Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1 (1861)
- Issue
- 2 (15.5.1861)
- Date
- 1861-05-15
- Page
- Seite 16 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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schwören, wird: „Sc wahr mir Gott helfe", und nebenbei auch jene die. Zeugenschaft betreffende Bestimmung in Wegfall bringt. An der Annahme dieses Gesetzentwurfs wird natür- 7-lich nicht zu zweifeln fein. (F. I.) Aus Nassau den 15. April. Bei einer Versammlung napauischer Männer, die heute in Rüdesheim tagte, wurde auch beschlossen: Bezüglich des dem Landtage vorgelegten Gesetzentwurfes über die Besoldung der Lehrer erklärt die Versammlung zur Schulfrage im Allgemeinen: Die Versammlung ist der Ansicht, daß diq entstehenden Schulgesetze au^ Grundlage völliger Emancipation der Schule von rer Kirche zu erlassen sind, und der Gemeinde die ihren Interessen und ihren Verpflichtungen entsprechende Mitwirkung bei Besetzung und Dotirung der Lehrerstellen gewahrt werde. München, 29. Aprll. Herr Reichsrath von Hohenlohe beantragt als Referent Zustimmung zum Beschlüsse .des Landtages bezüglich Ansässigmachung der Juden. Berlin, 19. April. Abermals macht das Herrenhaus der Regierung wie dem Abgeordnetenhause einen Strich durch die- Rechnung: es empfiehlt durch seine Commission „mit sehrüberwiegender Stimmenmehrheit" die Ablehnung des Gesetzentwurfes wegen Aenderung des Jndeneideö. Der betreffende Gesetzentwurf wurde wirklich in der Sitzung des Herrenhauses c#ni 27. April von der Regierung zurückgezogen, weil schon der erste Paragraph, das Princip, in der Abstimmung fiel. Besterreich den 13. April. Der Kaiser hat dem Privatdoeenten Dr. der Medicin und Chirurgie Herrmann Zeißl in Anbettacht seiner belobten vieljährigen didaktischen, schriftstellerischen und sonstigen Leistungen den Titel eines außerordentlichen Professors an rer Wiener Universität verliehen. Herr Di-. Zeißl ist der erste jüdische Arzt, welcher einen Lehrstubt an der Wiener mericinischen Facultät einnimmt. — Tie Pesther israelitische Cultusgcmeinte beabsichtigt, die Ber- .trerer aller israelitischen Gemeinden in Ungarn zu einer am 15. i. in Pesch abzuhaltenren Berathung einzuladen. Die Versammlung soll sich über die Haltung verständigen, welche die Israeliten in rer Emancipationsfrage rem Landtage gegenüber beobachten sollen. — Bei rer am 11. in Prag vorgekctznnenen ^Straßendemcnstration wurden in dem Haufen auch Stimmen laut, dib zu einem nächtlichen Besuch deS Judenriertels einluden. was aber - durch weise Ermahnungen einiger Herren, die überhaupt von Excessen abmahnten, unterblieb. Wien im April. Bon-dem-Landtage in 'Rieder-Oesterreich wurden unter Anderm zwei Juden, Wintersteiner und Kuranra in den österreichischen Reichsrath gewählt. Wien, 19. Aprll. Bei dem Bürgermeisterbanquette in Graz hielt der katholische Profeffor der Theologie, Dr. Wagl, ---------- Verantwortlicher flfieCavtfiilr: 2- Klingenüein in Odernheim (Rheinh einen mit JubÄ aufgenommenen Trinksprüch, in dem sich folgende Stelle./befand: „Es leben/ die Juden! Ich glaube allerdings, daß Niemand etwas Begründetes dagegen einwenden kann, denn die ersten Verkündiger der christlichen (!) Humanität, welche die Welt umgebildöt, waren Juden, und diejenige, die wir mit so vielem Rechte pnsern Frauen und Jungfrauen als Muster die Nachahmung vorstellen, war eine jüdische Jungfrau. Doch das gehört weniger hierher. Ich meinte mit meinem Rufe insbesondere zwei sehr schätzenswerthe Eigenschaften, die diesem Volke eigest sind: erstens, das tiefgewurzelte Bewußtsein der Zusammengehörigkeit, und dann den felsenfesten Glauben an eine glückliche Zukunft, welchen bis zur Stunde kein Unglück und keinh Schande in ihnen zu ersticken im Stande waren." Wien, 21. April. Anselm von'Rothschild wurde zum Mitglied des österreichischen Herrenhauses ernannt. '(F. I.) Prsth, 17. April. Wie mitgetheilt wird, sind ans den meisten Ccmitaten Ungarns einige Mitglieder der israelitischen Gemeinden in Pesth zusammengetreten, um sich über die Schritte. zu verständigen, welche bezüglich, der Emancipation der Israeliten angemessen erscheinen und zu unternehmen wären. Die erste Besprechung hat auch bereits sim 16. d. stattgesunden, wobei die Wahl der Vorsitzenden und Schriftführer vorgenommen wurde. (P. A.) Pesth,- 16. April. Graf Eduard Karolyi, Mitglied des Unterhauses 'hat sich in einer Confereuz mit den Ober-Rabbinen Dr. Meisl und Löw im Namen einer großen Majorität des gesetzgebenden Körpers für eine bedingte Emancipation der Juden ausgesprochen. Es herrscht darob, uugemeine Entrüsmng, und man sieht geharnischten Erklärungen entgegen. (N. Z.) Pesth, 19. April. Bei Eröffnung des Abgeordnetenhauses sagte rer Präsident Ghiczy unter Anderm: Unparteilichkeit sei Pflicht des Präsidenten. Seine Unparteilichkeit jedoch müsse sich nicht so weit erstrecken, um sich nicht an jene Bestrebungen anzufchließen, in denen sich"alle Mitglieder des Hauses ohne Unterschied begegnen, nämlich-Gleichberechtigung aller Staatsbürger, Befriedigung der gerechten Ansprüche anderer Nationalitäten, Aufrechthaltung der Integrität und Unabhängigkeit res Landes. 1). Lehrer stelle. Wir suchen einen tüchtigen Lehrer und Vorbeter. Gehalt 200 fl. nebst freier Heizung. Namhafte Accidenzien find zu erwarten. Eia Schachet wäre sehr erwünscht, und würde namhaften Verdienst machen können. Der Vorstand der iSr. Religions-Gemeinde Hafnm bei Worms. flen). Druck und Verlag von Chr. Friedr. Will in Dartnstadt.