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Joseph · 1879-11-30 · 22 (30.11.1879) · p. Seite 347

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Joseph
Volume
1 (1879)
Issue
22 (30.11.1879)
Date
1879-11-30
Page
Seite 347 (sequence 9)
Language
German
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34» daß er »it Anstand Personen an» alle» Stände« anfnehme» konnte, und sein Hanl wurde fast täglich von Fremden befncht. Die hohe Achtung für den Verfasser de» Phädon wuchs mit der persönlichen Bekanntschaft desselben. Man erwartete einen gelehrten Juden zu finden, und «an fand einen Man« von der feinsten gesellschaftlichen Bildung, der trotz seine» fehlerhaften Sprachorgan« sich über alle Gegenstände de» menschlichen Wissen» sowie über gewöhnliche Gegenstände de« Tage» mit der größtea Anmuth und Bescheidenheit ausdrückte und.in da« Gespräch einen unnennbaren Reiz zu legen wußte, wein Ruf und der Wunsch ihn kennen zu lernen verbreitete sich immer mehr. Auch unter der damaligen gelehrten Jugend Deutschland« war Mendel«sodn» Rus begründet. Aus einer Reise in da« Land von Pyrmont übernachtete er in Güttingen und die Studenten versammelten sich Abend» vor dem Hause, in welchem er wohnte, und begrüßten ,hn mit Musik. — Unter den durch Berlin Reisenden, welche Mendelssohn» Bekannt schüft suchten, war Johann Kasper Lavater au« Zürich, der ihn durch seine Uebersetzung von »Bonnet'» Beweise für die Wahrheit de» Thristenthum»' aufforderte, sich zu« llhriftenthum zu bekennen Diese Aufforderung führte zu einem hef. tigen schriftlichen Streite zwischen Lavater und Mendelssohn. Die Aufregung, welche dieser in Mendelssohn hervorbracht», war so groß, daß sein schwacher Körper sie nicht ertragen konnte. Mendelssohn verfiel in eine gefährliche Nervenkrankheit. von welcher ihn nur eine durch mehrere Jahre fortgesetzte strenge körperliche und geistige Diät best eien konnte. Alle» tiefe Denken war ihm streng untersagt; er erzählt selbst: Ich stand oft stundenlang au meine» Fenster und zählte di« Dachziegeln de» gegenüberliegenden Hause», vm nicht zu denken. Rach mehreren Jahre« genas er so weit, daß er in de» Morgenstunden wieder gelehrte Arbeiten vornehme» konnte; aber die Spuren jener Nervenkrankheit trug er bi» in den Tob. I» Jahre 1771 beschloß dir Lönigl. Akademie der Wissenschaften Mendelssohn al» ordentliche« Mitglied anfznnehme« und legte de» Vorschlag dazu dem König Friednch II. znr Genehmigung vor. der sie aber ohne Angabe von Gründe» verweigerte. — 1778 gab M. die Ritnalgrsetz« der Inden heran«, welche er im Aufträge der Negierung »nd unter Ge»«hmlg«g de» da-

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