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Joseph · 1879-11-30 · 22 (30.11.1879) · p. Seite 352

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Joseph
Volume
1 (1879)
Issue
22 (30.11.1879)
Date
1879-11-30
Page
Seite 352 (sequence 14)
Language
German
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.—SSSOQ^ Dr«wege» sehe» wir auch unsere Brüder stet« freiwillig zu der Hahne eilen, wenn da» Vaterland sie ruft. E« füllt überhanpt Niemandem ein, sich dieser Pflicht zu entziehen, noch würde er darin von irgend Jemand unterstützt werden. So ist« bei un« im lieben, freie« Deutschland. Ander« aber ist e« im de«potischen Rußland. In alter Zeit wurden dort die Juden gar nicht zum Militair autgehoben. sondern von den Gemeinden mußte dafür eine Ersatzsteuer aufgebracht werden. Später jedoch, unter dem vorigen Kaiser, änderte sich die Lage. Die Steuer wurde erhoben und dienen mußten dir Juden dennoch. Und welch ei« Dienen war die«? Grausig erzählt e« sich, wa« so eia russischer Rekrut durchzumachen hatte. Da« Schlimmste dabei war ober, daß ein Autgehodener seinen Angehärigen für diese« Leben entrissen war. Kam er wirklich nach der dreißigjährigen Dienstzeit wieder, so war au« dem Jünglinge eia Grei« geworden, der zumeist kaum mehr die Gräber seiner Angehörigen auffinden konnte. Den Juden aber war noch ein herbere« Geschick bseitet. Die Regierung hatte da« Borunheil, sie seien zu faul, zu weichlich für den Dienst. De«wrgen sollten schon die -naben i« Alter von etwa 10 Jahren in Militairschulen kommen, um in denselben vorbereitet, d. h. abgehärtet zu werden. Die Hälfte der so Eingezogenen erlag natürlich den furchtbaren Strapazen, wrähald eiagezoge» werden und sterben gleichbedeutend war. Und in welcher Weise geschah die Einziehung? Da« laß Dir erzählen, lieb« deutsch« Jugend. In der russisch-polnischen Stadt Twardaäk «achte» die Inden de» Haupttheil der Bevölkerung au«. Seufzend »ater de» schwere» Drucke erwartete jede Familie, die einen oder mehrere Söhne hatte, mit schrecklicher Angst die Auöhebung. Niemand wußte jedoch, wenn sie stattfinde» würde.^ noch in welchem Aller ei» Sohn antgehobea werde» sollte. E« ist Mitternacht. Der Dezembersturm jagt durch die Gaste» der Stadt »nd rüttelt an den schlotterige» Fensterläden der Häuser. An dem einen Fensterladen hört man »der ei» wiederholte« Klopfe» mit einem Stab« »nd al« der Hanödewohner innen erscheint »nd »achfieht »a« e« giebt. (doch er mag e« ahne») heißt e«: Im Namen de« Kaiser«, ausgemacht. Wankende» Schritte« kommt der kau» bekleidete Jude an die Studenthär, die -nglrich Ha»«thür ist und entriegelt

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