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Der israelitische Lehrer · 1861-08-01 · 7 (1.8.1861) · p. Seite 51

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
7 (1.8.1861)
Date
1861-08-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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51 keinen höheren Stolz Kennen, als die gehorsamen Diener ihrer unmittelbaren Boirgesetzten zu sein. Nur ein sreidcnkender, energischer und ernster Geist strelt rem höchsten Ziele zu, ist würdig, die Erziehung eines Menschen zu leiten. Also, wir constatiren: Niemand, als nur der durch Bildungsgang und Erfahrung hierzu berufene Lehrer, ist berechtigt, in de» inneren Angelegenheiten der Schule ein maßgebendes Urtheil abzugeben. Sind hierdurch die anderen Klassen der menschlichen Gesellschaft, sind insbesondere die Geistlichen, hier die Rabbinen, principtell von der Mitwirkung und Beaufsichtigung der Schule und fceö Lehrers ausgeschlossen? Mit Nichten! Und es ist dies de» Nabbiuen zusteheude! Recht ein heiliges, und lange nicht so unvereinbar mit dem oben Gesagten, als eS scheinen mag. < Der Lehrer kann eine Ausschließung der verschiedenen Faktoren des gesellschaftlichen Lebens, der Familie, der Gemeinde, des StaatS^und der Religionsgenossenschaft von der Schule weder verlangen noch wünschen. Diese Faktoren des Lebens haben das größt^ Interesse dabei, daß in der Schule nach Maß nnd Inhalt Eittsprechendes geleistet werde; die Schule ist um dieser Faktoren willen da, und, so wird sie nicht umhin können, die Resultate ihrer Wirksamkeit der öffentlichen Beurtheilung vorzulegen; diese Lebens'faktorrn, ' für die sie ihr schwieriges Geschäft unternimmt, werden zu urtheilen haben, ob aus der Schule wackere Familienglieder, Bürger und Religionsgenossen hervorgehen, sie werden ihre Vertreter denen der Schule zugesellen, um zu erfahren, ob die Leistungen derselben auch die Probe des Lebens bestehen. Sie untersuchen und beurtheilen nicht den Unterrichksgang, nicht die Methode, sie prüfen nur, ob die Resultate den Anforderungen des Lebens an die Schule genügen. Wir haben nun anzudeuten, wie der Rabbiner als der 'Vertreter der Religionsgemeinde auf die Schule einwirken MUß. | < Fcrlictzung folqi.j nicht eine selten^ Begeisterung zum Lehramte gleichsani treibt, zumuthcn kann, nicht lieber das ärmlichste Handwerk als den Lehrerberuf zu ergreifen. ES ist aber hier wiederum auch die Frage: Wäre iev denn eine Unmöglichkeit^ oder nur. eine nennenSwerthe Schwierigkeit eine Anstalt für Lehrerbildung hervorzurufen? Sollte eS ' für . die jüdischen Religionsgenossen Hessens, deren wir etwa 30,000 Seelen zählen, nicht möglich sein, einige Hundert Gulden jährlich für einen Religionslehrer in Fri!edberg o rer BenSheim aufzudringen, der dazu geeignet wäre, den uöt jigcn RcligionöNnterricht an Seminaristen zu erlheilen? Solle man nicht auch selbst 5 oder 6 Stipendien aufbringenkön ,cn für unbemittelte junge Leute, die sich diesem Fache widme i wollen? Wir müssen Einiges ngentlich nicht' zufammengebörige vermische». Seit einer; Reihe von Jahren sind in allen Ländern Deutschlands israelitische Waisenhäuser u. dgl. Anstalten erstanden. In unfern, Hessin, das procentnal die meisten. Juden (über 3"/») irgend eines Staates zählt, fehlt es^-noch gänzlich an einer derartiger Anstatt. Nur der Staat'zahlt für yater- und mutterlose Waisen jährlich 36 fl. Lebt der Vater oder die Mutter, jo sind sie zur Erhaltung ihrer Kinder verpflichtet. Ist in solcher- Weise für die Existenz armer verlassener Kinder < u-reichend gesorgt? *}- Sollte i in den großen und alten jüdischen Gemeinden Hessens — Mainz, Worm-. ^ffenbacb, Darmstadt, Gießen. Bingen u. a. m. — sich nicht die Möglichkeit bieten, den Grund zu Land zu legen, die Waisen und verlassene» Kindern eine geeignete Unterkunft böte? Eine solche Anstalt könnte >qKn aber auch nach mehreren Seiten hin die Pflanzstätte für Lehrer werden. Einmal könnte die Anstalt zugleich Bildungsschule — Seminar -oder doch Boffeminar — für jüdische Fächer werden, die jungen Präparanden Unterkunft nnd UebungSschule sinden. Andererseits 1 önnten geeignete Knaben aus der Anstalt selbst zün, Lehrerberufe herangebildet werden. Wir Ueber das jüdische Schulwesen im Großhcrzogthum Hessen. / l L»>uß.) 'i \ ni. Aber wir haben ckeine Lehrer! Der Mangel an geeigneten für diesen Beruf ausgebildeten Männern wird immer fühlbarer; eS fehlt sogar an Gelegenheit für junge Kräfte, sich die dem Lehramte nöthige Kenntniß der jüdischen ReligionSwiffenschaft zu verschaffen. — DaS ist eine weitere Klagx,, der Gemeinden! — Wohl wahr; wir wollen nicht davon sprechen, daß unter dm beregten Umständen "'man keinem jungen Manne, den Mn *J In meinem Filiale B. ist gegen obige Summe bei untergebracht. ES ist a zur Unterbringung bestell Ein zweitederjelden In F. starh vor einem hintcrließ sechs unerzogeij Welt. — Wohlhabende u ' haste Unterstützung. Abei Unterbringung einiger K geeignete Anstalt. In und er ist fn seinem gest Unsere Regierung ist in man und mehr als tolerdi statt den Jbiden duS steif! darum auch als Juden halbe >d' ein unehelicher Knabe vbn 5 Jahren einer gemeinen christlichen Botenstau ir nicht gelungen, die . . . Mutter ey bei einem Juden zu veranlagen. tjer starb in diesem Hause.-- .— en Jahre riif armer Mann, und e -linder, das siebente kam bald zur wohlthätige Menschen bieten uam- »ichtS wäre hier -geeigneter, als die nsihen zu anständiger Erziehung in ein» bfitzen Fällen thut der Staat nichts, en Rechte; er kann nicht anders, diesem Punkte sogar vollkommen Hunt. da fle dir allgemeine Waisrnanm Antriebe rröffnete. Aber find wir stetd Der Einzelne steht hier rathlo«. * t

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