Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 8 (15.8.1861)
- Date
- 1861-08-15
- Page
- Seite 63 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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63 Erziehung leitet, aber nur nach den oberflächlichen Launen, die jeden Augenblick eine andere Gestalt anyehmen und eine andere Natur?! Die Erziehung muß nach einem Plane, nach einem Grundsätze geleitet, und dieser Plän und dieser Grundsatz muß bei allen Geschwistern festgehalten werden. Ist auch der Plan oder der Grundsatz falsch, dann ist das doch nicht so verderblich, als wenn verschiedene Pläne und verschiedene Grundsätze obwalten, sollten auch beide, waS zwar nicht der Fall sein kan», als richtig und wahr befunden werden. Sehet Ihr dasselbe ja bei den gewöhnlichsten irdischen Gebilden. WaS ist wohl mehr Pfuscherei, wenn ein Kleid verfertigt wird nach Art und Weise, wie man eS vor einem halben Jahrhundert getragen hat, oder wenn der eine Theil nach englischer, der andere nach französischer, der dritte nach deutscher Manier gemacht wird, wenn eine, auch noch so ungewöhnliche Farbe das Ganze, an sich trägt, oder wenn alle Farben des Regenbcgens an. ihn, sichtbar sind? Welchem Gebäude werdet Ihr wohl eher den Vorzug geben, dem, das zwar ganz aus Holz, Lehm nnd Kalk aufgeführt worden ist, oder dem, wobei eine Elle aus Steinen, ein halbes Stockwerk wiederum aus Lehm und ein halbes Stockwerk aus Holz ist? Soll ein Grundsatz und ein Plan in der Erziehung durchgeführl werden, so darf die Laune, die immer wechselnde/'stets eine andere werdende, nicht dabei im Spiele sein, sondern es muß stets der volle Geist und das volle Bewußtsein dabei obwalten. Soll erzogen werden durch Zartheit und Sanftmnth, durch Güte und Liebe, so müssen diese immer sichtbar werden, selbst in Eurem Unwillen, selbst wenn Ihr ungehalten seid. 'Soll aber Strenge, der Stock und die Ruthe erziehen, obgleich dies a» nnd für sich nicht sein soll, so müssen diese immer die Gesetze geben und dürft Ihr keine' überspannte Schwäche dabei zeigen. Wo die Laune herrscht, wo heute das. verboten wird, , weil es heute gerade ungequem ist, weil es heute gerade unangenehm .berührt, und morgen es geboten wird, weil die Laune und die Stimmung sich geändert, wenn Ihr heute den Kindern schmeichelt und sie streichelt, weil Ihr gerade in guter Laune, munter und heiter gestimmt seid, morgen sie aber zänket und einschüchtert, weil der Himmel etwa mit Wolken bedeckt ist, da muß daö Kind an Euch und an sich selbst irre werden, es hat keinen Maßstab mehr für seine Handlungen, es weiß nicht mehr, wonach es sich richten, woran es sich halten soll. ES soll gehorchen Eurer Stimme, aber welche Stimme ist denn die die Eurige, die gestern so lieblich und so anziehend klang, oder die heute wie ein Unwetter losbrach? Doch verderblicher, als die Laune, die ihre Herrschaft gleichmäßig über die Kistder auöübt, ist eine andere,' die die Liebe parteiisch unter den Kindern auötheilt. Diese ist zwar, Gott sei Dank, seltner als die erste, aber leider' doch immer noch bei der einen oder der andern Mutter zu treffen. Wenn nämlich in jenem Falle die K und morgen wiederum anders als übermorgen behandelt werden, so ist in diesem Falle aber nicht bei jedem gleich. die Behandlung eu jeder Zeit, Das eine Kind Han den Namen gezogen, das eine Kind wird Schrift aber sagt mit Recht: ist ein Geschenk Gottes, das von deinem Beine und Flei nder heute anders als morgen oder auch die GesichtSzüge der Großmutter oder des Großvaters, und darum wird«es den andern, die entweder nicht den Namen oder nicht die geliebten Familicnzüge haben, vorals der Sohn einer Geliebten, die übrigen Kinder als die einer Gehaßten betrachtet. Die Daö eine wie das andere hast du unter deinem Herzen getr.gen, daö eine i ne das andere eine wie das andere ist Bein ch von deinem Fleische. Wie könnten die Kinder deinep Ssimme. gehorchen, wenn sie gar so verschieden ist bei dem eilten und ibei dem andern? Ob nun auch hier; die trägt, ob der Gatte dabei so Frau ganz allein die Schuld ganz unschuldig ist, möchte ich doch bezweifeln. Denn eben o wie der Mann die Ursache ist, wenn er wirklich zwei Fr men hat, die eine geliebt^ die andere gehaßt hatte, da doch nicht die Frau sich noch hie andere neben sich gestellt, fordern der Mann sie zu der andern hinzugcnoinmen hat, §so wird auch in den meisten Fällen, wenn der Mann in der 1 eitu verschiedenen Launen besetzt, Die Laune der Frau wird n Frau zwei Frauen nach den die Ursache 'im Manne liegen, größtentheils durch die Stimmung des Mannes mehr obi r weniger angeregt. Trittst du deiner Frau entgegen einmal ein anderes Mal^ wieder ischr verschiedene Stimmungen! in diese Stimmung nicht.wije du der Umtauschen i^ann, diese Oder wenn du deine Freude dem Markte des Gebens ^uchf Bon Herrn I>r. A.i J. G über das zweijährige T bathschule für iSraesitiscke lehrlinge zu Odeffa, gegbünd!t blum, erschienen und stns dieses Schriftcheu nicht -ls lt Rechenschaftsbericht einer edln in Liebe und Hingebung und ff und abstoßend, so muß das ihr erwecken, und muß sie, die dort außen in der Welt, wiein die Erziehung hineintragen, anstatt am heimischen Herde auf und erkaufen, willst, dann muß sie allerdings, dfe Niemanden hat, um ihr Inneres mitzutheilen, dem Wechsel der! Lat neu preisgcgeben werden.' Auch dir, Mann! ist die Erziehen g übergeben, auch du mußt der Frau helfend bei der Erzieht ng zur Seide stehen, nur dann kann das schwere Geschäft geleshen, heilsam und fruchtbringend werdep. Retenlfionen. olbenblum ist der: „Bericht esteyen der ersten- Sab- Handwerks- und -Handlungsvon Hrn. I)f. A. I. Goldcnjugefandt worden. Wir zeigen erarischeö Produkt, sondern als n That an, denn außer einigen 1°