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Herzl-Bund-Blätter · 1918-12-01 · 40 (Dezember 1918) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
40 (Dezember 1918)
Date
1918-12-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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623 Die Fabrikation von Weizenstärke hatte bisher in Palästina keinen Eingang gefunden, wohl aber an anderen Teilen Syriens, sx) befinden sich, wie Ruppin bemerkt, zahlreiche kleine Fabriken in Aleppo und Damaskus. Auch die Einführung dieses Industriezweiges wird durch die jüdische Initiative sehr beschleunigt werden und seine Produkte zur Herstellung von Speisen, wie zum Starken der Stoffe der Textil-Indusrtie benutzt werden. Ich erwähnte am Anfang dieser Betrachtung, daß das Land arm an Mineralschätzen sei, insbesondere Kohle und Eisen kaum vorhanden sein werden; dagegen ist wahrscheinlich, daß Petroleum in Palästina erbohrt wird. Die Bohrungen, die die Standard-' Hl- Company beabsichtigte, sind durch den Weltkrieg verhindert worden; man wird die Versuclie bald nach dem Kriege aufnehmen. Nawratzki führt zu diesem Punkte aus: „Es hat den Anschein, als ob der ganze syrische (irabenbruch solches führe, da sowohl im Norden an den Euphratquellen, wie im Süden am Roten Meer das Vorkommen von Petroleum bekannt ist." Diese YcrsuclKmüssen abgewartet werden und ebenso um Ii späteren Untersuchungen die Entscheidung vorbehalten bleiben, ob du- Asphaltlager bei Asbeja, die Phosphatlager bei Es-Salt einen Abbau lohnen, die Ablagerungen des Toten Meeres an Asphalt, Brom und Kali industriell rentabel zu verwerten sind. Dagegen steht es jetzt schon fest, daß mm bei dem Mangel au Kohle die Wasserkräfte motorisch ausnutzen wird. Der Jordan hat bei seinem verhältnismäßig kurzen Lauf ein Qefille von 700 in. Die Ueberlandzentralen, die im Anschluß daran geschaffen werden können, kommen nicht nur der Industrie zunutze, sondern auch der Landwirtschaft, die auf künstliche Bewässerung angewiesen ist und das Wasser auf diese Weise billiger erhalten kann. Ob in Palästina die Seidenindustrie sich in großem Maßstäbe entwickeln wird, ist beute noch nicht zu entscheiden. Im Anschluß an das Libanon-üebiet hat sie im nördlichen Palastina Eingang gefunden; hier konnte sie sich jedoch nicht gilt entwickeln wegen der japanisch-chinesischen Konkurrenz. Wie die Weltmarktsverhältnisse sich nach dem Kriege gestalten werden, kann man jetzt noch nicht übersehen. Der Boden Palästinas ist jedenfalls für Seidenbau geeignet, und bei der Neugestaltung der politischen Verhältnisse ist es leicht möglich, daß siclT eine Seidenraupenzucht verbunden mit der Seidenspinnerei, Scidenfarberei, Seidenweberei zugleich mit der Textil industrie entwickeln w ird. Zur Zeit des Sezessionskrieges in den Vereinigten Stauen breitete sich der Baumwollanbau in Palastina und Syrien aus; das Sinken der Preise nach Beendigung des Krieges hatte jcd>ch eine starke rückläufige Bewegung zur Folge. Palastina entspricht, wie Trietsch bemerkt, mit seiner Breitenlage - vom 30, bis Jj.

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