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Der israelitische Lehrer · 1861-06-01 · 3 (1.6.1861) · p. Seite 19

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
3 (1.6.1861)
Date
1861-06-01
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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19 t 2) Uei6ct das Berhältaiß des Lehrers zur Gemeinde. Referent: Herr Hauser. 3) Inhalt des ConfirmandenunterrichtS. Referent: Herr Dr. Aub. Zum Schluffe fordert Klingenslein die Versammlung auf, rccht7 nachdrücklich fürdie Ausbreitung des »israelitischen Lehrers« zu wirken. Es ist nicht und soll nicht sein daS Organ blös etwa der Redaktion, nein, unser Blatt soll und muß werden das Organ des gesummten israelitischen LehrerstandeS. Ihr Organ, wenn es seine hohe Bedeutung und Aufgabe erfüllen soll. Lehrervereine und Schulzeitung müssen sich zur Erreichung des erhabenen Zieles, das wir anstreben, ergänzen und unterstützen. Die Stimme eines jeden Lehrers soll darin vernommen werden. Unser Blatt ist so.billig, daß jeder Lehrer es zu halten im Stande ist, daß jeder Lehrer, der irgend diesen Namen verdient, es halten muß, um in Verbindung mit seinen Berufs- und Gesinnungsgenossen zu bleiben. Die Redaktion darf und wird kein Opfer scheuen. Siehat eine allgemeine Lehrerversammlung vorgeschlagen. Man hält dies Projekt für unausführbar. Nun, so unterstütze man auf jede Weise diesen Vereinigungspunkt der gesummten israelitischen Lehrerwelt. Die siebente Versammlung israelitischer Lehrer in Rheinhessen wurde hierauf geschlossen. I Die Mitglieder blieben jedoch beisammen, bis die Eisenbahn Einen nach den Andern den Freundesblicken entzog. Mögen wir uns im nächsten Jahre eben so heiter und begeistert wieder finden, dann aber vollzählig sein. Der Schriftführer: I. K l i n g e n st e i n. Ucbcr Konfirmation und Confirmandenunterricht. Conserenzreferat von Sonneberg, Lehrer zu Bechtheim. 1. Welchen Zweck hat die .Confirmation im Judenthume, und ist eö wünschenswerth, daß dieselbe allgemein eingefühkt werte. 2. Wie soll und muß der Ccnfirmanden-Unterricht ertheilt werden, wenn derselbe nachhaltig wirken und auf das Leben einen wohlthätigen und segensreichen Einfluß üben soll? Die Schule soll bekanntlich nach drei Richtungen hin thätig und wirksam sein: 1. Soll sie formell bilden. Dadurch unterscheidet sich eben die moderne Schule von der alten, daß sie nicht mechanisch. verfährt und beginnt, sondern erst Denkübungen anstellt, auf diese Weise die noch schlummernden Kräfte des Schülers weckt, übt und stärkt, und so den Grundstein alles Wissens und Könnens legt. Ich habe hier einen Faden angesponnen,1 der sich weit ausdehnen ließe, breche aber hier ab und werde später wieder, darauf zurückkcmmen. 2. Soll die Schule dem Liinde Kenntnisse und Fertigkeiten beibringen, welche ihm ai f seiner irdischen Laufbahn, (als Erdenbürger) in unserer Zeit nothwendig sind. Soll die Schule das Kin!> religiös und sittlich ausbilden, und alles Gute im Kinde nähren und pflegen. Vermöge unserer gestellten 2 Fragen haben wir es hauptsächlich mit diesem Theil, als den wichtigsten des ganzen Unterrichts zu thün und gehen siermit zur ersten Frage unseres Themas „über den Zweck der Confirmation" über. Die erste Confirmation hielt bekanntlich Jacobson 1814 in Berlin. Bis dahin-war dieser Gebrauch in der Synagoge mit dieser Bezeichnung noch nicht vorgekommen Sie. sollte eine ehemalige ganz weihelof Einführung IZjähriger Knaben in das Gesetz —' also die niüD 13 verstellen, oder die alte Sitte denselben als selb stverantwortlichen Israeliten — qls religiös mündig zu erklären, ersetzen. Sie erregte großes Aufsehen und rief viele Gegner hervor.—^ Im Christenthum ist die Confirmation eine kir hliche Handlung, bei welcher der Conftxmaiid ras bei seiner Z ause vom Pathen, gegebene Versprechen wiederholt, erneuert und bestätigt. Um wahr und gerecht zu sein, können wir durchaus nicht in Abrede stellen, daß der Ausdruck Confirmation eine nichtjntische Färbung, und für uns nicht diejenige religiöse Bedeutung, wie bei andern Confessionen, hat; daher erklärt die orthodoxe Partei dieselbe als zu den fllpH gehörend, für das Judenthum als unstatthaft, was wir aber wegen Unterschied des Zweäes ein für allemal negirsn. Im Judenthume hat die Confirriation eine» ganz andern Zweck, wie im Christenthum und ga : nicht dieselbe Bedeutung, welche ihr letzteres beilegt, ist also auch nicht als n’n zu betrachten. Der Israelit kann nicht wft durch eine Handlung in den Bund Gottes cingeführt wirden, er braucht diesen nicht zu bestätigen, noch kann er den selben Erneuern'. Er ist und befindet sich vermöge seiner Geburt in diesem Bunde-, welchen seine Väter bei der Begründe ng des Juventhums für sich und ihre Nachkommen als ewig: Wahrheit und ewige Verpflichtung angenommen haben/ Laut der Bibelstelle 5. B. M. 29. 13, 14. „Nicht mit euch alsein schließe ich diesen Bund und diese Vereidigung, sondern sowohl mit dem, der heute hier mit uns, ist, stehend vor den Ewigen unserm Gotte, als mit dem, der heute hier nicht nnt uns ist." Der Hauptzweck der Ci nfirmationsfeier in der Synagoge ist der weihevolle Austritt »US der Schule und vom Religionsunterrichte , oder der mit klarem Bewußtsein vollzogene Uebertritt unserer Söhne md Töchter aus der Kindheit in das des selbstverantwortlich m Lebensalters, wobei dieselben in einer kurzen Prüfung i »re Kenntnisse in den vorzüglich-

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