Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 7 (1.8.1861)
- Date
- 1861-08-01
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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55 „Diesem muß ich auS vollem Herzen zustimmen, und in diesem Sinne erlaube ich mir nachträglich noch ein paar Sätze hier anzufügen." , „ES ist gewiß hohe Zeit, daß wir uns fortan-mit der Schlechtigkeit des Philisterthums, des Kastengeistes und des Separatismus, dem Unkraut« der egoistischen Scheel- und Eifersucht und der abstoßenden Ueberhebung seines 'Gleichen, dein Gifthauche der Misanthrop» und Berufsfeindschaft u. s. f. in das erbitterste feindschaftliche Verhäljniß setzen. — Dagegen aber den ernsten Entschluß fasse» zum festen Anschlüsse an das Ganze, an unseren Stand, zur Gewinnung der nöthigen Auffrischung und Freudigkeit, des Mutheö und der Begeisterug, zur Gewinnung einer mehr idealen Auffassung unseres Berufes, ohne welche derselbe leicht bei Diesem und Jenem zur Unerquicklichkeit heruntersinken möchte. —" „Niemand sei, ja Niemand ist sich selbst genug. Im engen, stillen Kreis verengert und verlieret sich der Sinn. Nur bei der Glieder eng vereintem Streben erwüchset erst ein schönes Lehrrneben." - « „Wer sich von dem Stande, der Corporation, wozu er als Glied gehört, auö- und abschließt — ist verloren; er gibt sich damit selbst auf." (Joh. v. Müller.) „Es fehlt nicht a» Lehrern *), aber noch viel zu sehr an einem ausgeprägten Lehrer stände, an Einheit und Gemeinsamkeit, an einem Lebrcrkörper, worin einzig und allein die Macht n»d Starte, die gewichtige und nach, drnckSvolle Bedeutsamkeit liegt, zu welcher daS separirte Glied zum eignen und zum Nachtheile deS Ganzen schändlicher Weise den pflichtschuldigen Tribut'nicht zahlt. — " „Gewiß, eS ist etwas unaussprechlich Herrliches und Köstliches, im Besitze von Charakterfestigkeit und eines lebendigen Standesbewußtseins zn sein —, ergriffen von dem Bewußtsein der Zusammengehörigkeit, dem Interesse der gesaiumten Lchrerassociation, dem Wesen achter Collcgialität ewige Treue zugeschworen zu haben." „Die Confercnz, daS ist ein Weg, der direct zu jenem schönen und edlen Ziele hinführt! — Möchte doch uns Lehrer allesammt, die wix nach dem Gleichen streben, än dem Nämlichen arbeiten, dieselben Berufsfreuden und -Leiden empfinden,' — forta« und „immerdar" das liebliche Band inniger Freundschaft und Brüderlichkeit umschlingen, so daß Das, was den Einzelnen mächtig bewegt, sogleich den Weg in die Herzen Aller findet, und wiederum Das, was den Gesammtlehrer st a n d, den Lehrer k ö r p e r, iiir Innersten ergreift, sofort kräftig in jedem einzelnen Gliede pulsirt und wiederhallt, dasselbe!uS JndifferentiSmu» und Lethargie herausreißt und anspornt zu einer lebendigen Tbat- . kräftigkeit im Dienste des Ganzen." 1 ' „Zum Ende möchte ich den ge schätztest College» im Kreise Alzey an's Herz .legen, bei ihrer »«ächsten Versammlung doch t einmüthig dahin zu wirken, daß t wie auch vormals, die Gründung eines Lesevereins witder zu Stande komme. — Nach meinem. Dafürhalten gehöre! die beiden Stücke: Conferenz und Lesezirkel — unbedingt zusammen, und die Wichtigkeit des letzteren steht keineöfal s der Leichtigkeit des erstere» nach. — Auch wäre eS jede «falls rathsam, das Dritte im Bunde nicht zu vernachlässige«, und dein Wunsche deS Herr» Kreisraths inehr Vorschub zu leistdn, welcher dahin geht, nach Schluß der Confercnzsis ung sich! zu einem gemeinschaftlichen Festmahle zu vere nigen. schon für die erste Conferenz in l von Seiten des Herrn College» $! leitet worden, könnte aber gewiss Ein solches war Aussicht genommen, und chäffer apch bestens cingeser Hindernisse (?) wegen | leider diesmal nicht zur Ausführ »>g kommen, weßhalb auf! diese schöne und gernüthliche Seit« des ConferenzlebenS theil-; weise Verzicht geleistet werden imfete." ) -> * „Bei heiterem Mahle wird t iS einheitliche collegialische j Streben unstreitig und offenbar am wirksamsten und thatj sächlichsten genährt, —und in d esem Punkte kann ich dar- 1 um auch Herrn.... nicht beisti« «men,, der da meint, „der Lehrer werde dadurch zu einer A«u gäbe veranlaßt, die für den Lehrergöldsack eine Bedeutung hak e," — und dem Herr... aus ..y auch mit Recht Widers wicht, indem er behauptet: wenn diese Ausgabe ein Loch in den Geldbeutel des Lehrers reißen sollte, dann müßte unsey Stand — ja ein gar armer sein." — _ 3r c u i l I, t o n. Nheinhellrn. Herr l>r. Rc seine Ernennung zum Kreis-Rai binen in Alzey, und z«var ganz nach dem Status erhalten, daselbst angcstellt «var, nur mit diesem erst kurz vor feinem Abge?en' bewilligt worden. DaS Dekret, lautet: „aus Wiederruf"; in dem Ausschreiben im Großh. RegiernngSklatte ist diese' Passus jedoch weggelassen. Preußen. Der Jnstizmini tcr von Bernuth hat den Rabbinen ein Gutachten abgcford:rt, ob bei eventueller Vcr j Wendung von Israeliten zu Riihlerstellen, diese durch ihr I - ©(au&enebefcimtniB nicht verhind:rt seien, am Sabbath ihre I richterlichen Pflichten zu erfülle «. Cs scheint, daß dieses l Gntachten nur von einzelnen Ribbinen, wahrscheinlich der j orthodoxen Richtung, verlangt wird. — DaS Oberpräsidl^um von s Zofen hat alle Walüen ' zu in _ V Bei unS Juden wohl ja! Wir haben Lehreimangel und" Lehrermangel! Provinzial-Landtage für ungültig von der Theilnahlne an denselbeji ausgeschlossen wurden. — thsä> ildans Aachen hat «vie Rabbiner l)r. Adler dem erhöhten Gehalt,-der erklärt, bei denen die Juden l