Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 7 (1.8.1861)
- Date
- 1861-08-01
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Werk: führen die besonderen Titel : Thariag 1833; Schurath — 54 — Haddin 1837; Chisut Hathora '1839 und Dorsche Hadd orath 1840. Biblisches Lehrbuch der hebr. Sprache, nach der Hamilton'schell Jntfrlinearmethode. Mainz, 1837. Eiuik e Worte zur Beleuchtung des Auerbachschen Lehrbuchs der i »rael. Religion. 1839. Betrachtungen für die 10 Bußtage. Frankfurt, 1840. J^sod More, sive Fundainentum pieta is. Rach Aben Esra. Ebend. 1841. Stunden der Weihe für iSrael. Confirmanden. Ebend. 1841. Zion, hebr. Monatsschrift. 1841---42. Bemerkenswerth ist, daß Creizenach an demselben A^enh, den 5. August 1842, seinen Geist aushauchte, an dem die. letzte Zeile seiner Zeitschrift gefetzt ward. Die Trauer um seinen Tod war eine außerordentliche, eine allgemeine. Mehr denn 1000] Personen folgten seinem Leichenzuge, unter reuen sich auch Deputirte und Freunde aus der Nachbarschaft einfanden. Er hinwtieß drei Kinder, wovon ein Sohn Jurist wurde,-der andere.als Belletrist glänzt, und eine Tochter. Zum Andenken an een Verblichenen kam sin Frankfurt eine milde Stfftuüg unter rem'Namen Creizenach- Stifkung zu Stande zu Gunsten dev zur Amtsführung unfähig gewordenen Lehrer an dem.Philantropin und deren Relikte». .Bon den' vielen au. seinem-' Grabe geballenen Reden ist nur die von Dr. Jost im Druck erschienen. Sein Tod war nicht nur ein Berlnft mr die Anstalt, der er 17 Jahre lang rühmfichst Vorstand, sondern auch für die- Wissenschaft des JudeuthninS; besonders aber batte ras jüdische Lehrerpersonal eine Größe verloren,»' einenan-Geist und Charakter vortrefflichen Mann, Tie Rübe unk Klarheit, mit der er seinem Ende entgegen sab. lieferte den rührenden Beweis, daß seine Seele auch im Leben klar und rein das Wahre suchte und stets das Gute wollte und daß er, ob auch mannichfach verkannt, stets feinem Gewissen treu blieb. In der' Thal, sein ganzes Leben war der Förderung cer Religion und der Jugenderziehung, red Hebung des geistigen und materiellen Wohles feiner Gklub.errS-. und der Bildung seiner Baterlandogenossen im Allgenreincn.gewidmet, seine Zeit »ur rer Erfüllung seiner Pflichten bestimmt. Gerade, offen und gerecht, ein Todfeind-aller Falschheit und Zweizüngigkeit, mild im Urtheile über Andere,..ein treuer. College, ein zärtlicher Vater und Gatte, sicherte er sich die Achtung Aller für ewige Zeilen. Kurz istvie Zeit, ris wir auf Erde» leben. Lang ist der Kampf fstr riese kur^e Zeit. Doch nach dem Kampf geht der frohe Sieger Zur Herrlichkeit und zur Lerkiärung. Bald -ist der Streit der. Erve ausgerüngen. Ein ewiger Nachruhm krönt die graste That. 4 vr. EManuel Hecht. lleber Lehrerconferenzen. Lon Lehrer Bärmann in Mutterstadt in der bayr. Pfalz. Wir werden nun bald unsere zweite Versammlung nach Neustadt a. d. H. ausschreiben. Schade, daß cS uns bis heute noch nicht gelingen wollte, unserer Bersammlüng einen öffentlichen Charakter als Lehrerconferenz zu geben. Dadurch werde» wir vielleicht verhindert, regelmäßige periodische Zusammenkünfte zu halten. Was Lehrerconferenzen im Allgemeinen, und insbesondere jüdische Lehrerconferenzen für Geist und Gemüth bewirken, das wußte ich ja schon früher aus eigener Anschauung bei Ihnen in Rheinhessen. Solche Versammlungen sind für alle Anwohnenden ein Feiertag und müssen es sein! — In den jüdischen Gemeinden finden leider im Jahre 1801 noch die Lehrer so selten Anerkennung, und wenn hie und da uianchmal mehr geschieht, als nian durch Erfahrung zu erwarten berechtigt ist, so ist sicher eine höhere, leider seltene Bildung, voraus zu setzen. Meistentheils ist nur dort ein schönes Verhältniß zwischen Lehre^ und Gemeinde, wo der Bildungsgrad der Gemeinde ein angemessener ist. Gehet hinaus in die Landgenieinden, — oft trifft man das auch noch in Städten — höret sie über die Lehrer und ihren. Stand urtheile». Sie brechen den Stab über ihn, wenn sie einmal bemerkt, daß der Lehrer das unbedeutendste Ceremonialgesetz übertreten, oder vielleicht auch einmal als Mensch in anderer Hinsicht gefehlt. — Wir müssen die Sache nehmen wie sie' ist, und nicht ivie sie sein sollte. Gleiche Herzen und gleiche Erfahrungen finden einander leicht, tanschen ihre Gesinnungen gegen einander aus und kommen einander Zimmer näher. Und nirgends kann das besser wie in Conferenzen und Nachconserenzen geschehen. In den Gemeinden stehen wir meistens allein; denn geht es gegen den Lehrer — einigen sich die Feinde. In Conserenzen aber, wo Her; an Herz sich schließt, fühlen wir uns stark und über alle .Unannehmlichkeiten erhaben. Möchten darum immer niehr Conferenzen entstehe», die Bestehenden aber blühen und gedeihen zilm Heile des Ganzen. Möchte unsere Versammlung in "Neustadt, der Sie, Herr Redacteur, so freundlich ras Wort redeten, die Anwesenden befriedigt haben und zum Weiterstreben nach dieser Richtung anregen. — Wir schließen der so sehr beherzigenswerthen Ansprache. unseres geschätzten College» Folgendes aus dem Schuldeten für Rhein und Main an: „Auf der von der Kreisschulcommission angeordneten allgemeinen Lehrerconferenz zu Alzey geschah von einem Mitgliede die Aeußerung: eS wäre sehr zweckmäßig, mit dem Orte zur Abhaltung der Cantonalbeziehungsweise SectionSconferenzen recht oft zu wechseln, und zwar vorzüglich daruni, um möglichst vielen Gemeinden Gelegenheit zu geben, zu sehen, es'gibt nicht bloß Lehrer, sondern auch einen Lehrerstand." 1