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Der israelitische Lehrer · 1861-08-15 · 8 (15.8.1861) · p. Seite 58

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
8 (15.8.1861)
Date
1861-08-15
Page
Seite 58 (sequence 4)
Language
German
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( 58^- haus^ tna iche Aenderung als wünschenswerth erscheinen lassen. Namentlich soll „Schulzwang" nicht nachgesacht und auch von der Litte der Errichtung.von jüdischen Seminarien aus Staatsm tteln Äbstand genommen werden. Bei dieser Gelegenheit wurde indessen allseitig daS Bedauern laut, daß Seitens! der Rabbinen so wenig hierfür, wie M Hebung deS Lehrersta idss und des Schulwesens im Allgemeinen geschehe. Die j Pet tion wie die Denkschrift sollen nunmehr auSgearbrilet, d irch den Druck vervielfältigt, jedem Mitglieds des LehrerwereinS ein Exemplar zur Unterschrift zugeschickt und alsd«nn durch den Präses des Borstandeö dem Abgeordnetenhause eingereichl werten. Auf Wunsch des Herrn Blumenfell' wurde statt' seiner in die Petitiönscominffsion Herr Steinweg (Hamm) gewählt. Nachdem noch der Vorsitzende dem Pen icnsvorsteher Herrn.Wolfs aus Osnabrück für die rege! The iliiahme, die er der Konferenz fortwährend zuwand, die Aner estnung der Versammlung ausgesprochen!,' und von 'diesöm darauf in herzlicher Ansprache erwiedert worden war, erging sich die Versammlung in ungebundener Unterhaltung über allgemeine Schul- und Gcmeinreangelegenheiten, wobei mgstche aöchü interessante Lrcal- und Personalayekdote zur Sdftjche kam. j Tie auf den 21'. festgesetzte Grundsteinlegung des jüdischen Waisenhauses zu Paderborn vcranlaßte. einen ^großen Thtil re - Lehrer, die ihre Theilnahme bei der Feierlichkeit zugesagl, schon heute abzureisen, so daß die Versammlung etwa um '/3 ihrer Theilnehmer geschwächt wurde.! Am folgenden Tage überimhm der inzwischen eingetrcffcne Präses, Blumen au aus Bieleftld, den Vorsitz, uuy begiüßre zunächst Namens der,Versammlung den zeitigen Vertrete - der Hainrorf'schen Anstalk, Herr» Rittergutsbesitzer ^ö!b von Ealdenhafs, der während der Vormittagssitzung mit lebhaftem Interesse an der Verhandlung Theil nahm. A<1 III. der Tagesordnung: /.lieber den Unterricht im He! rätschen" wurde zmiächft über d..s Maß deS! Hebräisd»en in der Elementarschule gesprochen. In dem der Besprechung zu'Gründe gelegten Plane deS Herrn Leeser M iLübbicke fordert derselbe-als Minimum für Knaben, die aus der Schule entlasse» werken: 1) Uebersetzen des Pentater chS (mit Ausschluß einiger für Kinder nicht geeigneter < stellen); 2) Uebersetzen der wichtigsten Gebete; 3)! Kem tniß der wichtigsten Regeln aus der Grammatik. Nach eingehender recht lebhafter Debatte erklärt die Versamirlung sich mit dieser Forderung einverstanden und hält die elbe für Knaben, welche die Schule während des schulpflichtigen Alters besuchen, für recht gut ausführbar. Die Vcrsammlung verkannte nicht, daß die stiefmütterliche Behandlung des Hebräischen in vielen Schulen häufig ihren .Grund in der mangelhaften Vorbildung der Lehrer selbst habe, uild es konnte nicht fehlen, daß Bemerkungen über den f Zustand der Haindorf'schen Anstalt und über desfallsige Wünsche mit in die Debatte verflochten wurden. Herr Rittergutsbesitzer Löb glaubt einerseits, daß für die Zukunft durch den von zwei auf drei Jahre verlängerten CursuS in der Anstalt bessere Garantie für den beregten Gegenstand geboten wären und klagte anderseits über die so sehr mangelhaften Vorkenntnisse der aufzunehmenden Aspiranten im Hebräischen, die in manchen Fällen sich auf Null reducirten.^— Um diesem Uebelstaude zu begegnen, wurde von der Versammlung als ein passendes Mittel erachtet, daß die SchulamtSaspiranten vor ihrer Aufnahme in die Anstalt einem oder , dem andern tüchtigen Lehrer überwiesen würden, um in dessen Schule und durch Privatunterricht die Lücken, be-! sonders im Hebräischen, auszu^üllen. Es versteht sich von selbst, daß Alles,!was in der! Debatte in Bezug auf die Haindorf'sche Anstalt vorkam, nyr die Bedeutung von ausgesprochenen Wünschen haben konnte, die indessen von Herrn Löb mit Vergnügen.entgegengenommen wurden. Auch erfreute derselbe die Versammlung durch das Versprechen, daß er der Pflege des Hebräischen in der Anstalt — wie bisher — unausgesetzt seine Aufmerksamkc t zuwenden werde. Herr Blume»selb übernahm für die nächste Conferenz die Ausarbeitung eines Referats zur weiteren Besprechung des Unterrichts im Hebräischen in Bezug auf Lehrj mittel, Methode u. s. w. — Ebe achtet, daß vor der Debatte über den sehr wichtigen Gegenstand „Unterricht in der bibl. Geschichte" zur nächsten Conferenz ein Referat ausgearbeite! werde. Dasselbe übernahm Herr Wolfs (Osnabrück). Zur Besprechung, resp. Begutachtung lagen der Conferenzverschiedene Schulbücher vor, die einzelnen Collegen iso wurde für zweckmäßig er- Conferenz übergeben wurden, der Conferenz durch Vermittin Lübbecke seine „hebräische zum Referate für die nächste a) Herr Einslein übergab lung des Herrn Leeser Lesefibel." Referent: Blumenfeld. b) Herr Ludwig Stern aas Creyliugen durch Bermittlung des Herrn Consistciial-Oberrabbiner Bodenheime r die ersten zwei The le seiner „Lesebuchs für jüdische Schulen." Referent; Spier.! c) Herr Buchhändler Jstwan in Coesfeld durch Blumen au die in seinem Virlage erschienenen drei Schriften des Herrn Treu „ober deutsche Sprache und Orthographie." Referent: Lraunschweig. 6) Herr Buchhändler Eßr > ann aus Oeynhausen übdrreichte in Person den b:i ihm in fünfter Auflage erschienenen „Leitfaden beim Unterrichte in der Geschichte der Israeliten u. s. w." >on El kan. Referent: Blumenau. Als Ort für die nächste Konferenz wurde Essen an der Ruhr gewählt. I

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