Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- 40 (Dezember 1918)
- Date
- 1918-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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621 Diaspora sich bereits hier auf seine wirtschaftliche Tätigkeit in Erez-Israet vorbereiten kann. Bei Untersuchung dieser Frage können wir mit vollem Recht die Erörterung der prinzipiellen Probleme ausscheiden, insbesondere welche Form die innere Gestaltung des sozialen I ebefts in Palästina annehmen wird. Für die Entwickelung des Landes ist es natürlich von ausschlaggebender Bedeutung, ob ein sozialistisch-genossenschaftliches Prinzip für die wirtschaftliche Gc staltung bestimmend ist, oder ein kapitalistisches; die interne Bctufswahl des zionistischen Industriellen und Kaufmanns wird dadurch nicht tangiert. Für ihn ist es weit wesentlicher, daß sich Kohle und Eisen bisher im Lande nicht fanden, dagegen Zucker und Baumwolle angebaut werden können. Hier sind wir bei der ersten Forderung, die wir an den zionistischen Kaufmann*) stellen müssen. Wir verlangen von dem zionistischen Kaufmann, daß für ihn bei der Berufswahl, ja bereits bei der Ausbildung, der entscheidende Gesichtspunkt der ist, ob seine Branche in Palästina Aussichten hat, ob nicht: die spätere Tätigkeit in Palistina muH bereits in der Diaspora für die Berufswahl bestimmend sein. Nur auf diese Weise ergibt sich für den zionistischen Kaufmann, der nicht gewillt ist, Landwirt zu werden und das ist die ungeheure Mehrheit - die Möglichkeit, seine berufliche I iti«- keit mit der zionistischen Idee in Einklang zu bringen. Welchen Branchen soll sich also der zionistische Kaufmann zuwenden? Es soll an dieser Stelle nichts Endgültiges gesagt werden: SO bekannt sind uns die wirtschaftlichen Entw ickclungsmöglichkcitrii Palästinas nicht, daB sie sich jetzt schon genau fixieren lassen; es sollen nur aus den bereits bekannten Tatbeständen Konsequenzen gezogen werden. Zunächst brauchen wir Kaufleute, die mit der Produktion unserer Pflanzungen genau vertraut sind, also vor allem mit Wein, Orangen, Mandeln, aber auch mit Bananen, Feigen und Aprikosen. Und zwar müssen unsere Kaufleute, wvrtn sie in diesen Branchen tätig sind, bemüht sein, sich einen gewissen Ucberblick zu verschaffen über die Quantitäten, die in den einzelnen Ländern erzeugt werden, über die gesamte Weltmarktsproduktion, iber die Vustatischverhlltnisie zwischen den ein/einen Ländern, die verschiedenen Produktionskosten, über die Besteuerung usw. Sie werden in Europa naturgemäß niemals dieselben Verhältnisse finden wie in Palästina, sind sie aber bereit in dem Sinne, wie ich es eben angedeutet habe, ihren Gesichtskreis zu erweitern, so werden ihnen diese Kenntnisse in Palästina zweifellos gut zu statten kommen. •) Wenn in die«rm Aufhat; vom .Kaulmann" die Red* im. %t> ist «tet* damit auch der Industrielle gemeint.