Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 5 (1.7.1861)
- Date
- 1861-07-01
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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J sein. — Gott der Liebe! Verwirf mich nicht vor deinem Angesichte, nimm mich gnädig auf in die Versammlung der Frommen und Seligen, damit ich deinen Namen preise für und für. Wie der. Schweiß mir von der Stirne trieft! — Ach, habe Geduld, menze Seele, — eö gilt, ja nur noch diesen einen Kampf. — Mein Auge bricht. — Eß wird mir so schauerlich dunkel! Vorboten des Todes! Seid mir gegrüßt, ihr Helfer aus Qual und Drangsal, ihr Retter von Sorge und Noth. — Licht, Licht! ES wird mir ganz finster! Doch recht so, mein Gott! Von Finsterniß zum Lichte, von den Tagen der Arbeit zu den Tagen der Fei^r! -77 Ach, die Welt verschwindet mir, die Sinne versagen mir ihren Dienst. — Frau, geliebte Frau, wo bist denn du? Komm näher! Die TrennnngSstunde schlägt!. Reich mir deine AbschiedShand, die letzte Abschiedshand, den letzten Kuß! Weine nicht, 0 weine nicht, Geliebte meiner Seele. Nicht auf ewig sind wir getrennt! O könntest du mit mir gehen! Es leuchtet mir so schön herüber aus den. Gefilden der Ewigkeit! Ich fühle schon die Wonne des Jenseits! Mir dünkt pb, als sähe ich einen braven selig gewordenen Schüler freundlich mir zuwinken, auf mich wartend mit Gab^n der Liebe in der Haud! Meine Geliebten! ich komme, ich komme. — Bald! bald! — Ach, laß doch das Schluchzen, theures Weib! Weine nicht, holder Engel! Weine doch nicht! Gott wird helfen!, Vertraue auf ihn, er wird'S wohl machen! Er «hat mich nie verlassen, er wird auch d i ch riicht verlassen. Gedenkest du noch jener grausenvollen Zeit, wo Noth und Elend uns umgab und wie Gott so unerwartet, schnell geholfen? Erinnerst du dich des noch tiefer schmerzenden Kampfes, ^den uns so oft, ach, Rohheit und Bosheit zugezogen und wie er sich gelegt — und des tiefsten Schmerzes, wenn geliebte Pfleglinge meiner Hand sich verirrten zu Trug und Schuld, eine Beute der Sünde wurden? — So weine dock) nicht! Ich habe doch auch viele dem Leben, der Tugend und Seligkeit zugeführt! Wie wohl dieser Gedanke thut!-Weine nicht i Ueber uns ist. ja ein Vater der Wittwen, ein Schild in jedem Kampfe, ei» Retter aus jedem Leid. Jammere nicht! Schone deiner Gesundheit. Du bedarfst ihrer noch. Doppelte Pflichten erwarten deiner. Du hast nun Mutter und Vaterstelle zu vertreten. O, trockne die Thränen! Das Leben ist kurz! Auch dich ruft einst der Herr über Leben und Tod, und endet dann auch dir den harten Kampf des Daseins. Du warst ja bisher so voll Milde, Sanftmuth und Güte, hast mit deiner himmlischen Geduld und Liebe die Falten des Kummers mir so oft geglättet, mich immer getröstet, beruhigt, besänftigt, ertrage doch nun auch diesen Schmerz des Abschiedes, der ja nicht ewig dauert. Bleibe nur treu dem Pfade der Tugend und erziehe, höre wohl! — die Pfänder Euch zu trennen! O Reibe mich nicht auf, Schmerz wogest und stürmest drun du Gibt doch Gott den Rab m, w unserer Herzen auch fernerhin unser theures Judenthuin Meine Herzenskinder felnd die Hände? — J,i es i!st hart, keinen Vater haben! Ach, mein Gott, mein Gott, e8 wird mir schwep, mich von für's Gute und Edle/ füp I Was ringt ihr so vcrzweiele, halte inne, verlaß mich nicht, der Trennung! , Doch, was so sehr, , angstvolle Seele? mach sie schreien? Herzenskinder, Gott wird es amh Euch nicht fehlen lassen. Schafft er den Schwalben nichtiihr Ndst? O Er, der Alleingnte, wird auch Euch die nöthige ^Löhnung verleihen! Kleidet Er nicht alljährlich die Erde jmit neuem herrlichen Grün, und Ersollte-^icht auch meine Kinder mit Kleid und Decke versehen? Arme Kinder! Verlassene Würmchen! — Es durchschneidct mein Herz! Tie. Seele blutet mir! Was wird nach meine in Tode Euer der einfachen Hüt e, hinaus in Loos sein? Fortgejagt von die Fremde!, in die kalte, öde, herzlose Fremde, arme Geschöpfchen! Uiischuldvolle Wesen Doch nein, mein guter Gott mein ewig treuer guter Vatep der Euch nicht verläßt. Für Dienstzeit gekämpft, gearbeitet, Meinigen Schutz und Schirm,? Und auch Menschen wird',« gehen, die sich der Kinder des Lehrers hilfreich annehmen! —■ So kommet denn, Herzonskinder! Der Ewige segne Euch sein Antlitz zu ustd gebe Eich sterben ist süß/ wenn man Trauert nicht um mich; ■— Ich Die da Andere zur Tugend, führen, sollen glänzen wie die Himmelssterne, sagt die Bibel oerbleibet Euch, mein Vater, ist's, der auch Euer,Vater, hn habe ich in vierzigjähriger gesorgtgelebt. Er wird der ihr Helfer und Retter sein! und behüte Euch! Der Ewige erleuchte Euch nstd sei Emh gstädig;^>er Ewige wende Euch einen Frieden! — O Kinder, gelebt nach Gottes Willen, gehe besserem Leben entgegen. und die Bibel trüget nicht! Horchet auf ihre Worte, befolget ihre Lehren! Folget insbesondere Eurer guten, guten Mutter, liebet sie, liebet alle Menschen. Thuet Gutes, wer Euch Böses gethan. Wo Euch Undank begegnet, vergebt mit Wohlthaten. Laßt^lEuchnicht irre macheu, wo man. (hure guten Absichten verkennt! Seid keine Augendiener! Kämpfet für Gott, für seine Religion, für die Menschen, unh denket nicht an die irvischen Folgen; unglücklich wird, wer ie berechnet. Ueber uns nur, vergesset es nid' ist die Ernle unserer gottgefälligen Aussaat.— Noch ei iS: Saget kleinen Schülern allen, daß ich si« geliebt, tets gelkrbt, jnoch auf dem Tcdbette inniglichft geliebt. £ daß keiner von chnen untreu würde den Gesetzen der Relgion, 0 daß sie Alle einst als gerecht befunden würden vor Gottes heiligem Richterstuhle, und daß keines meiner Schafe verlöre? gehe; 0 daß sie Alle Gotl stets vor Augen haben Und sticht weichen vom Pfade der Religion — wede1 rechts noch (j rks. Mögen sie mir verzeihen