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Der israelitische Lehrer · 1861-08-01 · 7 (1.8.1861) · p. Seite 56

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
7 (1.8.1861)
Date
1861-08-01
Page
Seite 56 (sequence 8)
Language
German
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56 — Nachdem das Stadtverordneten-Coklegium zu^Rackel mit Ausschluß der Juden zur Wahl geschritten war, ivurde durch die jüdischen Stadtverordneten protestirt, und fand, eine Neuwahl statt, wobei der Rentier Schwarz zum Wahlmann und der jüdische Stadtverordnete Buchhändler Callmann zum Stellvertreter erwählt wurden. Bcfterreich. Der österreichische Reichstag hat eine Commission für die confessionelleii Angelegenheiten niedergesetzt, die sich insbesondere mit der Frage über gleichmäßige Befähigung der Juden in Galizien zum Grundbesitz beschäftigen soll. Lemberg..- Die chassidischen Rabbis in Galizien, an ihrer Spitze der neue Rabbiner zu Königsberg (?) und der bekannte! Rabbi zu Sa'ndel, haben die Crinolinen in Cherem gethan, sind soll es am 4^d. M. zu Thätlichkeiten gegen bereifrockle! Damen gekommen sein, die-in die Synagoge wollten. — Tfen galszischen Rabbinatscandidaten wurde der Nachweis übchphilosophische, academische Bildung erlassen, und soll von. nun! an nur die Kenmniß vom Untergymnasium verlangt werden. 1 Sehr rücksichtsvoll. , — Ein Herr Rocklanr aus Rössel in Sachsen fordert zur Bildung eines allgemein-deutschen Crztehuiigs-Bereius auf. Der Gedanke ist gut^, aber die Art und' Weise wie derselbe ins Werk gesetzt werden soll, ist durchaus nicht die rechte. - Ivirschai». Das neue' politische Wahlgesetz spricht allen polnisch lesenden und schreibendeit Einwohnern das active und vasfive Wahlrecht zu den Municipien nach Maßgabe der Steuerzahlung zu. — Die italienischen Israeliten haben ihren Gefühlen der Trauer wegen des Hinscbeidens ihres großen Staatsmannes Grafen Cavour ernsten und würdigen ÄuSdruck verliehen. In fast allen Syüagcgeu wurdest Traüergottesdienste akgehalteü. Graf Cavvur hat für die Inden Italiens mehr gethan, als irgend ein Staatsmann der neueren Zeit für dieselben getban hat. Schon das zeichnet ihn gls große» edlen Charakter. — Selbst in Mantua —Um österreichischen Italien — hatten die Juden den Muth, einen Trauergottesdienst abzuhalten. — Da in Cairo . Aegypten) die katholische Geistlichkeit die Kircke den dort weilenden Italienern zur ,Feier ihres Nationalfestes am 2. Juni versggte, luden die Israeliten diei Italiener in ihre Synagoge ein, um in derselben das Fes! zu begehen. Am genannten Täge ward die Synagoge festlich beleuchtet und mit dreifarbigen Fahnen geschmückt, und nachdem ein Herr Cesar Lunel eine der Feier angemessene Rede Lchalteu, ward von Israeliten-Knaben ^as Te Deum hebräisch gesungen. Dem Feste wohnten besonders viele Griecheii bei. Die „iSrael. Allianz" in Paris hat zwei Preise von 10 X) Francs für zwei Fragen ausgesetzt, welche religiöse Mi ) moralische Dogmen auS der, jüdischen Religion in die späteren übergegangen seien und welche Beweise vorhanden wären, daß die religiösen Dokumente des JudenthumS jeden Bi weis mit denen anderer Böller und Religionen auShalten kör Uten. Die Antworten können in französischer, englischer, deutscher, italienischer, hebräischer und lateinischer Sprache lauten, dürfen nicht mit Namen unterzeichnet sein, und missen vor dem '1. März 1862 bei dem Sekretariat ringelte ert werden; eine Medaille von 1500 Franks Werth ist für eine Arbeit bestimmt, welche die Statistik' der gegenwärtigen jüdischen Bevölkerung aller Länder, ihre moralischen 'un> materiellen Zustände, ihre Gewerbe und ihren Lebensunerhalt nachweist, und zugleich Yen Einfluß bezeichnet,'den die ihnen in den verschiedenen Ländern bewilligte größere oder gei ingere Freiheit auf sie geübt hat. Diese Arbeiten müssen vo ' dem 1. März 1863 eingeliefert werden. (Nene Franks. Zeit.) Melbourne, im April. . Der schnelle Anwachs der jütischen Bevölkerung in Melbourne geht auS folgenden statistischen Notizen über die Todesfälle hervor: 1854 starben in dieser Statt 7 Juden, 1855 19, 1856 22, 1857 28, 18)8 32. 1859 27. 1860 43. Hiernach hätte Fich in siebet -Jahren die jüdische Bevölkerung ungefähr versechsfacht. (.lew. Clmm.t ' Tunis, im Mai. Das sogenannte italienische Quartier ln Tunis ^fteht unter cer Leitung des Sgr. Franco, eines Israeliten. Am jüngsten Ramadanfeste hatte Sgr. Franco den Eingang des genannten Quartiers in geschmackvollster Weise decorrrt und glänzend erleuchtet.. Der Bey machte dein Quartier einen Besuch und erhielt einen enthusiastifchen Empfang, als Zeugniß der Dankbarkeit, welche man ihm für die Berleihung der Constitution widmet. Der Bey war da)on sehr ergriffen und sprach dem Sgr. Franco seine Anerkennung aus. i Aich i>r.i Berant«»tlicher Redakteur: I. Klingenstein in Odernheim (Rheinheffer). — Druck und Berlag vo» Ehr. Friede. Will in Darmstadt. Itofc Nicht zu übersehen! Dir Zt'Ut eineisrael. ReligioiiSlehrer» und Borbelers in hiesiger Gemeinte ist sofort zu besetzen. Nebst freier Wohnung mir Garten, ciulheiznnq und sonstigen Nebeneinfüuffen, hat der Lehrer einen siren Gehalt von 300 Gulden zu besiehe». Reflektanten wollen sirh gefälligst baldigst in portofreien Briefen an de» Unterzeichneten wenden. Schornsheim im Eanton Wörrstadt ' in Rheiiihesicn. im Juni .1801. Der Vorstand Herrmami Löweofteiu l. j

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