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Joseph · 1879-11-30 · 22 (30.11.1879) · p. Seite 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Joseph
Volume
1 (1879)
Issue
22 (30.11.1879)
Date
1879-11-30
Page
Seite 346 (sequence 8)
Language
German
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»44«— befriedigen konnte. 1754 «achte M. die Bekanntschaft Lessing«, der in Berlin «it litterarischen Arbeiten beschäftigt war. Dieser nahm sich Mendelssohn an. leitete seine Studien und gewann ihn lieb. Der zwischen diesen beiden Geistern erblühte Freund schastsbund, ward mit jedem Jahre inniger und währte ununterbrochen bi« in den Tod. In demselben Jahre lernte M. durch Lessing N,kolai kennen, von dieser Bekanntschaft sagt Nicolai: Ich ward bald mit diesem in der höchsten Bedeutung de« Sorte« edlen und vortrefflichen Manne bekannt, und in wenig Monaten wurden wir vertraute Freunde. 1755 verfaßte Mendelssohn seine .Briefe über die Empfindungen" und 1756 eine Uebrrsetzung der Nousseauschen Abhandlung über die Ungleichheit unter den Menschen — Mathematik und Philosophie waren die Zweige menschlichen Wissen«, dir Mendelssohn, .fast ausschließlich beschäftigten. l?57 lernte Mendelssohn den Musiker Kirnberger kennen, und er schrieb für ihn einen Bußpsalm, den kieser komponirte. In den Jahren l 75V—1762 arbeitete Mendelssohn viel für die .Briefe dir neueste Litterätur betreffend;" 1763 ward seine von der Kvnigl. Akademie der Wissenschaften in Berlin gekrönte Preisschrift .über dir Evidenz in den metaphisischen Wissenschaften" gedruckt. Wie wenig Mendelssohn damals in Berlin gekannt und geschäht wurde, geht au« einer bekannten Anekdote hervor, welche in der neuen Berliner Monatsschrift erzählt ist. .Man siehet, daß 1762 ein königlicher Beamter in Berlin Mendelssohn wie einen gemeinen Juden mit er anredrt und ihm mit Ausweisung au« der Stadt droht, wegen eine« angehenden litterarischen Vergehen«." — Im Jahre 1767 gab Mendelssohn seinen Phädou Hera»«; 1768 erschien bereit« die 2. und 176S die 3. Auflage. Der Gegenstaad, die Art der Behandlung und ganz besonder« die große Eleganz de« Stil« erregten allgemeine Aufmerksamkeit. Daß eia Jude deutsche philosophische Werke schreibe» könne, in einer klassischen Sprache, die an Klarheit und Eleganz alle« übertraf, wo« iu Deutschland bi«her gedruckt worden war, diese Erscheinung war ganz neu. Bon diese» Jahre an erweiterte sich der Krei« der Verehrer Mendelssohn«. Die Geletzrtea iu der Hauptstadt suchte» ihn aus. und knn Reisender, der Anspruch aus Bildung «acht«, kam nach Berlin, ohne sich um Mendelssohn« Bekanntschaft zn bemühen. I7«i2 heirarhete Mendelssohn eine Tochter de« Abraham Guggenheimer >a Hambnrg. Sein HanSwesen war non der Art,

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