Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- 40 (Dezember 1918)
- Date
- 1918-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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605 sehen Jugendverbände erfolg. Die erste Anregung hierfür war ein Aufsatz Dr. Alfred Wölfls, der s. Zt. in den H.-B.-BUtteni erschien und in Einzeldruck Chanukkah 1916 von Berlin aus an die Verbände der nationalen Jugend versandt wurde. Es entstand der Arbeitsausschuß der nationaUjüdischen Jugend Berlins, aus dem die jetzige Bewegung hervorging. Wenn ich an die Gespräche und Korrespondenzen mit Alfred Wolff zurück denke, die seinem Artikel vorausgingen, an seine Pläne und Zukunftsfreude, von denen er mir noch aus dem Felde schrieb, dann kommt mir die furchtbare Tragik seines Todes und der ungeheure Verlust für die ganze jüdische Jugend erneut zum Bewußtsein.! Die jetzt erfolgte WaW eines Arbeitsausschusses, vor der Max Kober eil) einleitendes Referat hielt, dürfte bekannt sein. Für den Herbst ist in Deutschland ein Jugendtag geplant. Weitere Folgerungen dieses obersten Gedankens wie schaffen wir Menschen für Palästina, Menschen, die Juden werden wollen sind der vielseitige Anschluß an die Ffechalu/bewegting, das Erscheinen des „Juden", die Gründung des Jugendsekretariates in Berlin, div Herausgabe einer neuen Zeitschrift des K. J. V., die Forderungen Scholems an den Blau-Weiß und eine Berufsberatung des Blau- Weiß unter der Leitung von Walter Moses, die Einrichtung des Kulturausschusses und vieles andere mehr; in gewissem Sinne auch die Arbeit des jüdischen Volkshcimes in Berlin, von dem in den Köpfen nuscrer Bundesbrüder, im Gegensatz zur sonstigen zionistischen Oeffcntlichkeit, eine noch sehr unklare Vorstellung herrscht. Hand in Hand mit alledem geht eine starke Intensivierung des nationalen Gedankens bei allen denen, die in der Bewegung drin stehen und denen, die das beneidenswerte Glück haben, an ihrem Ausbau und Fortschritt direkt arbeiten zu können, Ihnen ist die zionistische Idee durchaus zentral und sie sehen in ihrer Verwirklichung nicht nur eine soziale, sondern auch eine ethische Aufgabe, die in erster Linie an sie selbst Forderungen von tiefster Bedeutung stellt. Es sind die Menschen, deren Idealismus die heutige Umwelt als Maßstab verneint und „die das Bekenntnis zum Judentum mit dem Streben verbinden, die Reinheit und Wahrheit fordernde Idee des Judentums zunächst im eigenen Leben zu verwirklichen." Aus dem Kreise des Voiksheims in Berlin ist ein „Beitrag zum Programm einer neuen jüdischen Jugendgemeinschaft" entstanden, der mir im Manuskript vorliegt, dessen baldige Veröffentlichung ich aber für sehr wesentlich halte und auch für die nächste Zeit erhoffe. Es wird in ähnlicher Weise, wie ich es von diesem Aufsatz in unserem engen Kreise möchte, Ausgangspunkt einer viele Einzelfragen behandelnden Diskussion sein? — Um auch von uns zu sprechen, so erinnere ich in erster Linie an Margulies Gedanken