Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 5 (1.7.1861)
- Date
- 1861-07-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4896751-5428754-5431954--0082-4896802- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
auch an und für sich eigentlich christliche Lehranstalten wären. WaS soll nach Jahren aus diesen Gotteshäusern werden? Wäre es nicht besser, daS Bauen der Synagogen selbst nötigenfalls mit Gewalt zu bintertreiben und die Bereinigung mehrerer Gemeinden zu gemeinsamen Schul- und Synagogensprengeln zu veranlassen,- wodurch zugleich den Lehrern ein angemessenes Auskommen und eine die ganze Kraft des Lehrers in Anspruch nehmende, dadurch 'erhebende und begeisternde Beschäftigung geboten werden könnte? Wäre das nicht ein bedeutender Schritt zur Bessergestaltung? Aber auch das kann nicht die Legierung, wenn sie nicht zu vetwerflichen Gewaltmaßregeln greifen will. , Auch das können nur die einsichtsvolle» Vorsteher und-Gemeindeglieder , in Berbindung und unter Zuziehung der mit diScretionärer Gewalt Betrauten, auch für" das Wohl ihrer Landgemeinden begeisterten Rabbinen. Nochmals geht die Mahnung an Euch! Helft Euch selbst,- so es Euch ernst darum ist, daß Euch geholfennverde! - 1 6 foljl.J Wir plaudern aus der Schule. (T.) Denn wir Arbeiten „aus der Praxis-- unter diesem Titel aus dem Schulfreunde seinem Nachfolger vererben, so ' geschieht dieses aus mehrfache Reclamationen von Seiten urtheilssähiger und Wohlmeinender Collegen, Was unter dieser Firma ausgeboten wird, daS sind alles Thatsachen, dem Lehrerleben, dem Gemeine- und dem Schulwesen entnommen. Die Wege ^ur Tugend sind mannigfach, die Waffen gegen das Laster verschieden über die beste Methode wird noch immer gestritten und jedes Schulbuch, wenn es. das Glück ^hat, Recenfenten in tip Hände ^fallen, wird für gut, mittelmäßig, schlecht u. s. w. zugleich gehalten. Alles das ^usammengencmmen. macht unser Thema unerschöpflich. Hiesesmal haben wir znm Gegenstände unserer Mittheilung, Iwie ein Lehrer gegen eine Lüge verfahren. Der Lehrer war noch nicht lange in seiner Stelle, und doch hatte ihio gerade das Kapitel über die Lüge bei seinen Schülern viel zu schaffen gemacht; Manches hatte er gegen dies Lasier aufgeboten, aber ohne sonderliche, nachhaltige Wirkung, bis die in folgendem mitgetheilte Maßnahme die Schüler vollständig bekehrte. Er halte seinen Schülern strenge Ordnung in der Synagoge zur Pflicht gemacht. An einem Sabbattage kamen ihm von Er-wachsenen Klagen über den Schüler N. zu Ohren, daß dieser während des Gottesdienstes mit einem Spielzeug gespielt, und uicht gebetet habe. Am Sonntagmorgen richtet der Lehrer an den Schüler, die Frage; ob er gestern in der Synajgoge mit dem betreffenden Spielwerke gespielt habe. 3H Trotz der Versicherung einiger Mitschüler stellt N. die Anchuldigung keck in Abrede. Ohne weiter ein Wort über den Gegenstand zu derlieren holt der Lehrer das schlägt hie Stelle auf, die da heißt: Ihr sollt nicht leugnen, nicht >ügen" etc. und schließt:, „ich der Ewige". Das stumme Verhalten des Lehrers fetzt die Kinder in spannende Erwarlung. Der Lehrer legt dem N. die Stelle vor. «Lies es lireimal!» Der Schüler thut es und seine Stimme verliert imnier mehr an Festigkeit. „Uebersetze diese Stelle!" Der Schüler thut es mit leiser Stimme und wird über und über roth. «Wie heißt es am Schluffe?" * „Ich, der Ewige" antwortet N.! „Ist Gott nicht gegenwärtig?" i „Ja" stammelt der Schüler und setzt hinzu: „Ich habe E: dcr^ Synagoge gespielt." Darauf' mußten alle Kinder die betreffende Stelle im höre nachsprechen und auswendig lernen. . Der Lehrer sagte dem Schüler N., er wolle ihn nicht strafen, nur müsse er (der Schüler) den Gegenstand, der n zur Sünde verleitet habe, falls er ihn noch zu Hause ^abe, zu entfernen suchen. „Ich habeihn' in der Tasche, hier ist 'er" sagt N. und fiberreicht dem Lehrer das Spielzeug, dieser nimmt es und chließt es in den Schulschrauk. Diese Verhandlung wirkte nachhaltig auf alle Schüler, sind der böse Lügengeist ist aus der betreffenden Schule siusgerottet. Der Lehrer Zadok auf dem Todbette. Von Dr. Emau»el Hecht. Also bald ist es vollbracht, das müheschwere, drangsal- -olle Leben!. Gott, mein Vater! Finster ist mein Meg, -och ich zittere nicht. — Du warst mein Führer, du bist S und wirst es bleiben. Auf deine Hülfe hoffe ich, Ewi- (er! — Ich hoffe, Ewiger, auf deine Hülfe! O, Ewiger! luf deine Hülfe hoffe ich! — Ich habe gelebt und — geliebet. In Angst und Kummer, in Kampf und Noch habe ch ein schweres Erdendasein vollbracht^ Aber auch, wie )iele heitere und lichtvolle, unvergleichliche Stynden habe ich;rlebt, die als leuchtende Bilder strahlend im Gedächtnisse haften. Lehrerleben, Lchrerdasein, Bild aus Licht und ichatten, Wärme und Kälte gewoben, du geihst jetzt nochials im Geiste an mir vorüber. Habe Dank^ großer Gott! ir die Wege durch Auen, wie für die Wege durch Dornen, >ie du mich führtest. — O Vater..im Himmel! Verzeihe jnir! Ich habe wohl oft gefehlt! — Schwach, zu schwach ist der Mensch. — Du weißt das, aber du Richter aller iÄeschöpfe, hörst ja -nicht auf, auch ein Vater derselben zu