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Herzl-Bund-Blätter · 1918-12-01 · 40 (Dezember 1918) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
40 (Dezember 1918)
Date
1918-12-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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628 * Linklang zu bringen sind, und darf nicht die Notwendigkeiten toten Prinzipien unterordnen. Jetzt, wo von verschiedenen Seiten eine Aendcrung der bisherigen Handhabung verlangt wird, hoffe ich, daß man eine Vorschrift, die heilte nicht mehr haltbar ist, wird fallen lassen. , ' Was. besagt denn eigentlich der Ausdruck ..Streng vertraulich" ' ■In praxi nichts. Die Redaktion der Blätter würde nicht im geringsten eine andere sein, wenn dieser Vermerk fehlte. Denn etwas, was wirklich streng vertraulich ist, also geheim bleiben muß, wird man niemals drucket) lassen. Drei Gründe gäbe es, deretwegen man Vertraulichkeit fordern könnte: Zuerst die Behandlung persönlicher Angelegenheiten. Soweit aber das Bekanntwerden solcher Dinge die betr. Person schädigen oder kompromittieren oder auch nur ihr unangenehm sein könnte, wird man dergleichen auch in einem „vertraulichen" Heft niemals aufnehmen. So .etwas behandelt man eben ganz diskret und läßt es nicht drucken. Schließlich ist auch unser Kreis nicht 80 gänzlich geschlossen; nur ein Teil kennt sich gegenseitig. Zweitens käme in Betracht die Behandlung von sachlichen tragen und unsere Stellungnahme dazu, die einem größeren Kreis nicht bek;uint werden dürfte. Auch hier ist nur zu sagen, daß man Staatsgeheimnisse eben nicht drucken läßt, und jede gewissenhafte Schriftleitung wird auch nur solche Dingte aufnehmen, die man vor der Oeffentlichkicit verantworten kann. Sollten aber wirklich einmal Dinge zur Debatte stehen, bei denen eine Diskretion angebracht wäre, so darf man auch hierbei nie vergessen, daß ein Geheimhalten bei einem Kreis von 200 Leuten und mehr und bei den Zufälligkeiten, denen das Schicksal der einzelnen Hefte ausgesetzt ist (besonders im Felde), nie gewährleistet werden kann. I gibt dann immer noch die Möglichkeit solche Dinge durch Vervielfältigungen zu verbreiten, die sofort vernichtet werden können, während man sich die Hefte ja aufbewahrt. Schließlich käme noch der Linwand, daß wir hin und wieder Beiträge aufnehmen müßten, die inhaltlich so unvollkommen und in der f orm so unbeholfen sind, daß man sich deswegen yor anderen genieren müßte. Hier stehe ich nun auf dem Standpunkt, daß Beiträge, die in der Sache nicht genügend durchgearbeitet sind, im Aufba.i keine Disposition besitzen und im Stil zu angewandt also überhaupt nicht druckreif sind, auf keinen Fall aufgenommen werden dürfen. (Sache des Schriftleiters kann es sein evtl. bessernd oder bei jüngeren Bbr. Bbr. unterstützend einzugreifen). Wer eben nicht oder noch nicht — schreiben kann, muß es bleiben lassen. Wie W. Roth ganz richtig sagt, braucht diese Unfähigkeit noch kein so großes Manko für uns darzustellen. (Wenn auch die Fähigkeit, seine Gedanken klar und formgewandt zum Ausdruck zu

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