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Joseph · 1879-11-30 · 22 (30.11.1879) · p. Seite 345

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Joseph
Volume
1 (1879)
Issue
22 (30.11.1879)
Date
1879-11-30
Page
Seite 345 (sequence 7)
Language
German
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M ' ->W »' 34» sich unbekannten Leuten zu nähern. denn da« Bewußtsein seiner üblen Gestalt hatte ihn schüchtern und zurückhaltend gewacht. Diese Schüchternheit verlor sich auch bei ihm später nicht, al» er in glücklichen, Verhältnissen und in allgemeiner Hochachtung lebte. Wie mochte er nun in solchen Verhältnissen da» Studium sori setzen können? In Berlin setzte Mose« unter Rabbi Iränkel da« Studium de« Talmud fort. In der größten Dürftigkeit und unter En« behrung de« Allernothwendigsten verlebte er mehrere Jahre in einer kleinen Dachkammer, welche ihm rin frommer Mann Bamberger — ohne Bezahlung eingeräümt hatte. Er selbst er " zählte, daß er oft auf einem Brode. welche» er sich kaufte, mit, Strichen den Tdeil bezeichnete, den er nur an einem Tage essen durfte, um am andern nicht zu hungern. 2» war ihm oft der Rath gegeben, sich an reicht Juden zu wenden und um Unter stützung zu bitten, er konnte,sich aber dazu nicht entschließen. Ich kann, sagte er, meinen Anspruch auf Unterstützung mit nicht» be gründen al« etwa daraus, daß ich gern etwa» lernen möchte, und wo« gehet da« Andere an? . Sin polnischer gelehrter Jude, Israel Hamoiz. lebte damals in Berlin. An diesen schloß sich Mendelssohn und ließ sich von ihm au» einer hebräischen Uebersetznng de« Euklide» in der Mathe matik unterrichten. Auch die jüdischen Aezte I»r. Gumperz und De. Arsch unterwiesen LHendelssohn in Sprachen und Wissenschaften und gaben ihm Anweisung zum Selbststudium. Mit Hülse emer Grammatik und eine« Wörterbuches, da« Mendel«sohn für wenige ersparte Groschen kaufte, brachte er es in kurzer Zeit dahin, daß er Locke« Werke in einer lateinischen Urbersetzung lesen konnte. — I« Jahre I7SO nah« ihn rin reicher jüdischer Seiden waaren fahrikant. Bernhard, in sei« Haus al« Lehrer seiner Linder, um diesen in Sprachen und Wissenschaften Unterricht zu ertheilen. Von der drückendsten Armuth befreit bl>eb ihm noch Heit genug seinen Studien nachzuhängen und jetzt — im Altet von 2l Jahre« die Schwingen seine« Geiste« frei zu bewegen. Im Jahre >75»« entließ ihn Bernhard al« Hau«lehrer, da er aber sehr schön schrieb, neaerer Sprachen mächtig war und auch Handlungsbücher zu führe« verstand, so «ahm ih« Bernhard al» Buchhalter und Korrespondent und bezahlte ih« so reichlich, daß Mendelssohn rin be,«emes Leben führe« und fernen Hang zur vohlthätigknt

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