, wi? in der neueren,, u»v jenen Männern, welche sich' darum verdient gemacht, gebübrt der vollste Beifall von Seiten der Lehrer. Aber Eines thut Roth, wenn Erziehung und Unterricht von Erfolg begleitet sein soll: der Lehrer muß eine unabhängige Stellung der Gemeinde gegenüber einnehmen. Sobald er in fernen Wirkungskreise gehemmt wird, sobald er nicht mit aller Energie durchgreifen kann, daun hat's auch mit seinem Unterrichte und mit seiner Erziehung Gefahr. In dieser Beziehung aber, da« werde» mir alle meine College» einräumen, ist niemand mißlicher daran, als der israel. Lehrer. Bei unü in rer Pfalz flieht es hierin nur ganz wenige Ausnahmen Jene Gemeinden aber, welche ihren Lehrern diesen Hemmschuh abgenommen, ihn freier und selbstständiger hingestellt haben, sind höchst achtungSwerthe Ausnahmen. Die Leser werde«, aber erstaunt seht fragen, was gibt's denn eigentlich da für ein Zetergeschrei? Wahrscheinlich „viel Lärm um Bichls"! Gemach! geneigter Leser, du ivirst mir am Ende doch Recht gebe». Memme und höre! Der israelitische Lehrer hat kraft seines Amtes eine große weitgreifende Thätigkeit. Er ist Elementar- und Religionslehrer; er ist Borbeter; er hält zugleich in seiner Gemeinde in Ermangelung des Geistlichen in Bereinen gesetzlich religiöse Vorträge, kann auch dieselben mit Genehmigung k'eö Rabbi- „ats*)!iin Gotteshanse selbst abhalte». Er versieht nebenbei zuweilen auch die Funktion eines Schlächters (?), hat deßwegen zu entscheiden, ob der Genuß des' Fleisches von einem Thiere dem Israeliten 'in seiner Gemeinde erlaubt sei oder nicht. Es geht aus ddm Angeführten zur Genüge hervor, daß das Amt eines israelitische» Lehrer« ei» weitgroifendeS, {in höchst schwieriges ist. In vorderster Reihe aber steht und muß ihm als höchstes stehen: der Lehrerberuf. Hier ist am meiste» zu wirken, hier ist der Grund zu dem künftigen Menschen, Staatsbürger und ReligionSgenosse» zu lege», auf daß er nach allen Seiten hin seine Pflicht thne. Und diese Stellung als Lehrer muß zmiächst eine freie fein. Der. Lehrer muß, wenn er die genügende Vorbildung hat, fein Bestes ohne Störung de» Kindern geben können. Eine solche Stellung hat er,aber in den meisten Fälle» nicht, sondern eine allzu beengte. Heben wir von den Ursachen heute nürdin Hauptübel, einen Punkt hervor. Als Borbeter der *) Bei uns in Rveinheffen braucht man keine Genehmigung hierzu. Die Red. Gemeinde fallen dem Lehrer zu; dieselben werden jedoch rende Weise drnsorben, sie mit einem derbeti Ausdrucke liche Weife zu Tage gefördert heilige GefetzeSrolle, vor die Thora, läßt feiner ganzen Fgmilie einen gensfpruch)» reciliren und au ai f keine den werden, wenn beznchnen solle bettelt. Und diese Bettelei vir!» gar oftiaüf ganz absonderur empfängt der Borbeter r>sp. Lehrer sodann eine Belihnung. Ep kann nun der Fall Vorkommen!, daß der Lehrer in seinejr Gemeinde nicht lauter Gönner hat, und dü se heiligen Thora an ihren, Lehre: und entziehen! ihm vorder ganzen versammelten Genieside nen Mischeberach machen lesfe, für einen Lehrer? Wird lischt ch die üblichen Casualgefälle Lehrerstand ehwir es geradezu >, sie werden ^er- Beim^ Hintreten vor die der Betreffende sogenannten Mischeberach (Sehie : — ja sie rflche», sich vor der die Casualien, indem sie fei* Ist taej nicht schimpflich ein dritter,! dem Lehrer ebenfalls unfreundlich Gesinnter Harnische Schadenfreude äußern, wirk nicht ein anderer, ei» wiener sich übe : den Lehrer lustig machen? Untergräbt nicht tiifes die Achtung der Schuljugend gegen dein Lehrer? 6s ist nun meines Erachtens gegen diesen den meisten L:hr rn ärgerlichen Mißstand noch in keiner Zeitschrift Erwähl un,| geschehen und wir glauben, es ist hohe Zeit, mit aller Macht gegen ihn zu hroiefliren. Auf eine oder die andere Wese muß hier abgeholfen werden! Wir schlagen vor: Fort mit dem Mischebcratnvesen! Was nützt eö auch ferner? entehrt den Ll hr« r und die Gemeinden. Aber,' rufen mir meiße lieben Alsitswüder zu: Woher den Ersatz nehmen?| L« ider — gesti he ich selbst zu — diese Frage ist mir nickt ^ne:wartel gekommen. Ich war liegen, wir müssen auf ankere Weise sche« Mutterland im Ang^ ni,t; ta babhi fürsorgeude Regierung, die ih een Lehrern stebl, wo es gilt, ihnen zu bei fein Vielte Ralh zu finden fei». ßS nuß dnrcha Das Mischeberachwefen bal l»»ge genug triebe» und soll die Stellunz tes Lchrers sein, so muß diesem abgeholfew werden, heute nur diese Frage ei»gihe>id erörtern, vor, über diesen Artikel, so ist, ferner zu referiren. Fü, Die Stellung des Lehrer« eine freie fein, anfonste» schon, darauf vorbereitet. Alle n, liebe C, mit aller Macht darauf Hinwirten, da,: gesorgt werde. Ich habe z,v> r für heut! nur mein pfälzi!, ,vir 'eine weise überall zur Seile chl wird auch hier lv anders werden, fein llnwefeu greine freie, geachtete Wir wollen für behalten uns aber es der Wil^e des Allmächtigen wiederholt so viel: emeinke gegenüber Wirkungskreise gehemmt ist, und nie mit Ei folg third wirlen können Oberlustadt, im Juli heute nur linuß der 6 «r in seinen. J£61. (Shrlicb. i

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