Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- 40 (Dezember 1918)
- Date
- 1918-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ÖM und Arbeit,;m Briefe und Aeulierungen, die von dem festen Entschlull, später nach Palästina zu gehen, zeugten, und zwar nicht nur als Kaufleutc und Händler, an die Feldarbeit in Berlin und manch*' Themen an Breslauer und Berliner Clubabenden,, last not least au die Diskussionen in den H.-B.-Blättcrn schon seit l"l I, die meist Teilprobleme bebandelten, hie und da aber auch den grollen Zusammenhang der Dinge zu erkennen suchten. Vielleicht darf ich hier an meine anfangs zitierten Aufsätze in No. 33 und 34 der H.-B.-Blätter erinnern und an die ilvncn folgenden Entgegnungen in den nächsten Nummern. Die /weite grolle Frage, die sich aus der Situation des Zionismus, x.iii der wir ausgingen, ergab, war die nach der Umgestaltung Palästinas. Die Vorstellungen, die Hcrzl im Judenstaat und nachher von dem künftigen Palästina hatte, sind bekannt. Er und seine Zeit plante die Kolonisation im groben, nachdem auf politischem Wege die „öffentlich rechtliche Siedelung" für das Land erlangt war. Seine Arbeit galt ganz dieser Idee. Eine spätere Zeit hat seine (iedankenf-.»Ige abgelehnt und — die-planmäßige Besiedlung de«. Landes begonnen. Dr. Kuppin trat an die Spit/e des Palästinaamtes in Jaffa. Seitdem ist viel grundlegendes zur Kenntnis und auch praktischen Bearbeitung des Lande-; geschrienen worden. Ich erinnere an die Arbeiten von Auhagen, Trietsch, Nawratzki und Schulmann, an das bedeutende Werk Ruppins, das erst I°I7 herauskam und im Kriege entstanden war und die so überaus wertvolle Arbeit Dettingen über .,Methoden und Kapitalbedarf jüdischer Kolonisation in Palästina". Mehr noch, weit mehr ist zu tun. Ich verweise auf die kleine Arbeit Fritz Sternbergs in Heft 2 des „Jüdischen Willens' der eine Reihe der noch zu erforschenden Fragen als eine besondere Aufgabe vL-r jungen K. J. V.-er zusammenstellt. Bei alledem handelt es sich mehr oder weniger um praktische Dinge, Fragen der Besiedlung, der Steuerverbaltnisse, der Industriealisierung usw., soweit man überhaupt über eine rein darstellende Methode und eine Schilderung von Land und Leuten, wie bei Nawrat/ki z. B. hinausging. Nach j Her/N träumerischen Ideen im ^Judcnstaat" ist zum ersten Mal in unseren Tagen wieder ausgehend und getragen von der Jugend ein Gedanke durchdrungen, der zunächst nur negativ formuliert war: Palästina darf niclrt der „Abklatsch' irgend eines europäischen Staates sein. Martin Buber hat in jungen Jahren, in seiner dritten Rede, die so oft von mir zitierten Worte gesagt, dar) Palästina nur dann die Heimat des jüdischen Volkes sein wird, wenn es „aus der Erneuerung und nicht um der Erneuernug willen entsteht", und hat später in seiner Rede in Breslau, Februar 1<)14 hinzugefügt: auch in Palästina kann <mluth sein. Er, der «gentliche Führer unserer Jugend, hat nun auch jetzt wieder in seiner prachtvollen Berliner Rede im März dieses Jahres das ausgesprochen, was von uns allen instinktiv