Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 3 (1.6.1861)
- Date
- 1861-06-01
- Page
- Seite 22 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4896751-5428754-5431950--0064-4896786- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I — 22 Aus Nordamerika. Wii geben im Nachfolgenden «!inen Artikel, den wir dem Apiilhefte deß Sinai entnehmen-! Wenn wir auch anuehmen vürfen, daß er vielen unserer Leser bereits von ander- »ärts hpr bekannt sein dürfte, so ist die Rede des Herrn Friede rpch zu merkwürrig, um in einem! jüdischen Organe übergangen zju werden. Zur klareren ^Eistsicht in die Situation erlauben wir unS zu bemerken, daß dre Juden in den Vereinigten Staaten zum größten Theile ffür!den gegenwärtigen Präsidenten Abraham Lincoln gestimmt haben; wie könnten Juden, die Europa entilohen, um dem Drucke zu entgehen, Anders stimmen? Müssen sie sich sticht denen zuzählcn, die Ausgabe der Civilisalautct folgendermaßen: wir in Nachfolgendem die Befreiung der Sklaven als eine tion betrcchten? Ter Artikel im Sinai Mit Vergnügen veröffentlichen ziemlich wllständig nach rem! von Hsrrn Isidor Busch, Mitglied rer Staatsconvention aus Jesserson City, uns zugeskndeten „Daily Jcflferson Examinet'; eine Rede., welche neulich in der genannten Legislatur! Herr M. Friere, zugleich Präsident rer jüdischen Gemeinde zu St. Louis, zur Vertheitigung seiner GlaubrNsgenossest gegen vorurtheilsvvlle Aeußerurgen hielt. Bedauerlicher Keife konnten wir die Anklage elbst in dem genannten Blatte nicht finden; doch ist dieselbe aus.der Erwiderung leicht zu erkennen. Herr Friede äußert: ',Als der einzige, Repräsentant" von jüdischem Bekenntnisse in diesem Hause halte ic^ mich sür verpflichtet, auf die Bemerkungen res Herrn aust Jackson in Bezug auf;,ras alte Getteövolk" kurz zu erwievern. Ich dapke aneinem Gotte, laß die Vereinigten Staatin von Amerika, deren Constitut on zu unterstützen ich geschworen, mir und meinem Volke rü Rechte freier Menschen rierliehen. Hier fanden wir ein Asyl gegen den Druck in Europa, und dafür suchen wir unserjm Lande zu lohnen durch unsere Industrie, unsere Arbeit, stnser Capital und insbesondere— in diesen schwierigen Zeiten — durch unsere Anhärglichkeit an die Flagge, die uns Segen nach Innen und Schutz nach Außen gewährt. Ter groje Lord Petirsborough beisterkte, er sei für einen parlameiu arischen König mnd.eine tution, nicht aber für einen parlamentarischen Gott und eine parlameniarische Religion. .Im Namen meiner Brüder danke ich den Vätern dieser Republik für schufen, und ich bete.zu Gott, daß .schont lasen möge von eine^r „con iitutionellcn Gott" und einer „corstilutionelleu Religio»."*) ten Herni in Bister mehr direkten sche ich hcrvorzuheben, daß die Jul sie Constitution, die sie er uns für immer vcr- Um aber dem genanneise zu erwiedern, wünen die Väter des Han- •j Tu afrrt tccfc in tci aargenctenen Staaten niifct ausblcibm ■»trqtn. Die Red. t. Sinai. drls und der Banken sind, die Schöpfer des Wechselsystems das so eng verschlungen ist mit! dem Geschäftsverkehr sowohl zwischen Einzelnen, wie ganzest Nationen, und unsägliche Vortheile gewährt. Einige der sichersten und berühnitesten Banken in Europa haben ebensowohl ihre Entstehung, wie ihre Fortdauer dem Geschicke und Kapital der Juden zu verdanken. Daran sollten amerikanische Gesetzgeber und Kaufleule sich ein lehrreiches Beispiel nehmen. Der Name Rothschild ist übierall ein heimischer Klang. Die sinancielle Geschicklichkeit dieser Familie hat sie zu einer Weltmacht erhoben. Die Anstellung Fould's als französischer Finanzministcr liefert einen schlagenden Beweis, wie hoch der wcüsehende Napoleon ras jüdische Talent in Finanzangelegeinheitcn anschlägt. Eben so wird von D'Jsraeli eiste der hervorragendsten Stellungen im englischen Ministerium eingenommen. So ist die Geschichte der Vergangenheit und Gegenwart ein Beleg für Pie ununterbrochene Anerkennung der ausgezeichneten finanziellen Geschicklichkeit dieses geschmähten Volkes, daS Leute ohne Einsicht bloS für eine Ration von Geldwechslern, Geldmachefn unv Geldsammlern halten. Es ist Thatsache: die Juden beherrschen oft den Geldmarkt und werden eben so oft von Kaisern und Königen um! Rath angegangen, wenn es gilt, den „Nerv der Kriegführuüg" oder die Mittel zur Ausführung öffentlicher Verbesser»ngen herbeizuschaffen. Wäre dieses Volk im Ti?ectoriustr der Missouri-Bank geziemend rcpräsentirt, so würde sich dieselbe nach meiner Meinung jetzt nicht in'der traurigen Lage befinden, die Hülfe des Staates ansprechen zu müssen. Man blicke doch 'hin auf die Sparbanken in St. Louis, an welchen einige Juden als Stockhalter und Tirectoren sich bctherligen: sie behaupten im Verhältnisse zu andern splchen Anstalten eine bcneidenswerlhe Stellung. Wo wäre^ auch nur Ein Geschäftsmann vorhanden, der über die Verwaltung derselbe« Beschwerde führen möchte? Doch besitzt her Staat Missouri eine Institution, womit mein Volk allerdings nichts zu schaffen hat — ich meine: das Zrchthaus, das wir von diesem Capitole aus wahrstehmen können, und ich bin fest kav'^n überzeugt, daß keiner meiner Collegen in diesem Hause,- per sich dahin verfügen wiollte, einen Juden mit dem Brandmale der Beschimpfung dort fände. Noch eine andere Anstalt ist vorhanden, worin, Sie keinen Juden finden— die Armenhäuser. Wie ihr!(.der Juden) gutes Betrages ihr moralisches Wesen und ihre Gewohnheit ihren Giffchäften getreulich obzuliegen, eueren Gefängnissen sie entzieht, so auch ihr Fleiß, ihre Gewandtheit und ihre Sparsamkeit — eueren Armenhäusern.—Als England noch eine Wildniß war, wie New-Guinea, Paris — ein S,umpf, und dieses mächtige Land Niemanden außer Gott bekannt, als die Athener die Buchstabenschrift noch nicht kannten und noch keine einzige Hütte stand auf einem der I I I V