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Der israelitische Lehrer · 1861-05-15 · 2 (15.5.1861) · p. Seite 12

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
1 (1861)
Issue
2 (15.5.1861)
Date
1861-05-15
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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J * und nicht die kaufmännische Gewandtheit und nicht eine steife Gelehrsamkeik, sondern die geregelte Anwendung der körperlichen und^ geistigen Thätigkeit. Wollt chr eure Söhne 31! Männern edziehn, im wahj ren Sinne des Wortes, zu Männern, die meinst ihre Stelj lung im Leben kennen sollen, zu Männern, die gekräftigt und gerüstet auf den Kampfplatz des Lebens treten können, die ° einst Schutz und' Schirm der Ihrigen werden sollen, die die Gefahr anregt, aber nicht zurückschreckt; Männer, wie wir sie in unserer Geschichte haben, wix die, die den Kampf mit den sieben Nationen ausgenommen, die ein Schrek- . kcn waren ihrer Nachbarn, die den Griechen und Römern gegenüber, «'(nachdem schon so viÄe Völker unter deren Streichen gefallen) aufrecht standen; wollt ihr euere Kleinen;u solchen Männern erziehen, so dürft ihr sie nicht verzärteln und verhätscheln, so dürft ihr ihnen nicht jedes unschuldige kindliche Spiel misgönnen, zu denen der Herr, in eines jeden Kindes Brust Lust und Z'iebe cingcpflanzt. Denn gerade in ihnen gewinnt das Kind körperliche Kraft und'Gewandtheit; Ihr dürftj nichtj von ihnen fordern, daß sic sich schon bevor sie rethk 'sprechen können, den geselligen formen und Ccremonieit schmiegen, daß sic sich schon wie altkluge Leute gebchreen, in die vier Mauern der Schule sich einpserchen lassen, abgeschlossen und; abgesperrt von Gottes lieber Sonne und herrlicher Natur, in der dock allein, wie Blume und Pflanze, mich der Mensch am natürlichsten gedeiht und sich entwickelt, i— Tenn wahrlich dadurch wird ihre Natur verzerrt und verdreht, und werden sie zu einem Zwittergcschlcchte, weder Kinder noch Jünglinge; dadurch wandelt sich die kiudl liche Frische um in Unbändigkeit und Ungehorsam. Wollt ihr euere Kinder zu Männern erziehen, so müßt ihr selbst suchen, rkn männlichen Charakter in Euch darzustellen, selbst nicht furchtsam und verzagt, feig und kriechend sein, und überall Gefahr für die Kleinen ahnen, wenn sie ein wenig im freien sich selbst überlassen sind. Tennwahrlich wo beim Vater die Männlichkeit fehlt, die männliche Kraft und der männliche Muth, da wiro sich immer bei den Kindern die Unbäntigkejt mid der Ungehorsam vorsinken Tarum rufe-ich Euch jetzt, wie einst Moses den Israeliten zu rm IpTH : „Kräftigt Euch und werdet Männer!" und bitte icd euch, daß ihr das Wort wahret, damit cuck nicht die» Anklage treffe, die ernst der Herr über Israel geführt j*NTT!N*ip JTiE: „Warum rufe ich und es findet sich kein Manie?!" Ich bitteeuch im Namen euerer Kinder, renn davon wird es vorzüglich abhängen,' ob das heilige Wejrk der Erziehung,,.von dem das Heil der Zukunft abhängt, bester gedeihen wirk, qls es in der Vergangenheit der Fall war.! > Ur. Ein. Hräst. - J t Psychologische Skizzen, sowohl für Eltern als für Lehrer. (Zerstreuungen. Zerstreutheit:) So sehr auch sonst sprachliche Erläuterung und Zergliederung von Begriffen, Ausdrücken rc. das Derständniß derselben fördert, so nehmen wir von solcher Erklärung diesmal bei der hier zusammeygestellten Shnonima doch Abstand; vielmehr wollen wir tie ohne theoretischen Gelehrtenschein einfach da auffncben, wp sie sich bei der Erziehung und dem Unterrichte in HauS stich Schule bilden oder vorfinden. Hängt dochlwon diesen beiden Wörtern vielfach des Gebens» - Genuß und Glück, wie nicht minder Mißlingen, Jrrthum, Schwäche und Abschwächung ab. Wer wollte dem geistig Angestrengten die notwendige Abspannung — besser noch Vergnügen und Erholung durch angemessene Zerstreuung versagen, oder , solche nicht gern verschaffen damit der Geist nun einmal wieder in der Ungebundenheit sich sammle, seine Kräfte erfrische? Damit er gleichsam seine Fäden willkürlich nach einem Objekte auswerfen kann, ebne daß dieses darum das Subjekt - zum Sklaven machen kann oder darf? Wer dem Kummervollen, dem Trauernden — dessen Geist nur ein Schmerzgcdanke füllt, andere Blicke und Ansichten nicht gern eröffnen? (fixe Idee, Zerstreuung, Zerstreutheit.) Sobald das Kind seine Glieder willkürlich bewegen kann, gern um sich schtmt und um sich greift, wünscht es auch Zerstreuung. Fehlt ihm der spielende Umgang mit altern Geschwistern oder 'Nachbarskindern — Kinder verstehen sich mit Kindern am besten, — fehlen ihm Gegenstände zum Schieben, Rollen, Zusammenlegen und Zerreißen n. s. w., so wird es launisch und zum Quälgeist, der von einer unverständigen Mutter leider nur zu oft mißverstanden und gequält wird. . Wehe ihm, wenn dann die Mutter durch ein Machtgebot oder gar durch Ruthenhiebe sich Ruhe verschaffen will. Das Kind haßt von Natur auö die Langweile, es will be- . schäftigt (ein; und wir wissen, daß die Arbeitgeber im Staate der Revolte und Verarmung einen Damm entgegensetzen; ., warum sollten nicht in der. angemessenen Beschäftigung des Kindes die Bausteine zur Erziehung und für den Unterricht liegen? Die Menschen sind aus dem Paradiese vertrieben worden, Gott hat ihnen aber den Fleiß als Segen mit gegeben, damit sie sich durch Fleiß ein neues Paradies nach eignem Gefchmache anbauen sollen und können. II. Dem Kinde öffnet sich eine unbekannte Welt voller Geheimnisse, Räthscl und Zauber; und darum ftagt es mit Ge-, behrden, Blicken und dem Deutesiiigerchen. Die Neugierde steht ihm, dem fremden Wanderer, nicht übel an, sie ist ja

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