Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 4 (15.6.1861)
- Date
- 1861-06-15
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4896751-5428754-5431952--0070-4896791- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 27 — zutragen. Und nur dann/ wenn wir unsere Kinder von frühester Jugend an singen gelehrt, wenn wir,ihnen Liebe zum Gesang in die Herzen gepflanzt, wenn w» sie so herangebildet, daß sie sich einen Gottesdienst am SLbath und Feiertagen , ohne Gesang gar nicht denken können, dann erst wird ein solch erbauender Gottesdienst Dauer und Bestand habe» und für alle Zukunft ein sicheres Fundament gelegt sein, daS allen Stürmen der Zeit Trotz bietet. — Ich glaube durch Borstehendes die Wichtigkeit des Gesangunterrichtes für die israelitische Schule zur Genüge dargethan zu haben, und will ich nur noch kurz anführen, 2. welche Methode ich für diesen Unterricht angewandt wissen möchte. Im Allgemeinen gibt es eine Masse von Liederbüchlein;um Gebrauche in Volksschule» und wäre in dieser Beziehung nicht über Mangel zu klagen; jedoch ist eS hiermit für den Lehrer-, insbesondere für den jüdischen, nicht genug. Da der Zweck des Gesanges in der israelitischen Volksschule, wie oben angeführt, noch der ist. den Gottesdienst veredeln zu helfen, den Gesang in demselben heimisch zu machen, so muß der jüdische Lehrer anders verfahren, als der christliche; er muß gewissermaßen sich^selbst seine Methode bilden, wie er den Gesang für den Gottesdienst einüben will. Der protestantische Lehrer hat feine Choralmelodien, der katholische .außer diesen seine von jeher cingeführten Responsorien, die Allen geläufig sind, .der jüdische Lehrer (Vorsänger) aber hat keine Anhaltspunkte am Alten, Ueberlieferten; er muß.erst solche schaffen.- Ich würde darum Vorschlägen , folgendermaßen zu verfahren: Nachdem die Kinder und §war vom 8—9 Jahre an^ einige leichte deutsche Schullieder eingeübt haben, beginne man mit leichten Responsorien für den Gottesdienst, zum B. "TQtSn m “HD -c. rc. ntZTDp HOttf MT JÜK rc. und zwar alle ohne Noten, ganz nach dem Gehöre; übrigens' dürfen, dieselbe», wenn auch nicht nach einer bestimmten Taktart, doch nicht ganz ohne Rhhtmik eingeübt werden? (Gleich die Noten zu lehren, halte ich für überflüssig, da die Kinder dieselben doch nicht beachten, sondern sich mehr nach dem Gehöre richten.) Später übe man leichte hebräische Gesänge im Takte ein, aber einfache Melodien, immer einstimmig.^ Man könnte dazu wählen Lecho dodi. oti koloiienu, jistd-d u. a. >». Wenn die Kinder ungefähr '/■, Jahr gesungen haben, kann man mit dem Lehren der Noten wohl beginnen. Es hält dies nicht so schwer, wie man es sich vielleicht vorstellt. Ich beginne mit meinen Kindern ebenfalls in dieser Zeit mit der Kenntniß. der -Noten, und lernen Pe dieselben mit Vergnügen in ganz kurzer Zeit. -Namentlich muß man sich hier aber vor dem „Zu viel"'hüten und nur langsam voranschreitcn. Innerhalb 5—6 Wochen bei wöchentlich 2 Gesangstunden ist man im Stande, den Kindern die Namen der Diskantnot m (die fa bei diesem Gesänge nur siöthig sind), sdwie d:n Werth! derselben vollkommen beizutringen. Es wird wohl gut und sogar nöthig sein, daß man!die, Hälfte der Zeit für den Gesangunterricht aus Theorie, siie andere Hälfte auf Singen verwendet, damit es den Kindern nicht zu langweilig werde. (Die Frage, ob Ziffern oder Roten für Schulen am geeignetsten sind, ist schon vielfach? besprochen worden; ich gebe den Noten den Vorzug. Erstens, weil durch die Noten die Höhe und Tiefe der Töne gleich beim Anblick derselben in die Augen springt und zweitens, weil die Kinder, wenn sie ein Instrument spielen lernen, oder sich später weiter im Gesang ausbilden wollen, eine schüre Vorarbeit hinter sich haben). Man laffe nun recht fleiß g Tonleitern singen, weil diese^am besten geeignet sind, das Gehör des Kindes zu stärken, übe dann Intervalle, nehme Takmbuugen vor und man wird es in nicht gar langer Zeit, (natürlich kommt hier viel mf die Fähigkeit des Lehrers an) dahin bringen, alle Gesänge die für den Gottesdienst nöthig sind, hebräische wie deutsche einzuüben uüd beim Gottesdienst vortragen zu lassen, letzteres vorausgesetzt, daß die Zahl der kleinen Sänger nicht gar zu gering ist. Mit 10 bis 12 wird dies, wohl in einer kleinen Landgemeinde schon gehen. Daß nebenbei andre deutscle Schulnamentlich gute Volks-, sowie andere deutsche Lieder, besonders solche, die sich auf Resigion und. Geschichte des Judcnthums beziehen, eingeübt werden sollen /versteht sick wohl von selbst. Auch dürften manche Liedchen für den häuslichen Gebrauch, wie;. B. statt der bemiroth für Sc bbath die schönen deutschen Lieder von Stein, die er in früheren Jahrgängen des „Volkslehrers" mitgetheilt, sowie solche für die Sedcr-Akende hier ihren Ort zur Einübung finden. Vor Eiiwm muß sich aber der Lehrer besonders hüten: vor dem unrichtigen Aussprechenlassen des Hebräischen Hirn Gesänge. Es muß bei den hebräischen Gesängen besonders Rücksicht genommen werden auf die Lesezeichen, damit! nicht darichtige hebräische.Lesen verderben werde. Wir finden siticnan für unfern Gottesdienst, en tüchtiger Meister, dies nicht n muß sich z. B. ja hüten., einen! Schema zu legen, Milel in Milra oder umgekehrtzu verwandeln, rc. Findet man in einem einznübendcn Stücke solch, Fehler; so kann man dieselben Eoinposition zu schaden, i; kurz diie Methode des genannten suche.ich lJhntu nicht erst zu sagen. Es ist auch nicht mein Wild, tiesclsic hier weiter auszuführen, da dies den Raum eines Referates! weit überschreite» würde. Ee sollten dies nur Ander tüngcn sind Winke sein. DaS wollte ick noch u bemerken tnir erlaube», daß mit durch den Gesang wiedc : nämlich in vielen Compq! selbst in gediegenen Wer immer berücksichtigt. Mq schweren Takttheil auf ein leicht vörbeAcrn, ohne rer Daß ich "hier nur ga Unterrichtes besprochen, br