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Herzl-Bund-Blätter · 1918-12-01 · 40 (Dezember 1918) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
40 (Dezember 1918)
Date
1918-12-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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613 Und hierzu und zu der praktischen Arbeit rufe ich die HUer auf. Wir haben es als unsere Aufgabe bezeichnet, an maßgebender Stelle an der wirtschaftlichen Erschließung des Landes zu arbeiten. Manche haben sogar von eigenen Unternehmungen des HB. gesprochen und das als letztes Ziel unserer Arbeit betrachtet. Unsere alten Herren, die diese Dingi* durchzuarbeiten und die spätere Entwicklung unseres Bundes vorzubereiten haben, mögen sich ihre Verantwortlichkeit bewußt sein! Als Kaufmann arbeiten, heißt nicht kapitalistisch arbeiten; manche kapitalistische Form notgedrungen übernehmen, darf nie zur Uebertragung kapitalistischen Geistes führen. W;ir wollen unsere Sachkenntnisse in den Dienst der Palästinaarbeit stellen, nie aber in dieser Arbeit eine ProfitqueHe sehen, als die wir bisher unsere kaufmännische Tätigkeit allein betrachteten. Wir werden uns mit weniger bescheiden müssen in dem Bewußtsein, dadurch unserem Volke zu dienen. Zu berücksichtigen ist auch, daß für die nächste Zeit in erstci Linie Bauern als Ansiedler in Frage kommen. Dr. Kuppin selbst hat unserem Präsidium gegenüber diese- Notwendigkeit bei einem Besuche betont. Wir können mit unserer Arbeit nicht gegen die Entwicklung und sollten das auch mit unseren P1.uk n nicht tun. Ich selbst war einer der ersten Vertreter der „Außenarbeit", aber ich sah bald, dal? man diesen Ideen wohl beistimmet! kann, sie aber keineswegs überschätzen darf. Das ist bei uns in weitem Maße geschehen. Grund hierfür war die Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse des Landes, vielleicht auch eine falsche Auffassung in der Leitung mancher Palästinakurse. In unserem künftigen Arbeits, plan muß dies berücksichtigt werden. Daß in der praktischen Arbeit, gerade in kaufmännischen Dingen, der (ieist der Neugestaltung Palästinas nicht vergessen werde, dafür wollen wir dilti eten. Sombart hat uns Juden einst als (minder (Hier Förderer des Kapitalismus hingestellt und hat aus unterer Veranlagung die Ursache hierfür zu erkennen geglaubt. Hätte er recht, so wären unsere Pläne aJle Unsinn. Brentano ist neuerdings seiner Auffassungentgegengetreten und hat nachgewiesen, daß nicht ihre Veranlagung, sondern ihre Fremdheit unter den Völkern*, die Juden zu Förderern des Kapitalismus gemacht hat. Sombart selbst soll in seiner neuen Ausgabe des „Kapitalismus" IQlo - es war mir bisher nicht möglich, sie zu lesen seinen früheren (iedanken ganz, aufgegeben und gleichfalls die Fremdheit der Juden, ihre „Heterodoxic" als das fördernde Moment der kapitalistischen Entwicklung bezeichnet haben. Demnach ist unsere bisherige geistige und seelische Stellung zum Wirtschaftsleben nur eine temporäre. Eine Ncuorien. tierung auf eigenem Hoden, |nicht mehr als „Fremde", wahrscheinlich. Wir wissen, daß wir uns hier nicht neu orientieren, sondern mit der Ablehnung des Kapitalismus in unserem (irmeinwesen mir uralten jüdischen (iesetzen und Anschauungen (ieltung geben wollen.

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