Mannheim
Compact Memory

Herzl-Bund-Blätter · 1918-12-01 · 40 (Dezember 1918) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
40 (Dezember 1918)
Date
1918-12-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4895413-5934810-5934933--617-4895998
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

024 (irad derjenigen der Baumwolle bauenden Zone Amerikas und ist im Hinblick auf Klima und Boden bis zur Höbe von etwa 1000 Füll über dem Meere ein für diese Kultur geeignetes Land. Gegenüber Aegypten hat es den Vorteil, daß dort das für haumwollc geeignete Land fast 15—20 mal so teuer ist als in Palästina, und die Organisationen, die das Kolonisaiionswcrk in Palästina, leiten, werden eine starke Erhöhung der Bodenpreisc ZU verhindern wissen. Die Aufnahmefähigkeit des Inlandsmarktes wird in den nächsten Jahrzehnten proportional der Weiterentwickelung der arabischen Wirtschaft steigen. Das Kleidungsbcdürfnis des Orientalen, dessen Einkünfte auch ^iiiir um ein geringes über das notwendige Existenzminimum hinausragen, ist, wie allgemein bekannt, besonders auffallend und er verwendet einen weit größeren Prozentsatz als der Europäer zu meiner Befriedigung. Die Begabung des Juden für die Textilindustrie und den Textil-Handel ist bekannt. Die Erfahrungen, die man in den letzten Jahrzehnten in Amerika gemacht hat, beweise*, es wieder, und so können wir von seiner lätigkeit mit Recht erwarten, daß sie die türkische Textil-Industrie neu blieben wird, die bereits frül>cr einmal an der Spitze der ganzen Welt stand; dies beweisen die Namen wie: Damast (Damaskus), Mousselinc (Mossul), Gaze (üaza). Wenn große jüdische Organisationen eine Baumwollenkultur durchführen und sich im Anschluß an den Baumwollenanbau (und eventuell die Seidenraupenzucht) eine Textil-Industrie im Lande entwickelt, so konnte diese Industrie die wichtigste des ganzen Landes werden. Die Bau-Industrie, die bereits vor dem Kriege vor ailem durch die judische Einwanderung einen bedeutenden Aufschwung erlebt hat, wird sich naturgemäß durch diese steigern und auch die Araber werden ihrer immer mehr bedürfen, je mehr sie europäische Häuser in ihrer nächsten Umgebung sehen und die Hebung ihrer wirtschaftlichen Lage ihnen Gelegenheit gibt, verfeinerten Bedürfnissen auch in der Wohnungsfrage nachzukommen. Der Eukalvptusbaum ist in den jüdischen Kolonien immer mehr angepflanzt worden; bislicr hat man nur das Holz weder für Baunoch für Tischlereizwecke verwenden können, aber Nawratzki sagt mit Recht: „Wahrscheinlich würden aber \on den Hunderten von Lukalvptusartcn die existieren, und die zum Teil äußerst wertvolle Holzer liefern, sich auch eine Anzahl zur Anpflanzung in Palästina eignen " So wird man allmählich einen Teil der Baumaterialien im Lande selbst herstellen können und nach und nach denkt man auch Zementfabriken im Lande zu schaffen, die, wie Ruppin bemerkt, nach der Erhöhung der Schutzzölle und der Erweiterung dett eigenen Bahnnetzes eine gute Zukunft haben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.