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Herzl-Bund-Blätter · 1918-12-01 · 40 (Dezember 1918) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
40 (Dezember 1918)
Date
1918-12-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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612 Entwicklung und nicht gegen ihn läuft. Der HB. würde gegebenenfalls BOZUMgen außerhalb des Weges der zionistischen Arbeit gehen. Die Verantwortung hierfür und gegenüber der zionistischen Öffentlichkeit müßte die Leitung übernehmen. An einem praktischen Beispiel mochte ich zeigen, wo wir wirken können. Man hat überall von der Gründung verschiedener Industrien in Palästina gesprochen, die den Bedürfnissen des Landes nicht entsprechen, aber viele Juden nach Palästina bringen würden. (Die Spit/enindustrie und andere Trkrtsch'sche Pläne.) Hier wäre es unsere Aufgabe, dafür einzutreten, daß man von denen absieht, die notwendigerweise eine Unterdrückung der Arbeiter in sich tragen, dar» überhaupt die jüdische Arbeit, auch auf Kosten der Rentabilität, im Vordergrund steht. Wenn wir das Sweetingsystcm nach Palästina übertragen, so würde das keineswegs zur Vermehrung der jüdischen Bevölkerung führen. Da werden die Arbeiter genominen werden, die von den minimalsten Löhnen leben können. Und es handelt -ich um Millionen von Arabern. Vielleicht genügt dieses eine Beispiel, Andererseits muH eines immer neu betont werden. Die diesen Ideen entgegentreten und von der Privatinitiative allein die Erschließung des Landes erwarten, fühlen sich als die Verfechter eines „nüchternen Idealismus". Sie scheinen zu glauben, daß die Gegenpartei aller realen Grundlagen für ihren Wirtsch.iftsplan ermangele und fast glaube ich, daß sie gar nicht so sehr inhaltlich gegen unsere Ideen Sturm liefen, sondern weil sie als dessen Vertreter nur „geistige Schwärmer und Träumet" sehen. Ich habe weiter oben Bubers Sammelwerk erwähnt, das in Vorbereitung ist. In einem Beitrage über „Erbpacht und Erbhaurecht" dam heißt es: ,,Fs gibt im Grunde nur zwei Formen, um Neuland ZU kolonisieren: die Leiter der Kolonisation geben den Einwanderern das Land in Privateigentum im römisch-rechtlichen Sinn, d. h. wie ()ppcnhcimcr richtig bemerkt, „zu usus und abustis" ■der sie behalten sich irgendein Recht an dem Land vor, mag dies (>bcreigcntums., Rückkaufs-, Wiederkaufs- oder Vorkaufsrecht heißen, um in der Lage zu sein, dafür zu sorgen, daß ihr Kolonisationsvverk auch auf die Dauer dem Ciedanken treu bleibt, der-es gründen half." Ich fordere von jedem, dem es ernst ist, der nicht nur faselt und irgendwo gehörte Worte nachspricht, daß er sich mit den ^an/. realen Punkten unseres Palästinaprogramms auseinandersetze. Daß er uns beweise, daß nur die Privatinitiative das Land erschließen könne, daß er schließen auch das Ueberhandnehmen der arabischen Arbeit, die Bodenspekulation in Petach-Tikwah und viele anderen Acußeningen, die sich schon heute als katastrophale I eigen ihrer Ideen zeigen, verteidige und rechtfertige. Daß er schließlich sage, wie er sich nicht seine eigenen — sondern die Kolonisation des ganzen Landes denkt. Schwänner und Phantasten lehne ich ebenso ab wie sie. Die Lösung des Problems liegt in einer konkreten Formulierung der geistigen Forderungen.

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