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Herzl-Bund-Blätter · 1918-12-01 · 40 (Dezember 1918) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
40 (Dezember 1918)
Date
1918-12-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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822 Neben .den'oben genannten Pflanzungs-Produktionen >pielt du* (MiVe, wie bekannt ist, in Syrien und in Palästina eine ganz Iktvorragcnde Rolle. Die jüdisclicn Olivenpflanzungen sind noch jungen Datums, sodali ihre Produktion in Palästina noch nicht sehr ins Gewicht fällt, doch ist schon in sehr kurzer Zeit ein Umschwung zi! erwarten, und die Olivenpflanzungen werden für die Entwicklung des Landes von großer Bedeutung werden, da f)el und Seife auf dein Weltmarkt einen guten Absatz haben. Kaufleute, die in diesen Branchen tüchtig geschult >ind. werden in Palästin;- nicht nur ein gutes Fortkommen finden, s »ndern auch wesentlich zui Erweiterung und Verbesserung der Vciwertuagsmetnoden beitragen können. Dasselbe gilt von den Marmeladen, Fruchtum' Gcmüsc-Konscrvcn-Industrien, denen ein so skeptischer Beurteiler, wie Ruppin eine gute Zukunft prophezeit. Der Konserven-Industrie kommt zugute, dajß. Palästina eil es der wer'gen Länder ist, in dem sowohl das Zuckerrohr wie euch die Zuckerrübe gedeiht. Es ist eine starke Entwickelung der Zucker-Industrie zu erwarten, zumal der Inlandsmarkt sehr bedeuten I ist. Auch die Tabakpflanze gedeiht im Lande. Bislang hatte die türkische Regicr.ing ein Monopol für Tabak, es ist jedoch nicht anzunehmen, daß irgend eine Regierung aus kurzsichtigen finanz-politischen Gründen das Aufkommen einer blühenden Tabak-Industrie in Palastina hindern wird. Unabhängig davon, ob die weitere Entwickelung in den jüdischen Kolonien zu einer starken Ausbreitung der I iartcnkultur führt, oh nicht, wird die Mühlen-Industrie eine, größere Erweiterung erfahren. In dieser Industrie -sind die Juden recht gut vertreten. So gibt CS jüdische Mühlenhcsitzcr abgesehen von 10. Kolonien, die eine Getreidemühle besitzen — in Jerusalem, Jaffa, und wie Trietsch bemerkt, sogar an manchen Orten, in denen keine oder nur wenige Juden wohnen, so in Jebna (Jahne in Beerseba), in Faludsche und in Burer. Es ist charakteristisch für Palästina wie für die meisten Orientländer, daß es zur Mehlcinfuhr genötigt ist, obwohl die Mehrzahl der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt. Die fortschreitende landwirtschaftliche Entwickelung verbunden mit der Modernisierung der Mühlen-Industrie wird das Land von der Mehleinfuhr befreien und der Mühleuindustrie ein weites Feld geben. Auch die Makkaroni-Fabrikation wird bei der steigenden jüdischen Einw amkrung starke Fortschritte machen; der syrische Weizen ist dafür außerordentlich geeignet; die arabische Bevölkerung hat sich jedoch bisher an dieses Nährmittel nicht gewöhn», und so kann dieser Industriezweig nur prozentual dem Anwachsen der jüdisclicn Bevölkerung sich entwickeln.

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