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Der israelitische Lehrer · 1861-05-15 · 2 (15.5.1861) · p. Seite 15

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
2 (15.5.1861)
Date
1861-05-15
Page
Seite 15 (sequence 7)
Language
German
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— 15 ' — von einem aus einer zu hoffen? ES sind solchen Schule hervorgegangcnen Lehrer Zwittergestalten, die in keiner Hinsicht etwas zu leisten vermögen, Fremdlinge in Schule und Tempel, die Hemmschuhs des Fortschrittes, die Verderber der ihnen anvertrauten Schäflein. Die Seminaristen aber erhalten au« Strafe, weil sie eine geregelte Anstalt besuchen und ehrlichen aufrichtigen Charakters sind, nicht viel mehr als gar keinen Unterricht. So lange, nicht von der kgl. streisregierung in Verbindung Mit liberalen Rabbinen eine Norm in den Lehrgegenstäuden festgesetzt und auch Rabbiner >Bamberger in Würzburg als Religionslehrcr der Seminaristen ex officio zur Erkhnlung eines bessern Unterrichtes angehalten und beaufsicht gt wird, wird die religiös-wisicnschaftliche Bildung derLeb:er immer mangelhafter werden. Sehr zu wünschen wäre, nenn für die Seuiiuaristcn in Würzburg ein eigner Religionslehrcr angestellt würde. Mit Schrecken jedoch' horte Einsender dieses gerüchtweise von der Gründung eines Seminarö du 'ch Rabbi Seligmann Bär dort. Was für Mißgestalten wüi den aus einer solchen Anstalt;nm Vorschein kommen? — l . > Auch den pekunjiären Verhältnissen der Lehrer hat ne neue Verordnung wenig Besserung gebracht, da die Erhöhung des Minimalgehaltcs! derselben von 150 auf fl. 200 wieder durch die erlaubte Einrcchnung ihrer Emolumente ncutralisirt wird. O, theure AmtSbrüder, erwartet von diesem undankbaren Stande, rer der Dornen so viele und so wenige Rosen trägt, Hierlands keine Besserung. Ergebet euch, die ihr nicht mehr umkehreu könnt, mit gewohnter Resiguation in euer Schicksal, und suchet durch rechte Jnslichtsctzung dieses Standes bei rer Jugend die Zahl der armen Lehrercrcatuxcn immer zu vermindern.*! Vielleicht wird man dann durch den so entstehenden Mallget zur besseren Würdigung der Lehrer kommen. — Besonders steht Untcrfränkcn in der Besoldung unv. Behandlung seiner Lehrer den andern, .streifen Bayerns weit n^ch. Es gibt'dortselbs! viele kleine Gemeinden, die gar keinen Lehrer haben und wurde von der kgl. Regierung die Zusammenziehung mehrerer Lrte zu einem gcnieinsamen Schulsprengel angeordnct und nun bethätigt. Wie viel Unangenehmes derartige Stellen haben, bedarf keiner Erwähnung. Aber auch die größeren Gemeinden können sich nicht entschließen, ihre Lehrer »ach Gebühr zu besolden und;nbe- *) Äi-nntn wir nicht tcirnmim-n. Suchet vielmehr .Hinter, tic an östift mit Kl ri'ft kräftig und von voruriheilosrcicii CSltrru find,;u»i Lchrcrüaiidc chcraii^ukilte»! Aber fo, daß folckc. Kinflüfse wie ti« ob»» gefckildmen ihnen nichts mehr schaden. Uns ist tic Hoffnung auf besfcre Gcfialluiig ber llehrcroerhältiiissc ein Lhoet^tev McfsiaShojfnungc»: und cS^, gibt bereits schon Gegenden, «o-die -Ltcllnng ded^LcHrcr chic viel besiere ist. , Wandert, Ihr, die Ihr bef srren Simsds, »ach diesen Gegenden, wo man Euch mit offenen! Armen empfeMgen wird. Von Uiitersranken gilt freilich großen TheilS das Motto: finster wie die Nackt! li. ' - » l uocs handeln, erinnern vielmehr noch viele Dinge recht löblich an das frühere Otursan- und B; eiistr-Wesen. Da muß der Lehrer „Schiur lerne", bei Hol hzeistS- und BeschneidungSfesten „^li-scllelierno'it" -znachen, gua >r als Poffenreißer fungiren rc., um das auf unwürdige Weise zu erhalten, was er anderseits im Schweiße seines Angesicht« s dreifach verdient, also sich oft das Wohlverdiente auch mch schenken lassen. Sind das nicht betrübende Eircumstanzer? Müsset^ solche nicht das Leben des (wohl denkenden) Le frers vergällen, ihm seine Achtung rauben und dadurch sein« Wirkungskraft bedeutend verkleinern und erschweren? Außerdem werden in dejn snehrerwähnten Erlasse die früheren Verordnungen reproi ucitt und hat nur noch einer kleinen Abänderung in der Bufljah.ne des ReligionSlehrerS Erwähnung zu geschehen, daß näüilich, wenn eine Cultusgemeiude ohne genügenden Grinst die Wahl! eines der nach dem Ausschreiben im streiöamtSblatle aufgetretenen Bewerbers ganz unterlassen hat, die Besetzung exiofficio von der stöniglichen Regierung bethätigt wird. Auch bezüglich der Prüfungen wurde eine neue Anordnung getroffen. Es hat nämlich ährlich sowohl der Districts- Schul-Jnspector als auch der TfistrictSrabbincr entweder zu gleicher, oder zu verschiedenen Z iteti eine Prüfung zu halten und daS- Resultat der kgl. Regierur g porzulcgen, eine Verordnung, di« nun unsre Rabbiner aus ihrem Schlummer zür Abhaltung von Prüfungen rütteln wiw. Daß unsre meisten unterfränkischcn. Rabbinen vereint mit den»! HislrictS-Schul-Jnspectoren prüfen werden, bezllcifle ich; und ob nicht manche Schule nach der Farbe dei Lehrers von Erstcrn gualificirt werten wird, will ich dahin gestellt sein lassen. — Ferner wurde eine vom einschlägigen TiftrictS-Rabbiner abzuhaltende Eonferren.; fcftgesetzl. (Also! nun wir freuen uns. Berichte über diese Ecnferren Nach, daß. künftig auch der Israelit I, enl zu empfangen. II) So schließe ich denn meinen Bericht, mit dem Ausdrücke des innigsten-Bedauerns-, keil schöneres Bild entwerfen zu können, und mit dem herzlich tcn Wunsche bald erfreulichere 'Nachrichten bringen zu.können. (Befürchte sehr, mein lieber Eollcg, daß bei Euch halt All:ö! beim Alten bleibt.) . II. ch t c 1. In unserer Gesetzgebung be» sogcnaniilc „Judeneid" und §§ llHcsbaöni, 25. Apr l. stand bi^ jetzt immer noch de: ikebcubei dia barbarische Bcftiinmung, daß der Jude gegen den Christen nicht als vollgültige! Zeuge auftreten könne. Um diesem jedenfalls sehr kläglich« in Zustande abzühelfcn, hat die Regierung heute den stammeln einen Gesetzentwurf verlegen, lassen, der die seitherige Fori» deü Julieneikes abschafft, so Hur mit der einfachen Formel l

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